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VertrauensvolleZusammenarbeit

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Zum Artikel "Großer Wirbel um die Lehrerhasserin", im Teckboten vom 25. Februar:

Die Berliner Journalistin Gerlinde Unverzagt hat als allein erziehende Mutter von vier Kindern schlechte Erfahrungen mit den Lehrern gemacht und schreibt ein gnadenlos polemisches Buch darüber. Auf diese Weise schlägt sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie steigert ihre Bekanntheit, erhöht ihren Kontostand, wird ihren Frust los und liefert den Stammtischen Munition. Der Sache dient sie mit ihrer dummen Lehrerschelte nicht.

Eltern und Lehrer tragen ihre Ängste und Interessen, ihren individual- und berufsbiografischen Hintergrund in das oft schwierige Eltern-Lehrer-Verhältnis hinein. Verallgemeinerungen und pauschale Unterstellungen schaden hier vor allem denen, um die sich beide Seiten erzieherisch abmühen (sollten): den Schülerinnen und Schülern. Angesichts dessen, dass etwa 9,5 Millionen Schüler an rund 200 Schultagen pro Jahr Erfahrungen mit Lehrkräften machen, die auch ins Elternhaus hineinwirken, können Probleme in der Beziehung zwischen Eltern und Lehrkräften gar nicht ausbleiben.

Die Ursachen für diese Probleme sind äußerst vielfältig und selbstverständlich werden auch Fehler gemacht, von Eltern, von Lehrern, von Schulleitungen. Aber es hilft beiden Seiten nichts, mit Allgemeinvorwürfen über die andere Seite herzufallen. Hilfreich ist einzig und allein die mühevolle und sicherlich auch gelegentlich frustrierende Bearbeitung jedes Einzelkonflikts mit dem Wissen, dass schulische Erziehung dann eine Chance hat, wenn Eltern und Lehrkräfte vertrauensvoll und gut zusammenarbeiten dies ist übrigens eine Pflicht, die ihnen das Gesetz vorschreibt.

Hans Dörr

Kreisvorsitzender

der Gewerkschaft Erziehung

und Wissenschaft (GEW)

Notzingen, Müllerweg

Ungerechtfertigter Angriff

Zum Leserbrief "Umfassende und zeitnahe Informationen", im Teckboten vom 25. Februar:

Herr Frank erweckt den Eindruck, dass Gemeinderat und -verwaltung in Ohmden allein die Schuld für die schlechte Haushaltslage tragen. Er benutzt die Frageform, die aber unmissverständlich den Eindruck von Vermutungen und Vorwürfen erkennen lässt. Ich bin seit 16 Jahren Gemeinderat und kann mit ruhigem Gewissen behaupten, in dieser Zeit nach bestem Wissen und Gewissen und zum Wohle der Gemeinde gehandelt zu haben. Dies kann ich auch allen Kolleginnen und Kollegen bescheinigen. Es wurden weder "Leichen vergraben", noch irgendwelche "gehüteten Probleme" vor der Bevölkerung zurückgehalten. Die meisten Fragen hätten sich von selbst geklärt, wenn sich Herr Frank vorher ein paar grundlegende Informationen zum Haushaltsrecht verschafft hätte und öfters Gemeinderatssitzungen besucht hätte, insbesondere die Haushaltsplanberatungen. Dort wurde jedesmal ausführlich der aktuelle Schuldenstand aus dem Gewerbegebiet "Berbach" diskutiert. Die Entscheidung für die Übertragung der Finanzverwaltung an die Stadt Weilheim hat sich der Gemeinderat nicht leicht gemacht. Den anfallenden Kosten wurde damals als Alternative die Notwendigkeit von Personalaufbau gegenübergestellt. Es wurde dabei auch nicht vergessen, dass die Eigenständigkeit der Gemeinde bezüglich des Finanzwesens bei der Bürgermeisterwahl 1986 eine wichtige Rolle gespielt hat. Die Entscheidung wurde niemals bereut, da sich schnell gezeigt hat, dass wir mit "unseren Finanzen" bei der Stadt Weilheim in besten Händen sind. Außerdem war es eine der Grundforderungen der Gemeindereform von 1975, Aufgaben wie das Finanzwesen im Rahmen der Verwaltungsgemeinschaft zu zentralisieren. Ich fühle mich persönlich durch die Vorwürfe und die Art und Weise, wie sie vorgebracht werden, ungerechtfertigt angegriffen. Dass Herr Frank, der selbst ehrenamtlich tätig ist, derartige ungerechtfertigte Vorwürfe erhebt, ist mir völlig unverständlich. Allerdings braucht man sich dann nicht wundern, wenn sich immer weniger Bürger für eine ehrenamtliche Gemeinderatstätigkeit zur Verfügung stellen.

Dr. Klaus Dolde

Ohmden, Mittlerer Weg

Recht auf Religion

Als geschichtsinteressierter Mensch ohne religiöse Bedürfnisse bin ich schon immer stolz gewesen auf die europäische Aufklärung, die in schweren Auseinandersetzungen über mehrere Jahrhunderte die Freiheit jedes Menschen vom Joch der selbst ernannten christlichen Wahrheitsdiktatur errungen hat. Deutschland und Europa sind säkular und Religion ist Privatsache theoretisch.

Diesen Verlust an Macht haben die christlichen Kirchen zähneknirschend hinnehmen müssen. Leider fehlt dem Islam bisher diese Entwicklung. Zeter und Mordio wird gerufen, wenn Menschenrechte nicht zu 150 Prozent zugestanden werden wie zum Beispiel bei den Integrations-Richtlinien in Baden-Württemberg aber die vielen Menschenrechtsverletzungen im eigenen System werden verleugnet.

Unter Ausnutzung dieser Auseinandersetzungen mit dem Islam als Religion haben die christlichen Kirchen langsam und stetig wieder Deutungs- und Erklärungshoheit eingefordert. Die organisierte Gewalt in islamischen Staaten ist schlimm und abzulehnen, beteuern die höheren christlichen Kirchenfunktionäre aber den Gottes-Glauben an sich, den sollen und müssen alle furchtbar ernst nehmen. Schlimmer als fanatische Gläubige des Islam oder des Christentums sind ja, laut Günther Oettinger, unter anderem Atheisten. Klar, selbst denkende Menschen sind schwer zu lenken und zu führen. Das ist schlecht für Lenker und Führer.

Was wir brauchen, ist eine neue Aufklärung der Menschen weltweit. Jede(r) muss das Recht haben, ohne Religion zu leben beziehungsweise mit der Religion ihrer/seiner Wahl und Mischung als Privatsache.

Jürgen Popp

Notzingen, Lerchenweg

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.