Lokales

VfB kommt am 1. Juli

Der Sport schreibt manchmal nette Geschichten. Eine davon trug sich vergangenen Samstag an der Jesinger Allee zu.

REIMUND ELBE

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KIRCHHEIM Es geschah in der VfL-Spielersitzung kurz vor dem Match gegen den TSV Schwieberdingen. Mittelfeldakteur Coskun Isci (21) stand auf, ergriff das Wort und brachte deutlich zum Ausdruck, dass "die heutige Partie gegen Schwieberdingen auch ein Spiel für unseren verletzten Mitspieler Stefan Ziegler ist." Iscis Aussage stieß auf breite Zustimmung und der Kirchheimer Mittelfeldakteur nahm sich persönlich in die Pflicht. Er werde mit einem Tor höchstpersönlich zu dem von Ziegler am Morgen im Kirchheimer Krankenhaus geäußerten Tipp ("2:0 für den VfL") beitragen.

Und Isci machte ernst. Sein platzierter Schuss war in der Tat die Entscheidung gegen die aufstiegsambitionierten Gäste. "Ich habe beim Schuss an Stefan gedacht und mir gesagt, der Ball muss rein," rekapitulierte der stark agierende Kirchheimer Mittelfeldakteur strahlend nach dem Match den alles entscheidenden Treffer. Aber nicht nur Isci wirkte in dieser wichtigen Partie wie ausgewechselt gegenüber der unglückseligen Mittwochpartie gegen die TSF Ditzingen was VfL-Spielertrainer Michael Rentschler in der Pressekonferenz zu einem Kollektivlob veranlasste. "Ein Kompliment an unser Team", applaudierte Rentschler verbal, "wir haben Siegeswillen gezeigt und ich hatte das Gefühl, dass wir in den vergangenen Tagen noch enger zusammengerückt sind."

Wie hoch motiviert die Teckstädter die Aufgabe angingen, zeigt das Beispiel von Angreifer Cem Korkmaz. In der Offensivbewegung zwar nicht immer glücklich agierend, lief sich der athletische VfL-Neuzugang trotzdem förmlich die Hacken wund und beschäftigte seine Schwieberdinger Kontrahenten ein ums andere Mal. "Man weiß nie genau, was Cem vorhat," klagte nach dem Spiel Schwieberdingens Spielertrainer Gianni Covelli, "deshalb mussten sich ständig zwei Spieler um ihn kümmern."

Was wiederum dazu führte, dass Leute wie Stefan Baumer und Torschütze Isci mehr Freiräume auf den offensiven Außenpositionen hatten. Rentschler prägte dazu den Spruch des Tages über den Ex-Reichenbacher Kreisliga-A-Torjäger Korkmaz: "Als Cem bei uns anfing, wog er 110 Kilo, vor dem Spiel gegen Schwieberdingen waren es noch 90, danach nur noch 82." Weniger gut erging es VfL-Mannschaftskapitän Mario Grimm. Der Mittelfeldabräumer der Kirchheimer musste nach einem Foulspiel von Dima Schurichin humpelnd und von zwei Mitspielern gestützt den Platz verlassen. Eine Diagnose steht noch aus.

Durch den Erfolg wurde der VfL mit einem zwischenzeitlichen Sprung auf Platz fünf belohnt. Im Tabellenkeller fielen indes erste Vorentscheidungen. Sechs Spieltage vor dem Ende der Saison ist wohl für den 1. FC Frickenhausen als auch für den TSV Schönaich der Abstieg besiegelt. Die SG Schorndorf ist nach dem 1:5 in Laupheim ebenso kaum noch zu retten, wie der FV Rottweil, der bei der SG Sonnenhof Großaspach ein 0:5 einstecken musste. Auf dem momentanen Relegationsplatz 12 verharrten die TSF Ditzingen, die sich nach ihrem Sieg in Kirchheim vor heimischem Publikum vorgestern Abend mit einem 2:2 gegen die TuS Metzingen begnügen mussten.

30 Zähler haben die Ditzinger aktuell auf dem Konto, sechs weniger als der VfL für Übermut besteht also für die Kirchheimer noch kein Anlass. "Drei Punkte brauchen wir noch, dann dürfte nichts mehr schief gehen," erklärte Norbert Krumm, der sportliche Leiter der Kirchheimer. Jene Zähler würde VfL-Spielertrainer Rentschler am liebsten gleich am kommenden Samstag in Wangen holen. Wobei die Allgäuer am Samstag mit einem fast unglaublichen 6:0 bei der Sportvereinigung Au glänzten.

Neben dem VfL-Sieg gab es noch eine wichtige Nachricht am vergangenen Samstag im Stadionrund: die Vollzugsmeldung in Sachen Freundschaftsspiel gegen den VfB Stuttgart. Der Termin steht nun unumstößlich fest: am Freitag, 1. Juli (Anpfiff: 18.30 Uhr) kommt es zu dem Knüller an der Jesinger Allee. Was dem Aufeinandertreffen sicher noch mehr Würze gibt: Der VfB befindet sich zu diesem Datum schon mitten in der Vorbereitung auf die kommende Bundesligasaison (und vielleicht sogar auf Champions League-Spiele), was garantiert, dass VfB-Trainer Matthias Sammer mit dem besten Aufgebot anrücken wird.