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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Wahlfieber

Zum Artikel "Verständnis für vorgezogene Bundestagswahl", im Teckboten vom 24. Mai:

Nach der verlorenen NRW-Wahl kündigt SPD-Chef Müntefering eine "vorgezogene Neuwahl zum Bundestag" an und alle anderen Parteien stimmen zu. Durch die Bank weg wird dabei das Grundgesetz, unsere Verfassung, einfach mal ignoriert.

Eine Neuwahl ist nicht ganz so einfach möglich, denn der Bundestag kann derzeit nur über einen einzigen verfassungskonformen Weg aufgelöst werden. Dieser Weg besteht aus einer negativ beschiedenen Vertrauensfrage nach Artikel 68 (1) Grundgesetz. Als Helmut Kohl 1983 diesen Weg wählte, um seine politische Mehrheit durch eine Neuwahl noch auszubauen, klagten Abgeordnete vor dem Bundesverfassungsgericht gegen diesen "schmutzigen verfassungsrechtlichen Trick" und bekamen weitgehend recht.

Wenn der Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann nun den "sofortigen Rücktritt" des Bundeskanzlers fordert und nicht den "Umweg über ein fingiertes Misstrauensvotum", so zeigt er damit nur auf, dass er genauso wenig den Blick ins Gesetz gewagt hat, wie all jene, die nun auf Bundesebene das Wahlfieber ausbrechen lassen. Nach dem Rücktritt bedürfte es nämlich erst des mehrfachen Scheiterns der Kanzlerwahl im bestehenden Bundestag gemäß Artikel 63 des Grundgesetzes, bevor dem Bundespräsidenten als eine von zwei Möglichkeiten die Auflösung des Bundestages überhaupt erst möglich wäre.

Zweifelsohne ist eine Neuwahl zum Bundestag derzeit eine politische Perspektive für unser Land. Die Verfassung (das Grundgesetz) sollte man aber nicht überstrapazieren, schließlich haben die hohen Hürden einer Bundestagsauflösung ihre Wurzel in unserer Geschichte. Die NSDAP hatte das Parlament so häufig zur Auflösung gezwungen, bis sie endlich die absolute Macht im Staat hatte.

Wer sich also zu einer "vorgezogenen Bundestagswahl" äußert, sollte sich dabei auf den geschichtlichen und verfassungsrechtlichen Hintergrund einer Parlamentsauflösung besinnen.

Frank Schweizer

Kirchheim, Weileräcker

Bitte nicht diese Lampen

Zum Artikel "Strahlen um die Wette", im Teckboten vom 27. Mai:

Dass die alten Lampen in Kirchheims Innenstadt nicht mehr viel her machen, ist bekannt. Dazu kommt, dass in vielen defekte Birnen stecken oder die Glasschirme verdreckt sind. Seit Mittwoch können wir nun die vier Leuchten, die uns zukünftig des nachts erhellen sollen, begutachten. Schade eigentlich, dass man neben den Lampen unsere Bürgermeinung nicht abfragt, zum Beispiel mit einem kleinen Fragebogen.

Schon bei Tag kommen die neuen Leuchten einem wie zu lang geratene Spargel vor und wollen so gar nicht recht mit dem historischen Fachwerk harmonieren. In der Nacht wird es nicht besser. Da will keine Lichtstimmung in der Stadt aufkommen. Zweckmäßig hell zu hell ist es. Und die Höhe der Lampen vermittelt eher den Eindruck, auf einer belebten Straßenkreuzung zu stehen.

Auf einer Straße mag das in Ordnung sein, aber als stimmungsvolle und Kauflust weckende Wohlfühlbeleuchtung in unserer historischen Fußgängerzone taugen alle vier Modelle nicht. So sehen es zumindest alle, mit denen ich bisher sprach. Bitte, liebe Gemeinderäte, tut uns diese Lampen nicht an. Im Zweifel putzt lieber die alten Lampen noch mal und erspart uns eine Fehlinvestition.

