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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Kaum Unterstützung

Das Thema Kinderbetreuung hat schon viele Eltern zum Verzweifeln gebracht. Wie derzeit auch Eltern der Limburg-Grundschule in Weilheim. Seit etwa sechs Jahren dürfen wir uns "glücklich" schätzen, eine Kernzeitenbetreuung ("Kerni") zu haben. Besonders dankbar sind wir für die beherzten Betreuerinnen, welche mit Leib und Seele, Tag für Tag mit Rat und Tat unseren Kindern zur Seite stehen. Hinter ihnen sowie dem Projekt "Kerni" selbst steht außer den Eltern jedoch kaum jemand. Vielmehr ist die Weilheimer "Kerni" dieses Jahr zum Opfer einer Sparmaßnahme geworden.

Der Grund dafür sind 20 000 Euro, welche die Stadt im Haushaltsplan einsparen muss. Dies soll nun durch Kürzung der Betreuungszeiten ohne Gebührenermäßigung erzielt werden. Dabei sind die Kernigebühren in Weilheim bereits doppelt so hoch wie in den Nachbargemeinden. Engagierte Eltern haben daher bei der Schulleitung und der Stadt erfolglos um Abhilfe gebeten. Doch bei der Stadtverwaltung werden Familien, in denen die Frau arbeiten muss oder gegebenenfalls ohnehin so wörtlich als "sozialschwach" angesehen. Ein Entgegenkommen der Stadt ist nicht möglich, weil der Gemeinderat so beschlossen habe.

Wahrscheinlich trifft es kein Kind oder Enkelkind dieser Damen und Herren, die über diese Maßnahme abgestimmt haben. Da wir Eltern aber gelernt haben zu improvisieren, haben unsere Kinder nun das Glück, den Betreuungsengpass für einen Englischunterricht zu nutzen. Zusätzliche Kosten dafür gehen natürlich zu Lasten der Eltern. Die Räumlichkeiten wurden immerhin von der Schulleitung genehmigt. Die in Weilheim praktizierte "verlässliche Grundschule" für die Gelder vom Land fließen hätte die Fehlzeit nur mit Kinderaufteilung auf andere Klassen abdecken können.

Martina Bühler

Weilheim, Amselweg

Cathleen Quattlender

Weilheim, Obere Rainstraße

in Zusammenarbeit mit

betroffenen Eltern

Wichtiges Thema

Zur Serie "Junge Familie":

Als Mitglieder des Familienverbands freuen wir uns, dass mit der Serie "Junge Familie 04" ein Schlaglicht auf ein wichtiges Thema gelenkt wird. In einer Gesellschaft, in der die Wähler immer älter werden und sich der Single-Haushalt im Vormarsch befindet, haben es die Familien zunehmend schwer, in den Parteien politisch Gewicht zu erlangen. Ein Beispiel hierfür ist der Kompromiss zur Gesundheitsprämie: der oder die nichtberufstätige Erziehende wird aus der Mitversicherung herausgenommen.

Dieser Gewichtsverlust findet sich auf allen Ebenen und betrifft die Schülerbeförderung ebenso wie die Entlastung der Familien beim Gesamtsozialversicherungsbeitrag, die Erleichterung der Wahlfreiheit zwischen Beruf und Familie ebenso wie die Anerkennung der Erziehungsarbeit als volkswirtschaftliche Leistung.

Der Deutsche Familienverband www.deutscher-familienverband.de vertritt diese Interessen, könnte dem aber noch besser gerecht werden, wenn mehr Familien in ihm organisiert wären.

Vera Morlok-Gommel

Notzingen, Neuffenstraße

Martha Kaiser

Weilheim, Karl-Scheufelen-Straße

für den Kreisverband Esslingen

des Deutschen Familienverbandes