Lokales

Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um ...

Unsere Leserbriefspalte wurde eingerichtet, um sachliche Lesermeinungen zu Veröffentlichungen in unserer Zeitung zu Wort kommen zu lassen. Die von der Redaktion festgesetzte Obergrenze für den Umfang eines Leserbriefs beträgt sechzig Druckzeilen.

Anzeige

Nichts von den Sorgender Ärzte begriffen

Zum Artikel "Dieses Niveau ist eines Arztes unwürdig", im Teckboten vom 6. April:Hätten wir uns auf das Niveau des Herrn Arnold begeben, hätte er Recht. Mit seiner Pressemitteilung zeigt er jedoch nur zu deutlich, dass er nichts, aber auch gar nichts von den Sorgen der Ärzte begriffen hat oder, wohl besser gesagt, nichts begreifen wollte. Es ist ja so einfach, alles nur auf das Finanzielle zu reduzieren. Man kann sich dabei viel leichter in Polemik, Halbwahrheiten und Neidschüren ergehen. Dass, auf der Basis einer solchen Einstellung vieler Politiker, eine sachliche Diskussion nicht möglich ist, haben wir lange genug erlebt.

Es ist tatsächlich eines Arztes unwürdig, wenn er von der Politik dazu gezwungen wird, den Patienten zustehende Leistungen zu versagen, nur weil das Budget nicht reicht. Es ist unwürdig, von ihm zu verlangen, auf Kosten der Patienten am Arzneimittelbudget zu sparen, um keine Einkommenseinbußen zu erleiden oder wenn er denn erfolgreich spart, eine Aufbesserung zu erhalten.

Es ist unwürdig und gegen jedes ärztliches Denken, wenn wir zunehmend gezwungen werden, Gesundheitsdaten unserer Patienten an angeblich bestens vor Zugriff geschützte Institutionen oder Dateien zu offenbaren. Wir haben uns ständig dagegen zu wehren. Es ist unwürdig, eine "Praxiseintrittsgebühr" verlangen zu müssen. Es ist unwürdig, den Patienten dauernd vorzugaukeln, sie hätten den Anspruch auf einen Rolls Royce im Gesundheitswesen, um im Gegenzug Ärzten mit Sanktionen zu drohen, die den Kleinstwagen, den sie anbieten dürfen, mit notwendigem Zubehör ausstatten wollen. Diese täglichen Gewissenskonflikte sind es, die jetzt zu drastischen Reaktionen der Ärzte führen. Es ist sicherlich sehr schmerzhaft, festzustellen, dass sich nicht wenige Sympathisanten der großen Parteien unter den Unterzeichnern der Aufrufe fanden. Anlass zum Nachdenken aber erkennen die Politiker daraus nicht. Sie sind zu sehr damit beschäftigt, sich auf die eigene Schulter zu klopfen.

Wir haben die Hoffnung auf Heilung, nach Entleerung der Eiterbeule, noch nicht ganz aufgegeben.

Dr. Hansjörg Köberle

Kirchheim, Kitteneshalde

"Arme müssenfrüher sterben"

Offener Brief an Rainer Arnold (MdB) zum Artikel "Dieses Niveau ist eines Arztes unwürdig", im Teckboten vom 6. April:Lieber Rainer, ich kann Dich gut verstehen. Du bist traurig und entsetzt darüber, dass Ärzte von München bis Kiel, selbst Deine Fraktions- und Parteimitglieder wie Dr. Herzberg und ich, Sturm laufen gegen Eure gut gemeinten Reformen.

Die Zeit hat uns getrennt. Vor 20 Jahren kämpften wir noch gemeinsam für soziale Gerechtigkeit. Inzwischen bist Du Abgeordneter und zerbrichst Dir den Kopf um Bomber und Panzer im Verteidigungsausschuss. Ich dagegen habe unsere Träume bewahrt. Deshalb wehre ich mich mit meinen Kollegen gegen die Zwei-Klassen-Medizin, die Ihr eingeführt habt. "Arme müssen früher sterben", schreibt Staatssekretär Professor Lauterbach (Spiegel, Nr. 6/2006). Die Praxisgebühr hat zu einem Rückgang von 15 Prozent der Behandlungen geführt, gerade bei den Patienten, für die zehn Euro viel Geld ist. Hartz-IV-Empfänger sind oft nicht krankenversichert, Hunderttausende in Deutschland, und leisten sich deshalb keinen Arzt. Arme müssen früher sterben.

Deshalb ist die Ärzteschaft gegen die Praxisgebühr und gegen das Arzneimittelspargesetz. Und wir sind gegen die elektronische Patientenkarte, die nur für Kassenpatienten eingeführt werden soll. Für Privatpatienten bleibt der Datenschutz 100- prozentig.

Wir Ärzte in Kirchheim wollen fünf Prozent unserer Gewinne abgeben, wenn dafür alle Hartz-IV-Empfänger krankenversichert werden.

