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Vermasseln esdiesmal die Grünen? Zur ...

Vermasseln esdiesmal die Grünen?

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Zur Wahlempfehlung von Palmer für Schuster in Stuttgart:Zunächst klang es politisch vernünftig und strategisch clever: Der von seinem Abschneiden sichtlich enttäuschte und aussichtslos im Rennen liegende grüne OB-Bewerber Boris Palmer warf in Stuttgart das Handtuch. Doch dann wollte man seinen Ohren nicht trauen: Ganz unverhohlen bekannte er plötzlich seine Vorliebe für CDU-Amtsinhaber Schuster, weil es mit ihm angeblich größere programmatische Übereinstimmungen gibt. Kopfschüttelnd fragt man: Wozu hat dann Palmer eigentlich seinen ganzen Wahlkampf gegen Schuster ausgerichtet und für frischen Wind geworben? Kein Mensch versteht, warum Palmer jetzt eine Lanze für Schuster bricht, dem selbst Anhänger den Charme eines Aktenordners bescheinigen. Will er es der SPD heimzahlen, weil deren Führung vor acht Jahren durch strategisches Versagen womöglich einen grünen OB Rezzo Schlauch verhinderte?

Man hätte erwarten dürfen, dass diese atmosphärische Klippe im Vorfeld verlässlich ausgeräumt wird. Palmer erweist sich im entscheidenden Moment als noch zu grün hinter den Ohren. Die Landeshauptstadt ist für den egozentrischen Nachwuchsstar eine Nummer zu groß. Die überwältigende Mehrheit seiner Anhänger aus dem ersten Urnengang wird indes hoffentlich mündig genug sein, um bei der Stichwahl das klügere Votum abzugeben. Schließlich ging es ja auch den Grünen mal um einen Politikwechsel für Stuttgart.

Mit Ute Kumpf von der SPD gibt es eine überzeugende Alternative, zumal eine gestandene Frau, die für bessere Lösungen in der Landeshauptstadt steht und mit ihrer starken Ausstrahlung für Aufbruchstimmung darüber hinaus sorgen kann. Es wäre ein dummer, ärgerlicher, ja politisch folgenschwerer Schwabenstreich, sollte Schuster sich erneut ins Fäustchen lachen können, nur weil es diesmal die Grünen vermasseln. Martin Mendler

Kirchheim, Armbruststraße