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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Das stumpfe Graudes Nichtverstehens

Zum Artikel "Feierliche Altarweihe in Maria Königin mit Weihbischof Dr. Johannes Kreidler", im Teckboten vom 14. Februar:

Wenn die Berichterstatterin die Musik bei der Altarweihe in Maria Königin in Kirchheim am vergangenen Sonntag als "Untermalung" empfand, ist das ihre persönliche Sache. Macht sie ihre Meinung aber öffentlich, wie am vergangenen Montag an dieser Stelle zu lesen, dann "übermalt" sie nicht nur die Musik, sondern die ganze Feier mit dem stumpfen Grau des Nichtverstehens.

Nach "untermalendem" Verständnis hätte eine CD über die übrigens sensationell gute neue Lautsprecheranlage genügt. Warum legt die Kirche aber Wert auf liturgischen Gesang, Schola, Gemeindelieder, Orgel, Orchester, Chor und Solisten bei einem Festgottesdienst? Eben weil Kirchenmusik nicht untermalender Hintergrund sein soll, sondern konstituierender Teil des Gottesdienstes. In einer Messe zumal, die ohne Kyrie (Gloria) Credo, Sanktus und Agnus gar keine wäre.

Diese Stücke wurden am vergangenen Sonntag als "große Kirchenmusik" live ausgeführt. Überlassen wir also das Untermalen lieber den Malern. In der Musik stören uns falsche Töne in der Zeitung die falschen Worte.

Ernst Leuze

Kirchheim, Bleicheweg

Eine Garantie gibt es nie

Zum Bericht "Mit Angst und Ungewissheit ins Studium", im Teckboten vom 10. Februar:

Den schockierten Abiturienten und denen, die sich um Kosten für ein Studium sorgen, möchte ich einmal ein Beispiel nennen, wo längst funktioniert, was zukünftigen Studenten jetzt bevorsteht.

Viele Linienpiloten finanzieren beispielsweise seit Jahren ihre Ausbildung komplett selbst. Die Kosten für die Ausbildung kann man grob auf 70 000 Euro beziffern! Der Ausbildungserfolg ist ebenso wenig garantiert wie ein Arbeitsplatz! Das anfängliche Jahresgehalt liegt nicht höher als das eines Ingenieurs. Nicht jeder Pilotenanwärter bekommt von den Eltern die erforderliche Summe vorgestreckt und muss ein Darlehen bei einer Bank aufnehmen. Von dem späteren Gehalt ist die Darlehensschuld dann allmählich zu tilgen. Steht kein Arbeitsplatz zur Verfügung, bleiben die Schulden dennoch irgendwie abzutragen. Somit bleibt ein finanzielles Risiko ohne Zweifel bestehen, denn die Bedarfssituation ist ungewiss. Dennoch packen die Ausbildung viele Frauen wie Männer an und zwar ohne jede Angst, dafür getragen von Begeisterung und dem unbedingten Willen, "es zu schaffen"!

Warum soll Studenten im Vergleich dazu ein Betrag von 500 Euro pro Semester unzumutbar sein? Für 70 000 Euro ließe sich ziemlich lange studieren...!

Entscheidend ist, dass sich jeder angehende Student überlegen wird, ob er sich eine "Selbstfindungsphase" finanziert also ein paar Fächer "anstudiert", oder ob er sich konsequent für ein Fach entscheidet und das Studium dieses Faches zu einem möglichst schnellen Ende bringt. Quasi nebenbei ist durch die Gebühr eine bessere Ausbildung an den Universitäten zu erwarten und ein früherer Eintritt der Studenten ins Berufsleben. Und genau das ist das Ziel.

Andreas Meyer

Kirchheim, Notzinger Straße

Selbsternannte Propheten

Zum Thema NPD-Verbot:

Es ist schon ein Kreuz mit uns Deutschen. Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Windmühlen und die anderen Mauern. Zu den Letzteren gehören wir leider. Da fordern wir von Ausländern die Beherrschung der deutschen Sprache, klare Bekenntnisse zu unseren Werten uund so weiter. Das ist ja im Prinzip nicht falsch. Aber ich verstehe nicht, warum beispielsweise die PKK auf Grund ihrer Verfassungsfeindichkeit verboten wird, und die NPD nicht.

Natürlich werden jetzt wieder die Mahner auf den Plan treten und anmerken, dass es nicht der richtige Weg sei, Parteien zu verbieten. Ich frage Sie, was muss sich denn eine Gesinnung noch alles an Widerlichkeiten leisten dürfen ? Wenn wir gegen islamische Hassprediger vorgehen, dann bitteschön auch gegen braunes Gesindel, wo wir doch so gerne von aller Welt geliebt werden wollen.