Wenn wir Ärzte nicht gegen die Zwei-Klassen-Medizin kämpfen, wer soll es dann tun? Meine SPD tut's bestimmt nicht.

Wir werden weiter demonstrieren. Vielleicht finden wir das nächste Mal auch Patienten in unseren Reihen.

Dr. med. Volker Ehrmann

Kirchheim, Jesinger Straße

Arroganz der ParteienZum Leserbrief von Herrn Dr. Köberle vom 31. März wäre noch viel zu sagen. Vor allem ist die Arroganz der Parteien verblüffend, mit der sie über ihr Versagen hinweg reden. Während der Arzt Dr. Köberle die Misere auf dem Gesundheitssektor anspricht, die doch von den Parteien verursacht ist, liegen die Gründe für den schlechten Zustand des Landes noch viel tiefer.

Der deutschen Wirtschaft ist es zwar hervorragend gelungen, den Mythos des "Made in Germany" aufrecht zu halten (Exportweltmeister). Das ist aber bezahlt mit einer Verlagerung der Arbeitsplätze ins Ausland. Manche Produkte sind überwiegend mit Teilen aus Produktionsstätten der Firmen im Ausland bestückt. Gleichzeitig wurde in den letzten Jahren eine Einwanderungspolitik betrieben, die nicht ausgebildete und minder qualifizierte Menschen ins Land geholt hat, die zum Teil direkt ins soziale Netz eingewandert sind. Inzwischen ist laut Horst Seehofer jeder dritte Rentenbezieher im System ohne eigene Beitragszahlung. Dies sprengt jedes System.

Die Jugend dieser Einwanderer befindet sich wegen der Schulpflicht auf Schulen, in denen sie nicht zurechtkommen und die sie ohne Abschluss verlassen. Zwanzig Prozent der Schulabgänger gelten in der Zwischenzeit als nicht berufsbildungsfähig. Dies stellt eine Zeitbombe dar. Ein Blick ins benachbarte Ausland zeigt, wo das hinführen kann.

Aber was machen die Politiker? Was an Analyse fällig wäre, wird tabuisiert. Wie reagieren die Wähler? Sie verabschieden sich zunehmend vom System. Bei der letzten Landtagswahl haben 23 Prozent CDU gewählt und 13 Prozent SPD. Diese Zahlen ergeben sich, wenn man die abgegebenen Stimmen auf die Gesamtzahl der Wahlberechtigten bezieht. Angesichts der geringen Zustimmung im Volk tun die Parteien doch ungeheuer wichtig. Dabei steht doch im Grundgesetz: "Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit". Mitwirken heißt doch nicht, sich alles unter den Nagel zu reißen. Zum Teil ist das politische Personal auch noch von solcher Qualität, dass es in anderen Bereichen der Gesellschaft auch gar kein Unterkommen finden könnte. Andreas Pinggera Kirchheim, Aichelbergstraße

Verantwortungslose Hundebesitzer

Zum Leserbrief "Niederträchtig und feige" , im Teckboten vom 31. März:Auch wir sind nicht minder betroffen über die Art und Weise, wie Menschen ihre Probleme lösen beziehungsweise wie die beiden Hunde auf qualvolle Weise sterben mussten. Interessanterweise habe ich fast zeitgleich zum Leserbrief von Frau Strewe einen Artikel gelesen, der sehr wohl Gefahren für die Landwirtschaft durch Hundekot sieht. Bei so viel Gegensätzlichkeit fällt mir nur eins ein: "Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."

Fakt ist, dass unser Miteinander von Mensch und Tier nur dann funktionieren kann, wenn gewisse Spielregeln eingehalten werden. Dazu gehört vor allem Rücksichtnahme und die Achtung vor dem Eigentum des anderen. Glauben Sie uns, wir wissen wovon wir reden. Wir wohnen seit 18 Jahren und das sehr gerne in Lenningen, und wir waren uns dessen bewusst, dass uns auf dem Lande manch unangenehmer Duft in die Nase steigen würde. Aber, dass in schöner Regelmäßigkeit viele Hundehaufen unseren Rasen mitten im Wohngebiet verunzieren, das wussten wir nicht.

Wir fragen Sie, wer schützt uns vor den verantwortungslosen Hundebesitzern, die entweder spätabends, des Nachts oder frühmorgens im Schutze der Dunkelheit ihre Hunde Gassi schicken wohlgemerkt unbeaufsichtigt und nicht wissend, welchen Garten sich ihr Hund für die Verrichtung seiner Notdurft aussuchen wird. Nie hatten wir den Hauch einer Chance, den Hund auszumachen, um dann mit Frauchen oder Herrchen ins Gespräch zu kommen, um diesen Missstand aus der Welt zu schaffen.

Unser Ärger ist groß, jedoch würden wir niemals einem Tier etwas antun. Jedoch ist unser Appell an die Hundebesitzer: "Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg' auch keinem andern zu." Vielleicht hilft ganz pragmatisch eine Tüte und eine Schaufel, um hier Abhilfe zu schaffen. Ute und Walter Schröder, Lenningen, Bissinger Straße