Lokales

Viel Technik für ein erfrischendes Bad

KIRCHHEIM Großes Staunen herrschte bei den Kindern der Klasse 4 d der Eduard-Mörike-Schule in Ötlingen, als sie von Techniker Oberrenner zusammen mit dem Schwimmmeister und Betriebsleiter Krause durch die Katakomben des Kircheimer Hallenbades geführt wurden. Wie viel Technik nötig ist, um jederzeit ein erfrischendes Bad nehmen zu können, war den interessierten Besuchern überhaupt nicht bewusst.

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Der Weg in das unterirdische Reich führte zunächst durch die Anlage der Wannen- und Duschbäder, die bereits seit zehn Jahren außer Betrieb sind. 1960, das ist das Baujahr des Hallenbades, war es für viele Kirchheimer die einzige Möglichkeit, in den Genuss eines Wannen- oder Duschbades zu kommen. Die Preise lagen damals bei 2,50 beziehungsweise 1,50 Mark.

In der Heizzentrale des Hallenbades war es 50 Grad warm. Die Heizung wird mit Gas aus dem Blockheizkraftwerk betrieben. Die Anlage heizt nicht nur das Hallenbad selbst, sondern auch das nebenan liegende Seniorenheim Fickerstift und die Wohnanlage Birkenmaier.

Zu Beginn der Badesaison werden in dreieinhalb Tagen 670 000 Liter Wasser in das Becken eingelassen. Über den Wärmetauscher wird es auf 28 Grad erwärmt. Zwei Filter sorgen in der Nacht dafür, dass das Wasser für den folgenden Tag wieder gereinigt zur Verfügung steht. Ein etwas mulmiges Gefühl beschlich uns, als wir unter dem riesigen Wasserbecken spazierten, um am tiefsten Punkt des Beckens die Ansaugstutzen anzuschauen, die an die Umwälzpumpe angeschlossen sind.

Im Technikraum wird das Duschwasser aufbereitet. Damit es zu keiner Legionellenbildung (Bakterien im Duschwasser) kommt, wird dieses Wasser zwei Mal in der Woche auf 70 Grad erhitzt. Sehr spannend war es auch für uns, als wir die Chlorgasmaske anprobieren durften, denn das Wasser des Hallenbades wird mit Chlor desinfiziert. Diese Maske liegt für den Raum bereit, in dem die Chlorgasflaschen lagern.

Der Schluss unseres lehrreichen Rundgangs endete im Schwimmmeisterraum, in dem der Betriebsleiter den Überblick über den Badebetrieb behält. Von dort aus konnten wir ein paar ehemaligen Schulkameraden zuwinken und sie beneiden, wie sie munter und fröhlich im Wasser planschen und schwimmen durften.

Klasse 4d,

Eduard-Mörike-Schule, Ötlingen