Lokales

Verlässlicher Partner und Streiter für die Gemeinde

Versehen mit den besten Wünschen und Gottes Segen kann Holzmadens Bürgermeister Jürgen Riehle in seine zweite Amtszeit in der Urweltgemeinde gehen. Im Rahmen einer Festsitzung des Gemeinderats in der Gemeindehalle wurde er für weitere acht Jahre in sein Amt eingesetzt.

RUDOLF STÄBLER

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HOLZMADEN Bei der Bürgermeisterwahl am 29. Januar wurde Jürgen Riehle von der Bevölkerung mehrheitlich in seinem Amt bestätigt. Jetzt wurde er von Gemeinderat Gert Hauschild wieder in sein Amt verpflichtet.

Doch bevor es so weit war, nahmen zahlreiche Redner die Gelegenheit wahr, dem neuen und alten "Schultes" zu seiner Wiederwahl zu gratulieren und ihm für seine zweite Amtszeit die besten Wünsche mit auf den Weg zu geben.

Den Reigen der Redner eröffnete sein Stellvertreter Rainer Stephan, der die Gäste in der Holzmadener Gemeindehalle begrüßte und sich darüber freute, dass auch die ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Otto Vogt und Jürgen Berner zu der Festsitzung gekommen waren. Ein besonderer Gruß galt Bürgermeister Antoine Subtil aus der französischen Partnergemeinde Connantre, der es sich nicht hat nehmen lassen, bei der Verpflichtung von Jürgen Riehle als Gast dabei zu sein.

Stephan erinnerte in kurzen Worten an die erste Amtszeit von Jürgen Riehle. Diese sei geprägt gewesen von Baumaßnahmen zur wichtigen Substanzerhaltung an den öffentlichen Gebäuden Schule, Kindergarten, Gemeindehalle, Feurwehrmagazin und Rathaus. Großen Raum nahm die umfangreiche Sanierung des Kanalnetzes ein. Die Aussegnungshalle wurde großzügig geplant und gebaut und zeitgleich wurde der Friedhof umgestaltet. An der Einmündung der Kreisstraße in die Landesstraße erleichtert jetzt ein Kreisverkehr den Verkehrsfluss und die Gestaltung der Insel mit Holzmadener Urweltelementen habe der Gemeinde große Aufmerksamkeit gebracht. Das neue Wohngebiet "Ringstraße" konnte erst kürzlich seiner Bestimmung übergeben und damit eine innerörtliche Erschließungslücke geschlossen werden. Als eines von vielen weiteren Vorhaben nannte Stephan noch die Investitionen bei Feuerwehr und Vereinen.

Trotz allem, so der Vize-Bürgermeister, sei die finanzielle Situation in Holzmaden im Vergleich zu anderen Gemeinden noch gut. Die Pro-Kopf-Verschuldung sei erfreulich niedrig und die Rücklage habe zugelassen, dass der aktuelle Haushalt ausgeglichen werden konnte und noch einen Notgroschen zu haben. Mehrere Klausuren des Gemeinderats haben die Chance eingeräumt, Dinge tiefer zu diskutieren und Neues anzugehen. Im Ausblick auf die kommenden Jahre treffe es sich gut, dass die Gemeinde in der glücklichen Lage sei, alle bedeutenden Maßnahmen erledigt zu haben. Es stünden so keine Großinvestitionen in Millionenhöhe mehr an. "Wir brauchen kein neues Rathaus, keinen Fußgängersteg, keine Tiefgarage und kein Mineral-Freizeitbad." So stelle sich für die Gemeinde Holzmaden die Aufgabe der Selbstständigkeit und damit die Eingemeindung in eine Nachbarkommune nicht. "Wir hier sind stark genug, uns selber zu regieren und zu verwalten." Abschließend gratulierte Stephan Jürgen Riehle im Namen des Gemeianderats nochmals zur Wahl und wünschte ihm für seine zweite Amtsperiode alles Gute.

