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Versicherungsnachweis ist nötig

KREIS ESSLINGEN Da diese Fortbewegungsmittel zwischenzeitlich äußerst preisgünstig in Verbrauchermärkten angeboten werden, sieht sich die Polizeidirektion Esslingen veranlasst einige wichtige Informationen rund um das Thema Elek-troroller weiterzugeben.

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Roller die mit Elektromotoren angetrieben werden, sind rechtlich als Kraftfahrzeuge im Sinne des Straßenverkehrsgesetzes eingestuft. Oft erreichen sie Geschwindigkeiten bis zu 20 km/h. Laut Gesetz wird für Kraftfahrzeuge, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit 6 km/h übersteigen und die im öffentlichen Verkehrsraum verwendet werden, ein Versicherungsnachweis gefordert. Zudem müssen sie über eine Betriebserlaubnis verfügen. Ist diese nicht vorhanden, darf der Roller nicht im öffentlichen Verkehrsraum benutzt werden. Aus der Geschwindigkeit der Elektroroller ergeben sich zudem führerscheinrechtliche Anforderungen. Für Roller die 6 km/h bis zu 25 km/h schnell sind, ist eine Prüfbescheinigung erforderlich, der Fahrerlaubnis für Mofas; zudem müssen die Lenker mindestens 15 Jahre alt sein. Ist der Roller schneller als 25 km/h ist gar der Führerschein der Klasse M nachzuweisen. Für Zweiräder dieser Art gilt zudem die Helmpflicht.


Kaum einer der günstig angebotenen Elektroroller verfügt über die Merkmale, die zu einer rechtlich zulässigen Benutzung im öffentlichen Straßenverkehr erforderlich sind. Da für die Prüfbescheinigung für Mofas ein Mindestalter von 15, für den Führerschein der Klasse M ein Mindestalter von 16 Jahren erforderlich ist, sind führerscheinrechtliche Probleme vorprogrammiert. Bei einer polizeilichen Kontrolle wird also ein Bußgeld fällig und möglicherweise gibt es sogar Punkte. Außerdem folgt eine Anzeige wegen Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz.


Nicht selten erwerben Eltern für ihre Kinder Elektroroller ohne sich über die Konsequenzen dieses Kaufes im Klaren zu sein. Auf Grund der körperlichen Entwicklung und jugendlichem Leichtsinn sind Kinder mit solch einem Gefährt zudem meist überfordert. Verursacht ein Kind mit einem nicht versichertem Elektroroller im öffentlichen Verkehrsraum einen Unfall, geraten die Eltern des Verunglückten wegen des fehlenden Versicherungsschutzes unweigerlich mit ihrer Versicherung in Konflikt. Da es sich bei dem Roller um eine Kraftfahrzeug handelt, sind Personen- oder Sachschäden durch die Privathaftpflichtversicherung grundsätzlich nicht abgedeckt. So müssen Eltern oder gar die Kinder selbst für Entschädigungen oder Arztbehandlungen aufkommen. Schnell gerät man so in finanzielle Schwierigkeiten.


Verletzen Erziehungsberechtige außerdem grob fahrlässig ihre Aufsichtspflicht gegenüber ihren Sprösslingen, können sie gar strafrechtlich belangt werden. Man sollte sich also vor dem Kauf ausführlich darüber informieren, ob der Elektroroller die erforderlichen Vorschriften für eine Verwendung im öffentlichen Straßenverkehr erfüllt. Zudem sollten die versicherungs- und führerscheinrechtlichen Aspekte beachtet werden. Ansonsten kann das Zweirad nur auf privatem Grund benützt werden. Dazu gehören weder Gehwege noch Parkplätze von Einkaufszentren. Bei den Dienststellen der Polizeidirektion Esslingen liegt für Interessierte ein Info-Blatt zu dieser Thematik bereit. Zudem können bei Fragen rund um das Thema Elektroroller Informationen beim Sachbereich Verkehr der Polizeidirektion Esslingen, Telefon 07 11/39 90-2 01, oder bei der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle, Telefon 07 11/39 90-1 32, eingeholt werden.