Lokales

"Vernünftige Lösung gefunden"

Im Kindergarten Brucken werden für zwei volle Gruppen zu wenig Kinder erwartet. Deshalb gibt es zwar weiterhin zwei Gruppen, allerdings eine vergrößerte mit bis zu 28 Kindern und eine Kleingruppe mit maximal 15 Kindern.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Die Problematik sind die zurückgehenden Kinderzahlen. Die sprechen in Brucken leider Bände", sagte Hauptamtsleiter Günther Kern in der jüngsten Sitzung des Lenninger Gemeinderates. In den bestehenden beiden Gruppen können bis zu 56 Kinder aufgenommen werden, tatsächlich waren im Januar dieses Jahres 26 Buben und Mädchen im Bruckener Kindergarten. Auch Hochrechnungen ergaben keine allzu höheren Kinderzahlen.

Mit Blick auf diese Zahlen schlug die Verwaltung vor, Personal einzusparen. Das Konzept sieht vor, eine Vollgruppe mit 28 Kindern einzurichten und eine Kleingruppe, die zwischen 10 und 15 Kinder aufnimmt. "Damit können wir eine Erzieherin einsparen", so Günther Kern. Damit wird die Fachkraft jedoch nicht arbeitslos. Da der Gemeinderat in derselben Sitzung beschloss, eine Ganztagesgruppe einzurichten, wird das neue Tätigkeitsfeld der Erzieherin in Unterlenningen sein.

An der Qualität der Betreuung soll es keine Einschränkungen geben. "Ich finde diese Regelung nicht unbedingt gut, aber es ist eine vernünftige Lösung", erklärte Bürgermeister Schlecht. Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft würde es deshalb in Brucken nicht geben, versprach er.

Georg Zwingmann meldete in Bezug auf eine Gruppenstärke von 28 Kindern Bedenken an. Er sprach sich dafür aus, maximal 25 Kinder in eine Gruppe aufzunehmen und den Rest auf die Kleingruppe zu verteilen. "Mit Bildung und Förderung hat eine so große Gruppe nichts zu tun. Das wäre ein reines Betreuungsangebot, als qualitätsvolle Arbeit könnten wir dies den Eltern nicht verkaufen", so seine Einschätzung.

"Wir werden in Zukunft immer mehr dazu gezwungen sein, flexibel zu reagieren", erklärte Günther Kern. Eine 20-jährige Laufzeit eines Beschlusses werde immer weniger Realität. "Das Gefüge ändert sich laufend. Familien ziehen weg, andere kommen dafür nach Lenningen, nichts hat eine feste Größe", so die Erfahrung des Hauptamtleiters. Er ist jedoch zuversichtlich, dass sich vieles in der Praxis von alleine regelt.

"Wir sollten uns die Chance, Kosten einzusparen und trotzdem eine gute Betreuung für die Kinder zu haben, nicht entgehen lassen", warb Michael Schlecht für das Konzept. Sollte es aus irgendwelchen Gründen nicht funktionieren, müsse nach einer akzeptablen Lösung gesucht werden. "Die Einsparungen können nicht auf Kosten der Kinder gehen", versprach der Schultes.

Georg Zwingmann forderte daher einen Zwischenbericht für Januar 2006. Zudem wünscht er sich, dass die Eltern an dem Prozess beteiligt werden.

Laut einstimmigem Beschluss des Gremiums werden die beiden bisherigen Vollgruppen nach den Sommerferien als eine Voll- und eine Kleingruppe betrieben.