Thomas Auerbach

Jesingen, Theodor-Körner-Straße

Abschusszahlennach unten korrigieren

Wenn man, wie ich, schon jahrzehntelang unsere nähere Umgebung erwandert, dann fällt einem besonders nach neuem Schnee auf, dass es wieder öfters Spuren vom Hoppelhasen gibt. Auch der Fuchs ist nicht selten, ab und zu eine kleine Rotte Wildschweine aber eher selten Spuren von Rehwild.

Mehrere mir bekannte Jäger darauf angesprochen, erklärten, dass das Rehwild richtig selten geworden, sei, weshalb die verlangten Abschusszahlen kaum mehr zu erbringen sind. Ein mir gut bekannter Jäger erzählte auch von einem Aufsatz, den ein Beamter der Forstverwaltung geschrieben hat. In diesem Aufsatz stand, dass Borkenkäfer und Wildverbiss die größten Feinde des Waldes seien. Schamloser kann man sein eigenes Versagen kaum darstellen. Zum Beispiel Anpflanzen von Monokulturen, jahrelanges Nichtbeachten der Naturverjüngung, starkes Ausdünnen des Eichenbestandes und so weiter.

Dabei müssen von fast allen heimischen Baumsorten im Wald von etwa 300 Keimlingen zirka 299 im Lauf der Zeit entnommen werden, um unseren mitteleuropäischen deutschen Hochwald zu erhalten (Wildverbiss)? Ansonsten droht ein Verbuschungs-Dickicht, wie wir es in Frankreich oder Italien sehen können.

Besonders gut lässt sich das Fehlen von Rehwild am Teckberg beobachten. Dort ist weil Staatswald die Forstverwaltung für die Bejagung zuständig. Wenn nicht ab und zu ein Stück Rehwild aus Nachbarrevieren einwandern würde, könnten die Herren von der Forstverwaltung triumphierend den Teckberg als "rehfrei" melden.

Ich appelliere daher an die zuständigen Stellen, die Abschusszahlen für das Rehwild deutlich nach unten zu korrigieren, damit auch kommende Wandergenerationen sich am Anblick eines Stücks Rehwild erfreuen können, und nicht nur die Herren von Forstverwaltung und Jägerschaft mittels Nachtsichtgerät und Zielfernrohr.

Walter Olpp

Kirchheim, Auf dem Berg

Wozu neue Laternen?

Zum Artikel "Strahlen um die Wette", im Teckboten vom 27. Mai:

Sieht man sich die Muster der neuen City-Laternen an, dann scheint jedes Modell davon mehr als geeignet zu sein, die jetzigen Leuchtmonde abzulösen. In der Hauptsache jedoch, weil diese mangels jeglicher Wartung auf ihrem optischen Nullpunkt angekommen sind. Aber dagegen gäbe es eine preiswertere Abhilfe: einen großen Zuber mit Seifenwasser, eine Leiter und zwei Mitarbeiter des Bauhofes könnten dem Elend schnell ein Ende machen.

Ist dieser Vorschlag zu billig, um darüber nachzudenken? Könnte die Stadt mit dem gesparten Geld nicht lieber die unzähligen eingebrochenen Kanaldeckel reparieren und dazu noch vielleicht wirklich kaputte Laternen ersetzen, wie zum Beispiel die am Parkplatz der Eduard-Mörike-Halle oder den unzähligen anderen, denen mangelnde Wartung das "Leben" gekostet hat und die nicht nur verschmutzt sind.

Beim Anblick dieser Schandflecken, welche natürlich auch die auswärtigen Besucher dortiger Veranstaltungen mitbekommen, klingt das Motto "City first" unserer Frau Oberbürgermeisterin wie Hohn. Das Radrennen mag ja in der "City" stattfinden, aber bei vielen anderen Veranstaltungen wie Volksläufen oder Turnieren zählt auch die Optik der Außenbezirke. Nur immer den Einzelhändlern (und sich selbst?) ein feines Ambiente einzurichten noch dazu auf Kosten aller Bürger finde ich einfach unfair.

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße