Lokales

Verteidiger beantragt Gutachten

Belastungszeuge ist seit längerem in psychiatrischer Behandlung

In Ulm wurde gestern der Prozess vor dem Landgericht gegen vier Männer fortgesetzt, die am Mordversuch an einem 45-Jährigen im August vergangenen Jahres bei Schlierbach beteiligt gewesen sein sollen.

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Schlierbach/Ulm. Angeklagt sind der 26 Jahre alter Betreiber eines Pferdehofs bei Kirchheim, der einen zum Tatzeitpunkt 19-jährigen Auszubildenden aus Heiningen und einen 23 Jahre alten Mann aus Bad Boll zu der Tat angestiftet und auch das Tatfahrzeug gesteuert haben soll. Ein 48 Jahre alter Hofhelfer wird beschuldigt, die Tatwaffe besorgt zu haben.

Ein Zeuge, der vor Gericht angab, wegen einer seelischen Erkrankung seit längerem in psychiatrischer Behandlung zu sein, hatte den Mann schwer belastet. Der Verteidiger des 48-Jährigen beantragte gestern, ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag zu geben, um eine Einschätzung der Glaubwürdigkeit des Zeugen zu erhalten.

Der Psychiater, der als Gutachter die Verhandlung verfolgt, hält eine psychiatrische Begutachtung eines unbeteiligten Zeugen für nicht angemessen, wie er auf Nachfrage des Vorsitzenden Richters erklärte. Die Kammer habe genug Sachverstand, um die Glaubwürdigkeit eines Zeugen zu beurteilen, sagte der Mediziner. Staatsanwalt und Vertreterin der Nebenklage forderten, den Antrag des Verteidigers zurückzuweisen. Der Prozess wird nach den Pfingstferien fortgesetzt.