Lokales

Vertrauen als Fundament fürs ganze Leben

Strahlende Gesichter rundum: 59 400 Euro hat die 27. Weihnachtsaktion des Teckboten ergeben. Die bedachten Organisationen dankten den zahlreichen Spendern aus den Reihen der Leserschaft und zeigten sich in doppelter Hinsicht hoch erfreut: Zum einen erhält ihre wichtige Arbeit im sozialen Bereich ein stabiles finanzielles Fundament, zum anderen rückt sie verstärkt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM "Alle drei Organisationen kümmern sich um Menschen in unserem Verbreitungsgebiet in

O:STERN.TI_besonders schweren Situationen oder Lebenskrisen", bescheinigte Teckboten-Verleger Ulrich Gottlieb, Vorsitzender des Vereins "Gemeinsam für eine gute Sache", den anwesenden Vertretern der in der aktuellen Aktion bedachten Einrichtungen. Dabei handelte es sich um den Arbeitskreis Leben (AKL), die Qualifizierungs- und Dienstleistungsgesellschaft Intakt und den Förderverein der Kirchheimer Janusz-Korczak-Schule. Ulrich Gottlieb hob zunächst das Anliegen der Weihnachtsaktion hervor, das großen Zuspruch seitens der Leserschaft findet: Der Verein "Gemeinsam für eine gute Sache" verteilt seit fast drei Jahrzehnten Spendengelder an soziale Organisationen ausschließlich im Verbreitungsgebiet des Teckboten, "da somit sichergestellt ist, dass wir die einzelnen Gruppierungen und Aktivitäten als Tageszeitung bestens kennen und das Geld stets zielgerichtet eingesetzt werden kann." Der Vereinsvorsitzende betonte, dass ausnahmslos jeder von den Lesern gespendete Euro ohne Abzug direkt weitergegeben wird.

Das Engagement im Dienste der guten Sache haben die Leserinnen und Leser des Teckboten auch heuer wieder voll unterstützt. Den fulminanten Auftakt zur 27. Weihnachtsaktion stellte im Oktober der Teckboten-Presseball dar. Viele Ballgäste tanzten dort nicht nur für einen guten Zweck, sondern griffen auch freudig zu beim Kauf der Lose, die tolle Preise der Kirchheimer Geschäftswelt verhießen. Dank etlicher Spenden und dem unermüdlichen Einsatz zahlreicher Beteiligter, ist im Laufe der vergangenen Monate wieder ein stattlicher Betrag zusammengekommen. Ulrich Gottlieb überreichte jeder Institution 19 800 Euro im Namen aller Spender und betonte: "Wir sind sicher, dass sie dieses Geld verantwortungsvoll und im Sinne der Unterstützung von bedürftigen Menschen einsetzen werden."

Die Vertreter der drei Organisationen berichteten von geplanten Projekten, die ohne die Teckboten-Weihnachtsaktion nicht möglich wären. Bei der gemeinnützigen Beschäftigungsagentur Intakt geht es darum, für schwächere Jugendliche gezielt Qualifizierungsmaßnahmen einzukaufen, etwa Gabelstaplerfahrerkurse, um sie langfristig fit für den ersten Arbeitsmarkt zu machen. Der Förderverein der Janusz-Korczak-Schule ist bestrebt, den Schülern positive Erfahrungen und Bewährungsfelder außerhalb des Schulalltags zu ermöglichen. Gute Erfahrungen wurden beispielsweise schon mit Kletter-Angeboten geschaffen. Intensiviert werden soll nun die Therapie mit Pferden, wobei die verantwortungsvolle Versorgung der Tiere im Vordergrund steht. Der AKL, der sich seit knapp zwei Dutzend Jahren Menschen in Krisen und deren Angehörigen widmet, will eine neue Ausbildungsgruppe für Ehrenamtliche auf die Beine stellen. Die Arbeit der Ehrenamtlichen ist ein ausgesprochen wichtiger Pfeiler im Angebot des AKL. Ohne ihren Einsatz wäre die Begleitung und Betreuung Hilfe suchender Menschen längst nicht in diesem intensiven Maße möglich.

Bei allen drei Einrichtungen ist man sich einig, dass die Finanzspritze durch die Teckboten-Weihnachtsaktion eine wesentliche Unterstützung für die tägliche Arbeit bedeutet. Gleichzeitig erfuhren die Einrichtungen aber auch eine hohe Wertschätzung durch die Berichterstattung. "Für die Schüler, aber auch die Lehrer, ist es eine sehr wichtige Erfahrung, plötzlich in der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen zu werden", beschrieb Carla Bregenzer, Vorsitzende des Fördervereins der Janusz-Korczak-Schule, die Situation an der Schule der Paulinenpflege. Alle betonten die erschreckende Entwicklung, dass die heutige Gesellschaft der wachsenden Zahl jener Menschen, die ohne Schulabschluss durchs Leben gehen, immer weniger Perspektiven zu bieten hat. Professor Dr. Werner Baur, Leiter der Janusz-Korczak-Schule erinnerte an den alten Spruch "Streng Dich an, dann wird was aus Dir", dessen Einlösung heute längst nicht mehr selbstverständlich sei. Ursula Strunk vom AKL fasste zusammen, dass alle drei Einrichtungen und Organisationen in hohem Maße mit Ängsten befasst seien und als wesentliche Aufgabe den Aufbau von Vertrauen hätten, das ein wichtiges Fundament für das Leben darstellt. Dass viele seiner "Schützlinge" in ihren Familien nie Vertrauen, Schutz und Unterstützung erfahren durften, bestätigte auch Sven Parylak von Intakt.

Das große Vertrauen, dass die Weihnachts-Aktion des Teckboten dankenswerterweise bei den Leserinnen und Lesern genießt, färbt nun auf die Organisationen ab. Im Zuspruch, den die engagierten Mitarbeiter und die von ihnen betreuten Menschen erhalten, wie auch in der finanziellen Unterstützung, von der alle eine ganze Weile zehren können.