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Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

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Pragmatismusversus Ideologie

Zur aktuellen Diskussion über den Atomausstieg:

Armes reiches Deutschland. Wie passt das zusammen? Durch den russischen Gas-Stopp ist uns die Anfälligkeit unseres derzeitigen Energie-Mixes drastisch vor Augen geführt worden. Arm: Außer Kohle und und etwas Gas gibt es bei uns nichts. Beides sind "Lieferanten" des Kimaschädlichen

CO2. Reich: (Noch) führend im Bereich der erneuerbaren Energien, zumindest bei Forschung unf Entwicklung. Die Diskussion über den Energie-Mix muss vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit neu geführt werden und zwar pragmatisch. Das gilt sowohl für den Atom-"Ausstiegs"- als auch auf die Atom-"Ausbau"-Dogmatiker. Die Fakten: Eine hochtechnisierte Gesellschaft ist von ausreichender Energieverfügbarkeit essenziell abhängig. Deutschland ist auf Energieimporte angewiesen und damit von anderen abhängig und erpressbar (sehe Ölkrise in den 70ern). Bis heute können die erneuerbaren Energien keinen nennenswerten Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten (zirka 3,4 Prozent). Und hier liegt die Achillesferse des Atomausstiegs. Bis heute ist ungeklärt, wie der 30 prozentige Anteil der Kernenergie bis zum Jahr 2021 (Stillegung des letzten AKW) ersetzt werden soll. Damit ist absehbar, dass das allein durch Energieeinsparung und erneuerbare Energien nicht zu schaffen ist. Laut Prognos-Institut liegt deren Anteil im Jahr 2030 lediglich bei 11,5 Prozent. Aktuell kann das bei Beibehaltung des Atomausstiegs nur den Ausbau der "Verstromung" von Kohle bedeuten. Das würde zu einem extremen Anstieg des Ausstoßes von "

CO2" führen. Ein "toller" Beitrag zur Erderwärmung . Unverantwortlich.

Deshalb: Massiver Ausbau der erneuerbaren Energien (Sonne, Biomasse, Geothermie und eingeschränkt Wind) sowie von Energieeinsparungsmaßnahmen unterstützt durch Förderprogramme (Finanzierung zum Beispiel durch Streichung der Kohle-Subventionen, Öko-Cent). Einfrieren der Energiegewinnung aus fossilen Energieträgern (Kohle, Gas). Verlängerung der Restlaufzeiten bestehender Atomkraftwerke, bis deren Anteil durch erneuerbare Energieträger ersetzt ist.

Gunther Zizelmann

Kirchheim, Bulkesweg

Verwunderlich

Zum Leserbrief "Auch der Verbraucher ist immer wieder gefordert", im Teckboten vom 11. Januar:

Volker Lechner singt die Melodie, die uns von denen vorgesungen wird, die ein Interesse an niederen Löhnen, Sozialversicherungsbeiträgen und -leistungen und an hohen Gewinnen haben. Bei einem Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent im Jahr 2005 halten Unternehmen, Banken und Versicherungen Kapitalrenditen von sieben, zwölf und mehr Prozent für unzureichend, 25 müssten es schon sein. Bei einer durchschnittlichen Entgeltsteigerung von 1,1 Prozent im Jahr 2005 und einer gleichzeitigen Preissteigerungsrate von zwei Prozent, liegt das Ergebnis für die Masseneinkommen und die Arbeitnehmer auf der Hand.

Nun erheben diese und ihre Ge- werkschaften Forderungen in einer Höhe, die zu einer Korrektur früherer Entwicklungen beitragen sollen und die zugleich an den insgesamt gestiegenen Renditen einen höheren Anteil durchsetzen wollen. Es ist verwunderlich, wenn Volker Lechner wie auch andere gegen diese Absicht die Keule der Verlagerung schwingen. Wissen Arbeitnehmer doch längst, dass selbst Lohnverzicht, Verlängerung von Arbeitszeit und Abstriche an Urlaub und Urlaubsgeld zur Verlagerung entschlossene Unternehmen nicht aufhalten. Diese sorgen für sich selbst: Bei Renditen von zwölf und mehr Prozent ist mit Sicherheit nicht an das Gemeinwohl gedacht.

Wieso hält Volker Lechner es für realistisch, Arbeitnehmer und ihre Gewerkschaften zur Zurückhaltung zu ermahnen, angesichts einer langjährigen Abwärtsspirale der Lohn- und Masseneinkommen? Wo für die Binnennachfrage ein kräftiger Schub vonnöten wäre.

Albert Trettin

Jesingen, Lettenäckerstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.