Umso mehr stelle ich mir die Frage, wem nützt die NPD eigentlich? Vielleicht den ebenfalls unverbesserlichen Ultralinken, die hemmungslos die Forderung nach einer exzessiven, multikulturellen Gesellschaft stellen. Das ist dann eine andere Form von Klonen. Man nehme viele Kulturen, werfe sie in eine Schüssel, rühre kräftig um, und fertig ist der Einheitsbrei, aus dem man Multikultis backen kann.

Oder nützt sie etwa den so genannten Ideologen wie Stoiber, die für bestimmte Plätze und Bereiche ein Demonstrationsverbot fordern? Ich frage mich, was fällt dem Menschen noch als nächstes ein? Offensichtlich hat der Oberbayer nicht nur zu Tief ins Glas geschaut beim CSU-Treffen, sondern auch zu sehr über den großen Teich. Dort werden Bürgerrechte ebenfalls unter den fadenscheinigsten Vorwänden demontiert. Ich habe jedenfalls von diesen selbst ernannten Propheten die Nase gestrichen voll.

Werner R. Carstens

Kirchheim, Holbeinweg

"Verlassene Kinder" ein Tabuthema?

Was sind das für Menschen? "Verlassen und verletzt, nicht selten auch nach langer Ehezeit. Häufig aus gut situierten Familien, ehemalige Chefsekretärin, Nahrungsmittelchemikerin, Karriere abgebrochen zum Wohle der gemeinsamen Kinder. Allein Erziehend, da verwitwet, Kinder Halbwaisen auch das gibt es, schon mal bedacht? Manchmal ganz bewusst so entschieden, weil die Liebe nicht für ein ganzes Leben ausreichte oder um eine vor allem für die Kinder unerträgliche Situation zu beenden. Keiner wusste es vorher. Wer wünscht sich das schon.

Alles sieht plötzlich trostlos und düster aus: Beziehung kaputt, Job gefährdet, finanziell am Ende, Freundeskreis aufgespalten. Alles gerät aus den Fugen, alles kommt ins Wanken. Wer fällt da nicht in ein Loch und ist sprichwörtlich allein gelassen bis er/sie von einer Menschengruppe hört, die Fragen beantwortet, auffängt, die echte Hilfe gibt. "TRAM" = Treffpunkt allein Erziehender Menschen. In zwei Jahren wurden schon 80 Menschen gehört und aus ihrem Tief geholt. Vor allem den Kindern ist es anzusehen, wenn es Mama oder Papa wieder besser geht. TRAM fängt auf, informiert, unterstützt, entlastet vor allem moralisch. Wem spielt das Leben als nächstes einen Streich?

Haben auch Gemeindratsmitglieder Augen für Kirchheims Mütter, Väter und Kinder? Bauen und Leute zum Einkaufen in die Stadt locken ist wichtig. Die TRAM und damit 20 Prozent aller Kirchheimer Familien mit nur 9 000 Euro jährlich zu unterstützen ist für die Mütter, Väter, hauptsächlich aber für die Kinder existenziell. Diesen "geringen" Zuschuss stellt die Stadt Kirchheim doch tatsächlich infrage. Wird dann etwa am falschen Ende gespart?

Haben wir nicht alle die gesellschaftliche Verantwortung für alle Kinder? Vertritt die Bürger-Vertretung die Interessen aller Kinder? Derjenigen, die sich nicht in den Gemeinderat wählen lassen und sich selbst vertreten können.

Wer sieht lieber glückliche als traurige Kinderaugen, wer hört unsere Kinder lieber lachen als weinen? Wer kann einen so existenziellen Zuschuss in Frage stellen?

Martina Rudi

Bissingen, Vordere Straße

Ein Musterbeispiel fürWeitsicht und Kontinuität

Zum Artikel Schweben oder nicht schweben? Transrapid hängt völlig in der Luft, im Teckboten vom 12. Februar:

Bereits anfang der 70er-Jahre hatte auch ich über Thyssen/Rheinstahl die Ehre, einen Teil der Teststrecke mitsamt Fahrzeug besichtigen zu dürfen. Nach rund 35 (in Worten: fünfunddreißig) Jahren noch immer keine Klarheit ist doch ein Paradebeispiel für politische Kontinuität, politische Entscheidungsfreudigkeit, politische Durchsetzungskraft, politische Geldverschwendung und politische Weitsicht ohne greifbares Ergebnis.

Und das Spielchen wird noch weiter gehen beziehungsweise schweben bis sich Transrapid selbst überholt hat. Frühere PISA-Studien dürften nicht anders ausgefallen sein als die heutigen. Herbert Woyna Bissingen, Breitensteinstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.