Lokales

Verkehrssicherheit fordert Umwege

Zu den "Lebensadern" vom Tal auf die Alb hinauf und auch runter zählen nun einmal die Steigen. Derzeit allerdings wird von den motorisierten Verkehrsteilnehmern entweder viel Geduld erwartet oder aber müssen größere Umwege in Kauf genommen werden. Nahezu zeitgleich wurde mit Sanierungs- und Felsarbeiten an der Ochsenwanger und der Gutenberger Steige begonnen.

RUDOLF STÄBLER

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KREIS ESSLINGEN Bereits 1810 wurde die Ochsenwanger Steige gebaut. Grund war damals, dass man großes Interesse daran hatte, einen kurzen Weg von der Schopflocher Torfgrube und dem Ochsenwanger Marmorsteinbruch an den Neckar zu schaffen. Die Kosten für den Bau beliefen sich damals auf 1765 Gulden. Davon trug die Staatskasse zwei Drittel und die Bissinger und Ochsenwanger Gemeinde bezahlten zusammen ein Drittel.

Der erste Weg von der Ochsenkarrensteige zum asphaltierten Albaufstieg erfolgte allerdings mehr als hundert Jahre später. Nach etlichen weiteren Ausbaumaßnahmen in den vergangenen Jahren ist heute die Ochsenwanger Steige einer der Hauptwege, nicht nur für Pendler, sodern vor allem auch an schönen Wochenenden für Naherholungssuchende, um auf die Schwäbische Alb zu kommen.

Seit Anfang Dezember sieht sich die Steige in Ochsenwang einer erneuten Sanierung "ausgesetzt". Das Straßenbauamt des Landkreises Esslingen hat die Bauarbeiten im Zuge der K 1250 zwischen Bissingen und Ochsenwang veranlasst. Die Baumaßnahme erstreckt sich auf eine Gesamtlänge von rund 1,6 Kilometern. Sanierungsarbeiten sind nicht nur an der Fahrbahn, sondern auch im Untergrund notwendig geworden. Henning Hoyler, Amtsleiter des Staßenbauamtes im Landkreis Esslingen, hält besonders die Behebung der Rutschungen und Senkungen der Straße für sehr zeit- und geldaufwändig.

Teilweise müsse die Baufirma weit auskoffern, um auf festen Grund zu kommen. Die "Löcher" werden dann mit grobem Gestein aufgefüllt und die eingebrachte Masse muss zunächst mit Fangnetzen gesichert werden, bevor wieder der Schlussbelag aufgebracht werden kann. Für die gesamte Baumaßnahme wird laut Kostenvoranschlag beim Landkreis mit einem Aufwand von knapp über einer Million Euro ausgegangen.

Die Arbeiten werden in mehreren zeitlich aufeinanderfolgenden, jeweils rund 300 m langen Bauabschnitten ausgeführt. Dadurch kann der Pkw- und Omnibusverkehr einspurig im Gegenverkehr mit Ampeln aufrechterhalten werden.

Kein Durchkommen gibt es allerdings für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einschließlich Anhänger und Zugmaschine. Auch Sperrschilder für Radfahrer sind aufgestellt. Für die ist neben dem Fahrzeugverkehr kein Platz mehr. Einige ganz "Mutige" wagen den Aufstieg doch und müssen dann durch die Baustellen ihr Rad schultern, anders ist kein Vorwärtskommen möglich.

Gutenberger Steige ist zuVoll für den Verkehr gesperrt ist seit dem 25. September dagegen die Gutenberger Steige. Um eine Gefährdung der Verkehrsteilnehmer durch herabstürzende Felsbrocken zu verhindern, müssen mehrere Felsen durch Schutzzäune gesichert werden. Dadurch ist die Bundesstraße 465 zwischen Gutenberg und Schlatterhöhe bis mindestens Anfang November nicht befahrbar. In dieser Zeit werden zunächst Bäume gefällt und Steinschlagschutzzäune erstellt. Im Anschluss daran werden die Sicherungsarbeiten abschnittweise mit halbseitiger Sperrung fortgesetzt. Sofern die Witterung es zulässt, solle die Baumaßnahme nach Angabe der Straßenbaubehörde beim Regierungspräsidium in Stuttgart bis etwa Mitte Dezember abgeschlossen sein. Bei dieser Baumaßnahme ist der Bund als so genannter Straßenbaulastträger der Zahlungspflichtige. Beim zuständigen Regierungspräsidium in Stuttgart rechnet man mit Gesamtkosten von rund 1,3 Millionen Euro.

Zufrieden ist man bei der Behörde auch mit dem derzeitigen Baufortschritt. Noch liegt man, auch wenn die Witterung zurzeit die Fällarbeiten gerade nicht vereinfacht, im ausgegebenen Zeitplan.