Lokales

Veränderungssperre erweitert

Bei einer Enthaltung votierten die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderats erneut mehrheitlich für eine Änderung des Bebauungsplans Steingau. Der Geltungsbereich einer bislang nur für einen Teilbereich geltenden Veränderungssperre soll damit erweitert werden.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Für große Aufregung hatte bekanntlich ein im Dezember vergangenen Jahres bei der Stadtverwaltung eingegangener Antrag gesorgt, das Gebäude Schöllkopfstraße 120 umzubauen und dort ein Großbordell mit 26 Zimmern einzurichten. Verwaltung und Rat hatten seinerzeit rasch reagiert und im Juni für eine Teilfläche im Gewerbegebiet Steingau eine Veränderungssperre beschlossen.

Explizit festgeschrieben wurde in dem textlich erweiterten Bebauungsplan, dass in dem klar abgegrenzten Bereich, "die Errichtung, Änderung oder Nutzungsänderung von baulichen Anlagen zum Zwecke der Einrichtung von Bordellen, Dirnenunterkünften, Eros-Centern, bordellartig betriebenen Massageclubs und ähnlicher Gewerbebetriebe" nicht zulässig ist. Das wurde offensichtlich von allen von der Änderung direkt betroffenen Anliegern als auch von den Ansiedlungswilligen so auch akzeptiert. Ihre nächste Wunsch-Immobilie fanden die potenziellen Neu-Kirchheimer in genau derselben Ecke der Stadt, aber immerhin knapp außerhalb der Grenze des vor Bordellen schützenden Geltungsbereichs der Veränderungssperre.

Ein weiteres in der Zwischenzeit eingereichtes "unmoralisches" Baugesuch hatte sich auf eine Immobilie im Bereich zwischen Leibniz- und Henriettenstraße bezogen und zum Ziel, ein Büro in einen bordellartigen Betrieb umzubauen. Vorgeschlagen wurde von der Stadtverwaltung daher, die schon bordellresistent gemachte Teilfläche entsprechend zu vergrößern und unter den Schutz der Veränderungssperre nun auch das Gebiet zwischen Henrietten- und Kopernikusstraße in die Planungsänderung einzubeziehen. Der Geltungsbereich der Veränderungssperre umfasst damit die gesamte Fläche zwischen Schule, Henriettenstreße und Hegelstraße.

Da sich diese neuerliche Änderung auf die Nachbargebiete nur unwesentlich auswirkt, hatte die Verwaltung festgestellt, dass in diesem Fall auf eine frühzeitige Bürgerbeteilgung verzichtet werden könne. Die Mitglieder des Kirchheimer Gemeinderats teilten diese Einschätzung und sprachen sich bei einer Enthaltung für eine im künftigen erweiterten Planbereich Steingau geltende Veränderungssperre aus.

Ob damit der schwelende Konflikt um eine mögliche "Rote Meile" in der Teckstadt flächendeckend und für immer gelöst ist, darf abgewartet werden . . .