Lokales

Versuchter Mord

Brandstifter soll siebeneinhalb Jahre in Haft

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er 25-jährige Mann, der seine 22-jährige Ex-Freundin in der Toilette einer Nürtinger Wohnung mit Benzin verbrennen wollte, soll nach Ansicht des Staatsanwalts siebeneinhalb Jahre hinter Gitter.

BERND WINCKLER

Nürtingen. Der Angeklagte, der aus Kasachstan stammt, hatte an jenem 14. Mai dieses Jahres reichlich Alkohol getrunken, ehe er an einer Nürtinger Tankstelle eine Plastikflasche mit Benzin auffüllte und versuchte, die Freundin in der Toilette damit zu verbrennen. Dennoch sieht der Gerichts

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sachverständige, der im Prozess vor der Stuttgarter Schwurgerichtskammer auftrat, keine Anhaltspunkte für eine verminderte Schuldfähigkeit. Er habe genau gewusst, was er tat.

Somit sieht auch der Staatsanwalt den Vorwurf des versuchten heimtückischen Mordes mit gemeingefährlichen Mitteln, verbunden mit schwe

­rer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung, bestätigt. Die Freundin des 25-Jährigen habe am 14. Mai zu ihm gesagt, sie ginge zu einer Freundin. Doch dem Angeklagten kam plötzlich der Gedanke, dass sie zu einem Nebenbuhler gehen könnte. Er spionierte ihr nach.

Tatsächlich sah er beim Blick durch ein Fenster der Wohnung eines Bekannten, dass die Frau sich dort aufhielt. Er habe mit dem dann folgenden Anschlag „die Party beenden“ wollen. Als sie in der Toilette war, schüttete er das mitgebrachte Benzin durch das schräg gestellte Fenster und zündete die Flüssigkeit an. Die Frau und alle Bewohner des Hauses hatten großes Glück gehabt, resümiert der Ankläger in seinem Plädoyer, dass der Wohnungsinhaber einen Feuerlöscher zur Hand hatte und die Stichflamme damit ersticken konnte. Die 22-jährige Frau erlitt eine Rauchgasvergiftung.

Er habe in diesem Augenblick die Arg- und Wehrlosigkeit der Frau ausgenutzt und mit einem „direkten Tötungsvorsatz“ gehandelt, sagte der Staatsanwalt. Neben dem versuchten Mord liege auch eine besonders schwere Brandstiftung vor, weil alle Hausbewohner sich in Todesgefahr befanden. Dafür beantragte der Staatsanwalt eine Gesamtstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten und billigt dem 25-Jährigen lediglich seines Geständnisses wegen eine Strafmilderung zu. Die Höchststrafe liegt bei 15 Jahren.

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