Lokales

"Verkehrsunfall mit radioaktivem Stoff"

Den Ernstfall probten am vergangenen Dienstagabend der Messzug der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern und der Strahlenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim in einer gemeinsamen Übung im Industriegebiet Bohnau.

KARL STOLZ

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KIRCHHEIM

Der Leitstelle Esslingen wurde ein Unfall mit zwei Fahrzeugen in der Nähe der Einsteinstraße gemeldet, laut Hinweis vom Fahrer des Kleintransporters, befinde sich bei seinem Ladegut auch ein Behälter mit radioaktivem Inhalt, so die Übungsannahme. Alarmiert wurden daraufhin der Messzug der Freiwilligen Feuerwehr Ostfildern, bestehend aus dem ABC-Erkundungskraftwagen und dem Gerätewagen Messtechnik, sowie der Strahlenschutzzug der Freiwilligen Feuerwehr Kirchheim. Der Strahlenschutzzug Kirchheim besteht derzeit aus insgesamt 22 Einsatzkräften der Abteilungen Jesingen und Nabern. Die technische Ausstattung besteht aus einem Löschfahrzeug 8 mit einem Strahlenschutzanhänger und einem Mannschaftstransportwagen.

Die zuerst am Unfallort eingetroffenen Einsatzkräfte stellten fest, dass ein Pkw mit großer Wucht auf einen Kleintransporter aufgefahren war. Durch den heftigen Aufprall öffneten sich die Hecktüren und der Großteil des Ladeguts wurde dabei auf die Fahrbahn geschleudert. Der Fahrer des aufgefahrenen Pkw befand sich noch im Fahrzeug, war jedoch ansprechbar.

Aufgabe der Einsatzkräfte aus Ostfildern war, mit dem ABC-Erkundungskraftwagen Messungen an der Einsatzstelle und der näheren Umgebung vorzunehmen. Ferner wurde nach dem Ladegut gesucht und erkundet, ob eventuell radioaktive Strahlen austraten. Eine akribische Tätigkeit bei Dunkelheit. Im Gerätewagen Messtechnik erfolgte dann die Auswertung der Messergebnisse (Behälter mit radioaktivem Material festgestellt), deren Dokumentation und die Weiterleitung der Informationen an den Strahlenschutzzug.

Die Besatzung des Strahlenschutzzuges, die zwischenzeitlich die Absicherung der Unfallstelle und eine weiträumige Absperrung vorgenommen hatte, war nun gefordert. Umfangreich waren dabei die Sicherungsmaßnahmen. Die persönliche Schutzausrüstung besteht aus Atemschutzgerät, Kontaminationsschutzanzug, Gummistiefel, Handschuhe und Dosimetrie. Zeitgleich, als der Trupp mit dem Messgerät zum Fahrer des Wagens vorging, wurde außerdem ein Kontaminationsnachweisplatz aufgebaut.

Nach der Befreiung des Fahrers unter Sicherstellung des Brandschutzes, wurde dieser vorschriftsmäßig einer Überprüfung auf Verstrahlung unterzogen. Diese ergab jedoch keinen Nachweis einer Verstrahlung. Nun galt es, das radioaktiven Stoff enthaltene Ladegut zu bergen. Glücklicherweise wurde nur die Verpackung, nicht jedoch deren Inhalt, beschädigt. Trotzdem wurde das Behältnis in ein strahlungssicheres Aufnahmeequipment gebracht. Abschließend erfolgte vorschriftsmäßig die Überprüfung der im Sicherheitsbereich tätigen Einsatzkräfte auf eine eventuelle Kontamination.

Äußerst zufrieden zeigten sich sowohl Kirchheims Stadtbrandmeister Roland Schultheiß, dessen Stellvertreter Günther Pfizenmaier, als auch Friedhelm Müller (Stadtbrandmeister in Ostfildern) und Gerhard Hanekamm (Abteilungskommandant Nellingen) sowohl über den Leistungsstand vom Messzug Ostfildern und dem Strahlenschutzzug Kirchheim, als auch über das Engagement der Einsatzkräfte.