Lokales

"Verkehrskollaps auf Fildern vermeiden"

Eine zögerliche Haltung werfen die Freien Wähler dem Verband Region Stuttgart vor. Er trete nicht mit dem nötigen Nachdruck für eine zeitgemäße S-Bahn-Erschließung von Messe und Flughafen ein. Mit einem konkreten Lösungsvorschlag gehen nun die Freien Wähler das Problem an.

KREIS ESSLINGEN Die Freien Wähler in den Kreistagen Esslingen und Ludwigsburg, unterstützt durch die Regionalfraktion, fordern eine deutlich bessere Anbindung der Neuen Messe und des Flughafens an den ÖPNV. Vorgeschlagen wird eine attraktive Führung der S 5 zu diesen wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Im Gegensatz zu Regionaldirektor Dr. Steinacher, der diesen Vorschlag mit ins Gespräch gebracht hat, verdrängt wohl sein Chefplaner Dr. Vallée, dass in neun Monaten auf den Fildern, neben dem Flughafen mit über zehn Millionen Fluggästen im Jahr, die Neue Messe in Betrieb geht, von der man hofft, dass sie einen Aufschwung ins Wirtschaftsgeschehen der Region bringt. In weiten Kreisen der Öffentlichkeit befürchtet man bei zugkräftigen Messen einen Verkehrskollaps.

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"Wenn man schon eine solche Kumulierung von Infrastruktureinrichtungen plant, sollte man berücksichtigen, dass eine leistungsfähige ÖPNV-Anbindung in heutiger Zeit einen unverzichtbaren Faktor darstellt", betont BM a. D. Rainer Häußler, der ÖPNV-Experte der Esslinger Kreistagsfraktion. Zur Messe am Killesberg fahren zur CMT-Zeit Langzüge der SSB im Fünf-Minuten-Takt und gewöhnlich im Zehn-Minuten-Takt. "Diese Beförderungskapazität kann eine S-Bahn im 10/20-Minutentakt niemals erreichen", so Häußler.

Die Aussage des Verbands Region Stuttgart, dass der Vorschlag der Freien nicht oder nur mit hohem Aufwand realisierbar sei, halte einer Nachprüfung nicht stand. Bereits im November 2006 wurde von den Freien Wählern im Esslinger Kreistag aufgezeigt, wie man die Linie S 5 zur Messe/Flughafen führen und die jetzt noch vorhandene Zugfolgenbeschränkung im Tunnelbereich durch eine liniengesteuerte Zugbeeinflussung (LZB) technisch auflösen kann.

"Unbestreitbar kostet eine ordentliche ÖPNV-Erschließung von Flughafen und Messe auch etwas. Es ist erfreulich, dass man bei der Region einmal an die Kosten denkt. Die Region und damit alle Bürgerinnen und Bürger mit ihren Kommunen zahlen 51 Millionen für die Messe. Darin müssen die zwei Millionen Euro für eine ÖPNV-Erschließung enthalten sein", verweist Fraktionsvorsitzender Alfred Bachofer auf die enorme Vorleistung der kommunalen Seite. Die Einrichtung einer liniengesteuerten Zugbeeinflussung muss auch der DB etwas wert sein. Sie garantiert auf der überlasteten Strecke Hauptbahnhof Schwabstraße mehr Sicherheit und vor allem Pünktlichkeit, die gerade dort heute zu wünschen übrig lasse.

Was steuert das Land zur Erschließung seiner Messe und des Flughafens bei? fragen die Freien Wähler. Es könne nicht angehen, dass man die Kosten einer zeitgemäßen ÖPNV-Erschließung einer Landesmesse und des überregionalen Flughafens allein den Kommunen auflade.

Daher sind die Freien Wähler im Landkreis Esslingen und in der Region nach wie vor der Meinung, dass dringend etwas getan werden müsse, wolle man die Fildergemeinden und vor allem auch den Flughafen an Messespitzentagen nicht im Individualverkehr ersticken lassen. Das wäre dann tatsächlich eine gute wenn auch sehr späte Planung. Entsprechende schriftliche Anträge wurden bei den Kreisverwaltungen in Esslingen und Ludwigsburg eingereicht.