In Vertretung des erkrankten Landrats Heinz Eininger überreichte dessen Stellvertreter Matthias Berg Bürgermeister Riehle die Wahlprüfungsurkunde und wünschte ihm für die nächsten acht Jahre Kraft für die täglichen Aufgaben. Dabei sicherte er ihm die Unterstützung von Landrat und Landratsamt zu. Berg ging auch noch kurz auf den Wahlkampf in Holzmaden ein und verurteilte die Aktion am Vorabend der Wahl. So konnten die Wahlbewerber nicht mehr reagieren und es war keine Auseinandersetzung mit Argumenten und Personen mehr möglich. "Dies ist aber das Wesen der Demokratie und Demokratie ist ein hohes Gut." Und die Demokratie, so Berg weiter, sollte durch taktische Überlegungen nicht in ihrem Ansehen geschädigt werden. Und dann gab es Lob für den Wiedergewählten. Unter der Leitung von Jürgen Riehle konnten in den letzten acht Jahren 3,3 Millionen Euro investiert werden. In derselben Zeit konnten die Schulden um 75% zurückgeführt werden auf nur noch 400 000 Euro. Bei Rücklagen von 700 000 Euro könne man daher heute Holzmaden zu den praktisch schuldenfreien Gemeinden des Landes rechnen. Berg ging auch auf die blühende Vereinslandschaft und das vorbildliche bürgerschaftliche Engagement in der Urweltgemeinde ein. "Ich möchte die Bürgerinnen und Bürger ermuntern, sich auch weiterhin für die Gemeinschaft zu engagieren."

Trotz der Vorgaben der Regionalplaner sei es gelungen, auch ein angemessenes Wachsen der Gewerbegebiete zu planen und umzusetzen. Für die Bedürfnisse der Menschen wurden in Holzmaden durch die Erschließung von Wohn- und Gewerbegebieten Vorbildliches geleistet, betonte Berg. Nicht umsonst stehe die Gemeinde in einer IHK-Studie in der Kategorie der kleinen Gemeinden im Kreisgebiet auf dem dritten Platz der wirtschaftlich attraktivsten Kommunen.

Berg wörtlich: "Bei Ihrem Dienstantritt haben Sie versprochen, sich für die Gemeinde Holzmaden voll zu engagieren. Das Versprechen haben Sie gehalten. Sie sind ein verlässlicher Partner, der die Interessen der Bürgerinnen und Bürger an erster Stelle sieht. Ihre Sachaussagen sind klar und zukunftsgerichtet. In Verhandlungen sind Sie ein fairer Streiter für die Holzmadener Interessen. Auch um Ausbildungsplätze haben Sie sich gekümmert. Es wurden neue Wege eingeschlagen die gemeinsame Ausbildung mit der Firma Rollteck wurde von der IHK Region Stuttgart mit dem Innovationspreis ausgezeichnet." Und dann schrieb ihm, in Bezug auf die Wiederwahl, der Landrats-Vize noch ins persönliche Stammbuch: "Was juckt es die Eiche, wenn sich an ihr eine Wildsau reibt."

Den Reigen der Grußworte setzte Weilheims Bürgermeister Hermann Bauer fort. Er überbrachte die Glückwünsche der Stadt Weilheim, der Verwaltungsgemeinschaft und der Bürgermeistervereinigung sowie des Gemeindetags. Auch er richtete eine persönliche Botschaft an seinen Kollegen. Früher habe es bei den Bürgermeistern geheißen: "Lerne zu klagen, ohne zu leiden", jetzt heißt es: "Lerne zu leiden, ohne zu klagen."

Pfarrer Andreas Taut bedankte sich für die "gemeinsam geleistete Arbeit" und bescheinigte Riehle keine "Kirchtumspolitik" betrieben zu haben. Vereinsvertreter Bernd Stark verwies auf das stets intakte Vereinsleben in der Gemeinde immer unter dem Motto "Zusammenhalt und Freundschaft". Er wünschte sich auch weiterhin einen "sportlich und fairen Umgang" miteinander.

Das Schlusswort hatte in der vom Gemischten Chor "Frohsinn" und dem Musikverein umrahmten Festsitzung Bürgermeister Jürgen Riehle. Zusammen mit der Verwaltung und dem Gemeinderat wolle er dazu beitragen, dass die Gemeinde nicht in Schieflage gerate. Er versprach, dass man sich dem gesellschaftlichen Wandel stellen werde und die notwendigen Aufgaben anzugreifen. "Mit den Vertretern der Organisationen, Vereine und Kirchen und vor allen Dingen mit den Bürgern möchte ich auch künftig unsere Gemeinde Holzmaden in eine gute Zukunft führen helfen Sie mir bitte dabei, alleine geht das nicht. Natürlich durfte auch an diesem Abend der so beliebte "Ständerling" nicht fehlen.