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"Verordnung gefährdetLehrerausbildung"

KIRCHHEIM Eine neue Verordnung des Kultusministeriums gefährdet nach Ansicht der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) die Qualität der Lehrerausbildung an den Seminaren für Didaktik und Lehrerbildung in Esslingen (Gymnasien) und Nürtingen (Grund- und Hauptschulen). Dort werden nach dem Studium in einer engen Theorie-Praxis-Verzahnung angehende Lehrerinnen und Lehrer auf ihre Tätigkeit an den Schulen vorbereitet.

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"Wenn die geplanten Kürzungen von Ausbildungsinhalten und die Arbeitszeiterhöhung für die Dozenten Wirklichkeit würden, werden viele junge Lehrerinnen und Lehrer schlechter auf ihren schwierigen Beruf vorbereitet", befürchtet der GEW-Kreisvorsitzende Hans Dörr.

Das Kultusministerium plane, die Arbeitszeit des Personals um mindestens 30 Prozent zu erhöhen. Bei den Ausbildungsinhalten für die angehenden Pädagogen soll die Ausbildungszeit in einigen Bereichen um bis zu 25 Prozent verringert werden. Die GEW schlägt vor, die neue Verordnung nicht in Kraft zu setzen, sondern mit den Beschäftigten und den Personalvertretungen eine neue Verwaltungsvorschrift zu erarbeiten.

Die hohe Zahl von Pensionierungen in den kommenden zehn Jahren macht nach Aussage des GEW-Kreisvorsitzenden auch im Landkreis Esslingen die Einstellung einer großen Zahl von Lehrkräften notwendig. Damit sei die einmalige Chance verbunden, Einfluss auf die künftige Personalentwicklung zu nehmen. Diese Möglichkeit nutze das Kultusministerium durch den gegenwärtig vorliegenden Entwurf einer Verordnung aber in keiner Weise.

pm