Lokales

Vater, Sohn und Heiliger Geist

Die Dreieinigkeit Gottes hat eine Dynamik, innen und nach außen. Vater und Sohn leben und bleiben nicht für sich, sondern offenbaren sich der Welt zum Heil und zur Rettung der Menschen. Der Heilige Geist schafft Glauben, der in Jesus Christus Gott erkennen lässt. So erscheint uns Gottes Väterlichkeit, eine wohltugende Eigenschaft Väterlichkeit.

Eine Woche lang segelten insgesamt 30 Väter und Söhne auf einem Schiff im Meer. Mit vereinter Kraft und gemeinsam wurde das Segelschiff gesteuert. Wetterabhängigkeit und dem Wind und den Gezeiten ausgesetzt kam ein neues Zeitgefühl auf. Es wurde gekocht und geputzt, gespielt und gesungen, geredet und gelacht. Da erlebten die Jungs ihre Väter und erwachsenen Männer. Und umgekehrt sind die Väter ihren Söhnen nahe gekommen und es gab Gelegenheiten für Gespräche und Geschichten.

Anzeige

Spurensuche nach Väterlichkeit in der Bibel wurde morgens vom Pfarrer betrieben. Von Adam über Abraham ging es. Was waren das für Väter ihren Söhnen? Wie hat vermutlich Kain über seinen Vater gedacht? Und es war Zeit, über die bekannte Erzählung von Abraham und Isaak weiter nachzudenken. Abraham war im Begriff, seinen Sohn zu opfern, gezwungenermaßen oder freiwillig. Dann durfte er schließlich einsehen, dass er seinen Sohn nicht höherem opfern sollte und musste.

Es wird von keinem Vater verlangt, dass er seinen Sohn hergeben soll. Wofür werden die Söhne aber nicht alles hingegeben: in Kriegen, am Spiel-Computer, auf dem Arbeitsmarkt, in der Drogenwelt?! Väter müssen sie dort nicht auch noch hinschicken und selber hinbringen, sondern können mit ihrer Väterlichkeit eine davon unabhängige wichtige Bezugsperson bleiben.

Die jungen Selbstmordattentäter und ihre Väter wurden diesbezüglich bedacht. Was meinen sie zu dieser Abrahamsgeschichte, die es ja ebenfalls in der muslimischen Überlieferung gibt. Vielleicht kann man zuhause darüber ins Gespräch kommen, christlich-muslimisch. Der notwendige Dialog der Religionen findet in gegenseitigen Gesprächen statt, in denen wichtige Fragen gestellt und besprochen werden können. Im Gleichnis vom verlorenen Sohn stellt sich dann die Väterlichkeit vollends heraus und eindrücklich dar. Jesus hat dieses erzählen können. Der selber seinen biologischen Vater nicht kannte, in Joseph einen guten Stiefvater hatte und in den Schriftgelehrten im Tempel geistliche Väter bekam, der fand in Gott selber seinen wahren Vater und hat uns Menschen die Väterlichkeit Gottes offenbart.

Die Väterlichkeit als Eigenschaft könnte doch wieder verbreitet werden, nicht nur in der Familie, auch Patchwork-Beziehungen und gegenüber Stiefkindern, gegenüber Jugendlichen auf der Straße, im Betrieb und Wirtschaftsleben, am Arbeitsplatz und im Verein, auch wieder in der Politik. Sie steht neu an und steht den Männern gut als wohl beste und unumstrittene männliche Rolle Väterlichkeit.

Jörg Novak

Pfarrer in Weilheim