Lokales

"Verantwortung und Glaubwürdigkeit sind wichtig"



IRIS HÄFNER

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NOTZINGEN "Hinter uns liegen Jahre einer intensiven Arbeit, in denen wir wichtige Entscheidungen beraten und umgesetzt haben", zog Notzingens Bürgermeister Jochen Flogaus Bilanz. Insgesamt 68 öffentliche und 67 nicht öffentliche Sitzungen waren in fünf Jahren anberaumt. Dazu kamen noch 40 Ausschusssitzungen. "Die Legislaturperiode des Gemeinderats begann 1999 mit einem Paukenschlag Sturmtief Lothar suchte die Gemeinde heim. Enorme Schäden gab es an der Sporthalle, an Wohnhäusern und im Wald", erinnerte der Schultes.



Danach konnten sich die Gemeinderäte jedoch mit den üblichen Arbeiten befassen: Neubaugebiete, Straßenbaumaßnahmen, Ortskernsanierung oder Spielplätze. "In der Vergangenheit ist es uns gelungen, vieles gemeinsam zu entwickeln und zu entscheiden", lobte Jochen Flogaus. Er erinnerte daran, dass die Bürger mit Aufmerksamkeit beobachten, wie die Politiker auch auf kommunaler Ebene miteinander umgehen. "Verkennen wir also auch und vor allem auf kommunaler Ebene nicht, unsere Verantwortung für Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Akzeptanz der Politik. Nur so können wir erreichen, dass sich die Bürger für das interessieren, was im Rathaus geschieht", so der Schultes weiter.



Nach 24 Jahren verlässt Werner Bosch (CDU) das Gremium. Nahezu ein Arbeitsjahr verbrachte er im Laufe der Zeit auf dem Rathaus. In fast einem Vierteljahrhundert war er an vielen Veränderungen in der Bodenbachgemeinde beteiligt und aus Anlass seiner 20-jährigen Zugehörigkeit zum Gremium bekam er die silberne Ehrennadel des Gemeindetages Baden-Württemberg verliehen.



Den Gemeinderat verlässt auch Eugen Kälberer (CDU). Sein Interesse galt unter anderm der Jugend. "Ich darf hier die Initiative für die Öffnung der Räume an der Zeppelinstraße he-rausstellen", sagte der Schultes. Dass dieses Projekt gescheitert ist, sei nicht an Eugen Kälberer gelegen, sondern am Verhalten der Jugendlichen.



Ludwig Kiltz, ebenfalls CDU, gehörte dem Gremium 15 Jahre an, davon fünf Jahre als zweiter stellvertretender Bürgermeister, und schied auf eigenen Wunsch aus dem Gremium aus. In allen drei Wahlen konnte er enorme Stimmenanteile auf sich vereinigen. "Der Name Kiltz wird weiterhin dem Gremium angehören, wir müssen nur den Vornamen ändern, da die Gemeinderatstätigkeit mit dem Sohn weitergeht", blickte Jochen Flogaus in die nahe Zukunft.



Der CDU-Fraktion wird neben Rudolf Kiltz auch Georg Frank erstmals angehören. Ebenfalls neu in den Gemeinderat gewählt wurde Jürgen Wagner für die Unabhängige Kommunale Wählervereinigung (UKW), die damit einen Sitz dazu gewonnen hat.



Dem neuen Notzinger Gemeinderat gehören zwar nicht mehr Frauen an als im vergangenen: "Mit rund 29 Prozent Frauenquote liegen wir damit über dem Landesdurchschnitt von knapp 21 Prozent", hob Jochen Flogaus hervor.



"Nachdem die Zukunft mehr vom 'Können' als vom 'Wollen' bestimmt sein wird, gilt es vor allem, den nach wie vor umfangreichen Aufgabenkatalog sorgfültig nach Prioritäten zu ordnen", gab der Schultes dem neuen Gemeinderat mit auf den Weg. "Die Aufgaben werden schwieriger zu bewältigen sein als bisher. Dafür brauchen wir im Gemeinderat die Bereitschaft zum Konsens bei Sachentscheidungen", wünscht sich der Schultes.

Jochen Flogaus (rechts außen) verabschiedete die CDU-Gemeinderäte Eugen Kälberer, Ludwig Kiltz und Werner Bosch (von links nach rechts).