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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Nicht nur Studierendesind davon betroffen

Zum Artikel "Studium / Umstrittene Gebührenpläne" und zum Leserbrief "Eine Garantie gibt es nie", im Teckboten vom 18. Februar:

Bei der Diskussion um Studiengebühren kann es nicht nur darum gehen, dass Studierende sich eben bescheiden sollten, auf etwaigen Luxus verzichten und bevor sie richtig verdienen in die private Verschuldung gehen.

Es sind nicht nur die Studierenden die Betroffenen, sondern auch die Eltern, die sich im Vergleich zu kinderlosen sowieso schon finanziell erheblich schlechter stellen. Laut statistischem Landesamt Baden-Württemberg sinkt das Pro-Kopf-Einkommen einer jungen Familie mit einem Kind im Vergleich zu einem kinderlosen Ehepaar auf 62 Prozent, mit zwei Kindern auf 51 Prozent und mit drei auf 43 Prozent. Studiengebühren satteln da noch eins drauf.

Es braucht uns nicht zu wundern, wenn sich immer mehr junge Menschen gegen Kinder entscheiden. Das wird uns allen aber nicht gut tun, wie wir heute schon bei der Renten- und Krankenversicherung schmerzlich sehen. Andererseits zahlen gerade ehemalige Studierende heute Höchstsätze in diese Kassen.

Cornelia Brox

Lenningen, Bachweg

Politisch korrekt?

Zum Artikel "Den Visionen müssen nun Beschlüsse folgen", im Teckboten vom 23. Februar:

Diese Frage stellt sich, wenn man das Bestreben der CDU-Fraktion im Gemeinderat betrachtet, eine verbilligte Version der Nordwesttangente planen und womöglich bauen zu lassen.

Die Bürgerinnen und Bürger Kirchheims stimmten in einem Bürgerentscheid über eine Version der Nordwesttangente ab, die in einer wertvollen Broschüre der Stadt der Bürgerschaft bekannt gemacht wurde. Mit dieser Planung wurde beim Regierungspräsidium Stuttgart ein Planfeststellungsverfahren beantragt. Ein Bürgerentscheid, der den Bau einer Nordwesttangente ablehnte, hatte keinen Erfolg, weil das vorgeschriebene Quorum von 30 Prozent der Stimmberechtigten mit etwas über 25 Prozent nicht erreicht wurde.

Möglich war die Bürgerabstimmung, weil die Nordwesttangente zuvor die Qualität einer sogenannten "wichtigen Gemeindeangelegenheit" hatte. Nachdem der Entscheid verloren war, beging eine Gemeinderatsmehrheit auf Betreiben unseres Alt-OB die erste politische Unkorrektheit, indem sie der Nordwesttangente den Rang einer wichtigen Gemeindeangelegenheit aberkannte. Nun soll mit weiterer Geringschätzung der Bürgermeinungen auf Betreiben der CDU-Fraktion diesem Vorgehen in der Vergangenheit noch die Krone aufgesetzt werden.

Jeder geradeaus denkende Kirchheimer hält das Vorhaben Nordwesttangente für eine "wichtige Gemeindeangelegenheit". Immerhin müssten für den Bau dieser Randstraße entweder erhebliche Schulden angehäuft oder das "Tafelsilber" die Erlöse aus Aktienverkäufen verscherbelt werden.

Politisch korrekt wäre jetzt, die Bürgerschaft über diese wichtige Angelegenheit abstimmen zu lassen, bevor weitere Beschlüsse im Gemeinderat gefasst werden.

Kurt Kaphun

Kirchheim, Kitteneshalde

Eine Frage derAufrichtigkeit

Zum Artikel "Den Visionen müssen nun Beschlüsse folgen", im Teckboten vom 23. Februar:

Die CDU bringt in der aktuellen Haushaltsdiskussion einen Vorschlag ein, der einer besonderen Aufmerksamkeit bedarf. Die Nordwesttangente (NWT) soll umgeplant, der Tunnel drastisch verkürzt werden. Nur die bestehende Planung der NWT mit Tunnel war Grundlage des Bürgerentscheids im Jahre 2001.

Damals verteidigten die befürwortenden Parteien des Gemeinderats in einer Informationsbroschüre der Stadt die Sinnhaftigkeit und ökologische Notwendigkeit des Tunnels in der vollen Länge, so auch schriftlich die CDU. Zurzeit klemmt es finanziell in der Stadt an jeder Ecke es sind nicht einmal annähernd genügend Mittel vorhanden, den aktuellen Bestand an Gebäuden und Straßen vernünftig zu erhalten. Die Mittel für soziale Einrichtungen und für wichtige Weichenstellungen für die Zukunft Kirchheims sind extrem knapp. Die Verhältnismäßigkeit der Kapitalbindung nur für diese Straße macht sie zu einer wichtigen Gemeindeangelegenheit aber genau dieser Status wurde ihr im Juni 2001 vom Gemeinderat aberkannt und damit den Bürgern die Chance auf einen weiteren Bürgerentscheid verwehrt.

Hier läuft ein unfaires Spiel, denn durch den Antrag der CDU auf Neuplanung wird das öffentlich dokumentierte Versprechen und damit die Glaubwürdigkeit von offiziellen Organen ernsthaft in Frage gestellt die Aufrichtigkeit bleibt auf der Strecke. Ein Bürgerentscheid wird als kommunale Wahl durchgeführt; das Ergebnis muss von allen Beteiligten akzeptiert werden. Wenn die Grundlage eines Bürgerentscheids verändert wird, muss auch der Bürgerentscheid wiederholt werden.

Thomas Thurner

Kirchheim, Zum Trösterbrünnele