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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Offener Schlag in dasGesicht der Wähler

Größer könnte die Ernüchterung nach dem überraschend unklaren Ausgang der Bundestagswahl nicht sein. Umso erstaunlicher ist es, mit welcher Arroganz und Ignoranz führende Politiker versuchen, die eigene Wahlschlappe nach außen hin als einen grandiosen Sieg darzustellen. In öffentlichen Auftritten und Aussagen versucht jeder dem anderen ein Scheitern vorzumachen und beansprucht den Auftrag, eine neue Regierung zu bilden, für sich.

Koalitionen, egal welcher Art, ob eine "Ampelkoalition", eine "Jamaika-Koalition" oder welche wundersamen Konstellationen auch immer, werden erst einmal rigoros im Vorfeld abgelehnt. Parteipolitische Interessen scheinen wichtiger zu sein, als ein vernünftiges Sondieren der schwierigen Situation. Die Wähler haben ein klares Signal gesetzt, nämlich dass keine der großen Parteien derzeit das Vertrauen der Menschen in der Bundesrepublik genießt und in der Lage ist, eine Trendwende einzuleiten.

Nach Ansicht der Experten des Ifo-Instituts muss eine große Koalition nicht Stillstand bedeuten. Mit einer großen Koalition könnten endlich klare Signale gesetzt und Änderungen auch im Bundesrat mit einer Mehrheit durchgebracht werden. Jeder, der meint, dass Neuwahlen eindeutigere Sieger hervorbringen würden, wird enttäuscht sein. Es herrscht eine "Aufbruchsstimmung" und alle Politiker auf lokaler, Landes- und Bundesebene, unabhängig von ihrem Parteibuch, sind aufgefordert, die Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen und Reformen in Bereichen wie Steuern, Altersversicherung, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Subventionsabbau und Privatisierung zum Wohle der Republik und zum Wohle der Menschen durchzuführen.

Necdet Mantar

Kirchheim, Sulzburgstrasse

Fußgängerzone:Quo vadis?

11.30 Uhr in der Marktstraße zwischen Alleenring und Kirchheimer Rathaus. An mein Ohr drang die lautstarke Auseinandersetzung zwischen einem Fußgänger und einem Radfahrer, der versuchte, mit seinem Rad in der dichten Menschenmenge die Marktstraße hinunterzufahren. In zunehmendem Maße ist festzustellen, dass immer mehr Radfahrer verkehrswidrig sowohl die Fußgängerzone als auch den Bürgersteig beziehungsweise die Max-Eyth-Straße zwischen Alleenring und Postplatz befahren.

Da dieser die Fußgänger gefährdende Zustand weder den zuständigen behördlichen Stellen noch den an einer attraktiven Einkaufsstadt interessierten Geschäftsleuten verborgen geblieben sein dürfte, wundere ich mich verärgert, warum ich und andere Fußgänger in der Kirchheimer Innenstadt diesem Verkehrs-Rowdytum permanent ausgesetzt werden.

Die Frage "Quo vadis" beantwortet sich für mich ganz einfach. Wenn sich in Kirchheim an dieser unerträglichen Situation nichts ändert, werde ich dorthin gehen, wo ich gemütlich bummelnd einkaufen kann, ohne vor Radfahrern zur Seite ausweichen zu müssen. Und wenn noch mehr auf diesen Gedanken kämen, dann wäre die Fußgängerzone bald frei für die dahinsausenden Radfahrer und die Geschäftsleute könnten diesen fröhlich zuwinken.

Wulf Kallenberg

Kirchheim, Saarstraße