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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Der Gemeinderatist jetzt am "Zug"

In Zeiten knapper Kassen und chronischer Ebbe in kommunalen Säckeln landesweit, ist es fraglos auch in Kirchheim legitim, nachhaltig über mögliche Einsparpotenziale im Gemeindebudget zu grübeln. So soll nun nach dem Willen einer Fraktion im Gemeinderat der Rotstift ausgerechnet an dem Umbauvorhaben am Ötlinger Bahnhof angesetzt werden, obwohl hier infrastrukturelle Verbesserungen im Hinblick auf mangelhafte Parksituation und Aufenthaltsqualität im Bahnhofsbereich unstrittig sind und dringend und unaufschiebbar geboten scheinen.

Es kann doch nicht sein, dass man einerseits grünes Licht für eine Realisierung der S-Bahn im Zeithorizont von 2007 oder 2008 gibt, auf der anderen Seite aber den Ötlinger Bahnhof im bekannt desolaten Zustand belassen will. Des Weiteren gilt es zu bedenken, dass bereits eine detaillierte Um- und Ausbauplanung in der Schublade liegt, die vom Ortschaftsrat Ötlingen mit breiter Zustimmung abgesegnet und auch im Gemeinderat positiv beschieden wurde.

Umso unverständlicher erscheint es vor diesem Hintergrund, dass der erreichte und allseits gebilligte Planungsstand nun wieder auf Null zurückgefahren werden soll und die in 2007 und 2008 eingestellten Mittel komplett gestrichen werden sollen. Bei den anstehenden Vorberatungen im Technischen Ausschuss und bei der abschließenden Beratung und Beschlussfassung im Gemeinderat ist nach unserem Verständnis großes Augenmaß und Weitblick geboten, um zu einer sachgerechten und zukunftsweisenden Entscheidung zu kommen.

Dr. Ernst Kemmner

Ötlingen, Bergstraße

Anmerkungen zu PISA

Es war noch Halbdunkel als ich gestern morgen vom Waldlauf zurück kam und an der Ecke des Schafhofes am Rande der Streuobstwiesen, von wo aus man den schönen Blick auf die Teck hat, wieder zwei Hundemütter stehen sah. Die beiden hatten ihre Phasen des Kinderwagenschiebens schon Jahre hinter sich gelassen und ließen ihre Lieblinge kläffend unter den Bäumen tollen. "Erschrecken Sie nicht, wenn die Schenja nachher da hoch kommt. Die macht nichts", rief die eine rücksichtsvoll hinter mir her. Ich bin dennoch im Vorbeitraben kurz zusammengezuckt. Schenja wird nicht die andere Hundemutter gewesen sein, sondern ein veritabler Hund, der gleich hinter mir herstürmen wird. Kann ich der Zusicherung der Dame, ihr Liebling würde nix machen, blind vertrauen? Woher weiß ich, dass es Schenja ist und nicht einer der beiden anderen Kläffer?

Längst ist die antiautoritäre Erziehung bei den Hunden angekommen und unsere Vierbeiner wissen damit genau so wenig damit umzugehen wie die Kinder. Es fehlt ihnen die häusliche Orientierung. Die so genannten Erziehungsberechtigten haben ihre Aufgaben längst den Kindergärten und Schulen übergeben, die überfordert sind, weil die Eltern versagt haben. Bei den Hunden bleibt die Aufgabe in der Familie. Die unberechenbare Schenja und ihre Hundemutter haben mir an jenem Morgen gezeigt, wo PISA nachhaken sollte.

Werner Heinecke

Kirchheim, Laubersberg