Lokales

Verschiedene Einsatzszenarien erfolgreich geübt

Die Freiwillige Feuerwehr Holzmaden stellte am Samstag mit drei Übungsteilen der Bevölkerung auf eindrucksvolle Weise ihre Einsatzbereitschaft unter Beweis. Im Anschluss an die Übung wurde der neu erstellte Garagenanbau offiziell seiner Bestimmung übergeben.

RAINER STEPHAN

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HOLZMADEN Punkt 15.30 Uhr wurde die Feuerwehrleitstelle Esslingen alarmiert. Grund war die Übungsannahme, dass ein junger Mann unter seinem Fahrzeug eingeklemmt war. Nach der Lageerkundung durch den Einsatzleiter der Holzmadener Feuerwehr, kümmerte sich ein wenig später eintreffendes Helferteam des Deutschen Roten Kreuzes um den Verletzten.

Der Feuerwehrtrupp hob das Fahrzeug, sodass die Besatzung des Löschfahrzeugs das Unterbaumaterial unters Fahrzeug schieben konnte. Mit der Schaufeltrage wurde der Verletzte dann durch die Sanitäter behutsam geborgen. Um das Einlaufen von Dieselkraftstoff in die Entwässerung zu vermeiden, dichteten die Feuerwehrmänner den Ablauf mit Kanaldichtkissen ab.

Übers Mikrofon unterrichtete Kommandant Volker Bertsch die zahlreichen Zuschauer über den Übungsablauf und die verschiedenen Übungskomponenten.

Im zweiten Übungsteil musste ein bewusstloser Arbeiter vom Garagenflachdach geborgen werden. Die Schwierigkeit bestand darin, den Arbeiter auf der Krankentrage nach unten zu befördern, Diese Herausforderung wurde bravourös gemeistert. Mit einem fachmännischen "Leiterhebel" kam die verletzte Person wohlbehalten auf dem Boden an. Die zuvor über 1 92 22 den Notruf des Rettungsdienstes herbeigerufenen "First Responder" des DRK mussten noch eine Vakuummatratze am gebrochenen Fuß des Opfers anbringen.

Ordentlich heiß wurde es allen bei der dritten Übung. Eine außerhalb der Ortschaft gelegene Hütte war aus ungeklärten Gründen in Brand geraten. Neben der sofortigen Wasserentnahme aus dem 500-Liter-Tank des Tanklöschfahrzeugs wurde eine weitere Zapfstelle aus dem Bach zur Löschung der lichterloh brennenden Holzhütte aufgebaut. Wegen der starken Feuer- und Hitzeentwicklung musste das benachbarte Bauhofgebäude zu dessen Schutz ordentlich nass gespritzt werden. Tief beeindruckt konnten die Zuschauer "live" miterleben, welche Kräfte die Naturgewalt Feuer freisetzen kann.

In der Manöverkritik wies Volker Bertsch darauf hin, dass der Personenkraftwagen für den ersten Übungsteil der Feuerwehr "geschenkt" worden sei. "Die Sorgen um den Bauhof waren gewollt", kommentierte der Kommandant die erfolgreiche Gebäudesicherung während des Feuers.

Kreisbrandmeister Bernhard Dittrich wies lobend auf die gute Darstellung aller Übungsteile hin und erteilte Verbesserungsvorschläge für wenige Schönheitsfehler. Er betreibe "konstruktive Kritik, keine Schönfärberei".

Grund zum Feiern gab es zum Abschluss der Übung mit der Übergabe des neuen Garagenanbaus. In enger Zusammenarbeit von Gemeinde, Feuerwehr und der Lieferfirma wurden Planung und Bau der Garage vorangetrieben. Dass die vom Gemeinderat bereitgestellten Mittel ausreichten, ist auf den hohen Anteil an Eigenleistungen der Feuerwehr zurückzuführen. Dank des neu gewonnenen Raumes hat nun wieder jedes Fahrzeug der Feuerwehr einen eigenen Stellplatz im Trockenen.

Der einstimmige Beschluss des Gemeinderats für die Garage und die Durchführung des Baus ohne einen Architekten, waren für Kommandant Bertsch prägnante Punkte. Über 500 Arbeitsstunden seien allein für die Wanddurchbrüche, die Installation und sonstige Arbeiten von den "frei gestellten" Feuerwehrmännern zusätzlich geleistet worden. Paul Molter habe die alten Fenster aus- und in der Garage wieder eingebaut. Zudem erhielten noch alle anderen Garagenräume einen neuen Anstrich in Eigenleistung. "Wenn die Kassen leer sind, muss man das Mögliche bewerkstelligen", lautete das Credo des Kommandanten.

Bürgermeister Jürgen Riehle hob die Notwendigkeit des Garagenbaus hervor und dankte den Feuerwehrleuten für den Arbeitseinsatz. Die ursprünglich angedachte Boxenlösung im Streusalzlagerbereich habe sich sehr schnell wegen der fehlenden Frostsicherheit und der Mardereinbrüche als nicht realisierbar herausgestellt. Die Garage koste insgesamt 25 000 Euro. Da 9000 Euro an Zuschuss eingehen würden, blieben bei der Urweltgemeinde letztendlich nur 16 000 Euro hängen.

Im Anschluss an die offizielle Gebäudeübergabe der Floriansjünger ließ eine gemütliche Hocketse mit den Freunden und Gästen der Feuerwehr den guten Tag ausklingen.