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Vertrauen in die Menschen

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Zum Artikel "Wer die Kippe wegwirft, blecht", im Teckbote vom 15. Juni:

In 32 wohlformulierten Paragraphen regelt Kirchheim künftig, wie man sich hier zu verhalten hat. In weiten Teilen Sachverhalte, die man gemeinhin als "Selbstverständlichkeiten" bezeichnen möchte. Natürlich betrifft unnötiges Lärmen, Schädigen und Stören stets nur "die Anderen" man selbst würde ja nie . . . Oftmals wäre ein mahnender Blick eines Mitbürgers oder ein wohlmeinender Hinweis von den umstehenden Beobachtern wesentlich wirkungsvoller, als die Staatsmacht mit dem Quittungsblock.

"Bürgergesellschaft" und "Zivilcourage" entstehen sicher nicht durch gesetzliche Normierung. Vielmehr gehört dazu Mut und Verantwortungsbereitschaft, im entscheidenden Moment für gesellschaftliche Konventionen persönlich einzutreten. Das Wort des Nachbarn kann durchaus nachhaltig zur Erziehung eines Kindes beitragen. Was Albert Kahle und Bernhard Most im Gemeinderat mit ihrem Abstimmungsverhalten deutlich aufzeigen, ist die untrennbare Verbindung von "Freiheit" und "Verantwortung". Das hat nichts mit Anarchie zu tun, sondern ist die klassische Grundlage der Bürgergesellschaft.

"Eins auf die Fresse" gibt es für sachlich vorgetragene Kritik nach meiner Erfahrung eher selten. Ich glaube, dass solche zwischenmenschlichen Kontakte unserem Land viel mehr gut täten, als jeder Bußgeldbetrag, der anonym im Stadtsäckel landet. Nur wer glaubt, dass die Mehrheit der Menschen unverantwortlich und unmündig ist, wird jeden letzten Winkel des Lebens zu reglementieren versuchen. Ich glaube, mit etwas Vertrauen in die Menschen hätten auch 15 Paragraphen ausgereicht. Übrigens gilt auch hier: wenn man bestehende Gesetze und Verordnungen konsequenter umsetzen würde, bräuchte man nicht ständig neue. Als Vertreter der Bürgerrechtspartei arbeite ich auch daran. Wer noch?

Albrecht Braun

Kirchheim, Stuttgarter Straße

Die Fakten sprechenfür einen Neubau

Zum Artikel "Freihof-Realschule Die Fakten sprechen für den Neubau", im Teckboten vom 18. Juni:

Nach langen und reiflichen Überlegungen wird die Freihof-Realschule nun doch neu gebaut. Als langjähriges aktives Mitglied des Elternbeirats habe ich alle Phasen begleitet. Daher weiß ich, dass zahlreiche Begehungen mit Einladungen an alle Fraktionen stattgefunden haben, sowie dass Gutachten eingeholt wurden und der technische Ausschuss sich eingehend mit dem Thema befasst hat.

Alle Fakten, die sehr genau den Zustand der Schule beschreiben, liegen auf dem Tisch, wie etwa unzeitgemäßer Energieverbrauch, mangelnder Brandschutz und eine Notsicherung im letzten Sommer aus statischen Gründen und vieles mehr. Außerdem ist inzwischen klar, dass ein Neubau die Stadt viel günstiger kommt, als eine Sanierung. Da muss man sich schon fragen, wie die CDU, die in alle Beratungen einbezogen war, im letzten Moment eine Sprinkleranlage als ernsthafte Lösung ins Gespräch bringen kann.

Für mich sieht das Ganze nach einer reinen Provokation aus, denn als konstruktiver Vorschlag kann ein so unausgegorener Einwurf wohl nicht gelten. Wie zu lesen war, konnte er auch sofort entkräftet werden. Und zu Herrn Waggershauser kann ich nur sagen, von unseren Gemeinderäten erwarte ich Denken selbstverständlich auch nach der Ausschuss-Sitzung, aber vor allem zielführend und im Dienste der Sache vorher.

Marianne Endermann

Kirchheim, Ulrichstraße

Es muss doch nichterst etwas passieren

Momentaufnahme um 7.10 Uhr. Vier Schüler radeln nebeneinander in Fahrtrichtung Kirchheim auf dem linken Radweg. Entgegen kommende Radfahrer müssen entweder in die Hecken oder auf die Straße. Rücksichtnahme ist ja uncool.

Wenige Meter weiter: Eine "Formation" aus acht Radlern nebeneinander über die gesamte Straßenbreite (Helme am Lenker zwei davon freihändig telefonierend) blockieren grinsend hupende Autofahrer in Richtung Kirchheim wer bleibt die längste Zeit links? Mit Gejohle wird anschließend die gelungene Aktion bejubelt. Dies wiederholt sich täglich.

Ihr lieben Hüter des Rechts und der Ordnung, schaut euch das bitte mal an. Zum Schutz der Jugendlichen selbst und der anderen Verkehrsteilnehmer. Vielleicht auch in Zivil, denn wer so gekonnt provoziert, weiß sich auch zu benehmen, wenn er eine Uniform sieht. Es muss doch nicht erst was passieren, bevor man die Schüler belehrt.

Joachim Hönig

Mannsbergstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.