Lokales

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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Zweierlei Maß

Obwohl ich selber nicht direkt betroffen bin, sehe ich bei meinen Spaziergängen entlang der Alten Weilheimer Straße immer wieder den Zustand des dortigen Bolzplatzes.

Ich empfinde den Zustand des Platzes im Augenblick als Schandfleck für Jesingen. Wenn bei "Otto Normalverbraucher" die Äste seines Bäumchens in die Straße ragen, schlägt sofort die Macht des Gesetzes zu. Der Festplatz gegenüber dem Bolzplatz wird gehegt und gepflegt, dass der Centre Court von Wimbledon fast neidisch werden könnte. Egal wer auch immer im Besitz des Bolzplatzes ist eines könnte man erwarten: jeder kleine Häulesbesitzer mäht seinen Rasen.

Die Stadt Kirchheim ignoriert diesen schmutzigen Zustand am Bolzplatz, was für mich unverständlich ist. Eines ist hier klar erkennbar: es wird wieder mit zweierlei Maß gemessen.

Günther Schmidt

Jesingen, Sulmannstraße

Gesundheit ist keine Ware

Zum Leserbrief "Der 'Kunde Patient' muss mit einbezogen werden", im Teckboten vom 25. November:

Gesundheit ist eines der höchsten Güter. Mit diesem Gut sollte jeder verantwortungsvoll umgehen. Nur insoweit bin ich mit Dr. Herzberg einer Meinung. Dass sich ein SPD-Stadtrat nicht wohlwollend zur Politik der CDU/CSU äußert, ist Alltagsgeschäft. Ebenso wenig überraschend ist die Kritik am Gesundheitskompromiss. Für eine komplizierte Materie gibt es keine einfache Lösung, wenn diese darüber hinaus noch gerecht sein soll. Der Gesundheitskompromiss erreicht ein hohes Maß an Gerechtigkeit, zum einen durch die maximale Belastungrenze von 7 Prozent, zum anderen dadurch, dass Kinder von der Prämie freigestellt werden. Die SPD hat im Bereich der Sozialversicherung längst politisch die Segel gestrichen und den Mantel des Schweigens darüber ausgebreitet. Wahrscheinlich, weil sie keine Idee hat, wie mit der Thematik umgegangen werden soll. Über die ursprünglich so viel gepriesene Bürgerversicherung will mittlerweile niemand mehr reden. Das angestrebte Ziel einer Reform im Gesundheitswesen ist laut Dr. Herzberg, dass die Menschen so viel wie möglich zur eigenen Gesundheit beitragen sollen. Gesundheitlich positive Lebensführung solle sich im Geldbeutel bemerkbar machen. Das sind schöne Sätze. Aber dass Gesundheit steuerbar ist, ist nur in Teilen richtig. Wie sollen Menschen mit angeborenen Gesundheitseinschränkungen, Unfallopfer und vor allem ältere Menschen, die mit den natürlichen Ausfallerscheinungen des Alters leben müssen, abgesichert werden, wenn das Schicksal ihnen eben keine perfekte Gesundheit schenkt? Der Wust von Ausnahme- und Härtefallregelungen würde alle Vorstellungen übertreffen und dabei noch ungerecht diejenigen benachteiligen, die zusätzlich zum persönlichen Schicksal der Krankheit noch Sorgen über die Finanzierung der Behandlungskosten zu bewältigen haben. Einen direkteren Weg zur Zweiklassenmedizin kann ich mir kaum vorstellen. Insoweit greift Dr. Herzberg, der "über den Weg von drastischen Beitragssenkungen, die über eine hohe Selbstbeteiligung gegenfinanziert werden", zu kurz.

Michael Hennrich, MdB

Kirchheim, Senefelder Straße

Reine Polemik

Zum Artikel "Pietermaritzburg statt Plochingen", im Teckboten vom 24. November:

Der Artikel von Wolfgang Risch auf der Titelseite des Teckboten kann nur als polemisch bezeichnet werden. Es ist zu bezweifeln, ob er in der Synode überhaupt zugehört und ob er die Situation der Landeskirche insgesamt begriffen hat.

Die von ihm geschmähte Oberkirchenrätin Junkermann hat in ihrer Rede zum Pfarrplan 2011 deutlich gemacht, dass sowohl der Oberkirchenrat, als auch die Landessynode nach wie vor dem Pfarrdienst eine hohe Priorität geben. Über die Hälfte der Ausgaben im landeskirchlichen Haushalt betreffen den Pfarrdienst. Dass bei Einbrüchen bei den Kirchensteuereinnahmen von jährlich zirka 40 Millionen die Kürzungen nicht nur alle anderen kirchlichen Bereiche betreffen können, sondern auch beim Pfarrdienst darüber nachgedacht werden muss, darf nicht verwundern.

Verunsicherung erleben in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht nur Pfarrer und Pfarrerinnen der evangelischen Landeskirche in Württemberg, sondern alle Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen, vor allem jene, die nicht wissen, ob sie morgen noch einen Arbeitsplatz haben werden. Der Vorwurf, die Synode nähme sich für dieses gewichtige Thema nicht genügend Zeit, trägt nicht. Es gibt nur wenige Themen, die häufiger auf der Tagesordnung der Synode stehen, als der Pfarrdienst. Ein speziell eingesetzter synodaler "Sonderausschuss Pfarrplan" wird im nächsten Jahr seine Ergebnisse der Synode vorlegen und dann wird es sicher auch die von Herrn Risch vermisste ausführliche Diskussion dazu geben.

Dass sich die Synode auch in finanziell schwierigem Fahrwasser nicht nur um sich selbst dreht, sondern über den Tellerrand hinaus blickt zu ihren Partnerkirchen und sie nicht im Stich lässt mit ihren viel existentielleren Problemen als den unseren, halte ich für unabdingbar.

Cornelia Brox

Mitglied der Landessynode

Lenningen, Bachweg

Die versteckteRentenkürzung

Zum Artikel "Kassenbeitrag soll sinken", im Teckboten vom 20. November:

In Ihrem Beitrag schreiben Sie unter anderem: Auch Rentner müssen den Sonderbeitrag leisten, obwohl sie kein Krankengeld erhalten. Da eine Rentenkürzung ungesetzlich ist, nennt man das Kind anders: "Sonderbeitrag". Für was steht der Sonderbeitrag bei den Rentnern? Für nichts und wieder nichts.

Ich behaupte, hier wird auf diesem Weg eine Kürzung der Altersbezüge um 0,4 Prozent zu erreichen versucht. Es bleibt dann jedem überlassen, ob er Einspruch gegen den Sonderbeitrag erhebt, aber man sollte es unbedingt tun.

Robert Stork

Kirchheim, Gießnauweg