Lokales

Unverdrossen gewählt

67 Prozent Wahlbeteiligung davon können die meisten "erwachsenen" Kommunalpolitiker nur träumen. Dass tatsächlich zwei

BIANCA LÜTZ

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Drittel der Wahlberechtigten an der Abstimmung zum Jugendrat teilgenommen haben, scheint auf den ersten Blick wie ein Wunder.

Ein Wunder hat sich sicherlich nicht ereignet, und so manch ein Beobachter mag nun einwerfen, dass die Zahl Augenwischerei ist: Nur weil die Urnen schon in der Woche vor dem Wahlsonntag auf die Schulen verteilt wurden und die Lehrer ihre Klassen kollektiv in die schulischen Wahllokale getrieben haben, konnte solch ein überdurchschnittlich gutes Ergebnis zustande kommen. Hätte sich das Prozedere auf den Wahlsonntag im Rathaus beschränkt, wäre nur ein Bruchteil der Jugendlichen zur Urne geschritten.

Doch allen Unkenrufen zum Trotz: 67 Prozent Wahlbeteiligung können eindeutig als Erfolg verbucht werden. Denn immerhin hat sich eine deutliche Mehrheit der Jugendlichen mit dem Thema Jugendrat auseinandergesetzt. Mit großer Ernsthaftigkeit haben die jungen Wähler Aushänge und Faltblätter mit Informationen über die Kandidaten und deren Ziele studiert, an den Wahltagen ihre Kreuzchen gesetzt und ihre Stimmzettel in die Urnen befördert voller Stolz und mit dem Gefühl, mündige Bürger zu sein.

Damit haben die Jugendlichen einen ersten, aber wichtigen Schritt in Richtung politischer Beteiligung getan und damit einen ersten, aber wichtigen Schritt weg von der allgemein beklagten Politikverdrossenheit. Jetzt ist es an ihnen, die Chancen, die der Jugendrat bietet, zu nutzen und das Gremium mit Leben zu füllen.