Lokales

Viele Nationalspieler und ein Erstligist

Das sechste Mal präsentieren die Kirchheimer Basketballer ihr Turnier kurz vor Saisonbeginn. Doch noch nie hatte man ein derart starkes Feld beisammen: Zwei deutsche Zweitligisten und ein österreichischer Erstligist treten am Sonntag in der Sporthalle Stadtmitte an.

KIRCHHEIM Seit der Eröffnung der Sporthalle Stadtmitte nach der Jahrtausendwende organisiert die Basketball-Abteilung des VfL Kirchheim nun alljährlich dieses Turnier gewonnen haben es die Einheimischen, die erstmals unter ihrem neuen Namen "Knights" antreten, noch nie. Zu stark war jeweils die Konkurrenz aus der dritten Liga. Bei der fünften Auflage nahm mit dem späteren Turniersieger TSG Ehingen sogar erstmals ein Zweitligist teil.

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Doch die Ansprüche im Kirchheimer Basketball steigen: Die Knights sind beim sechsten Turnier der einzige Drittligist im Viererfeld, das nach dem "Final-Four-Format" den Sieger ausspielt.

Zwei Klubs kommen aus der Liga, in die der VfL am liebsten nach dieser Saison 2005/2006 aufsteigen will: der zweiten Bundesliga Süd. Zum einen ist dies der Titelverteidiger TSG Ehingen. Zwar wird das Team von Trainer Ralph Junge, dem Vater des Basketball-Internats der Urspringschule vor den Toren Ulms, wieder ohne Amerikaner antreten, doch favorisiert dürfte seine blutjunge Truppe dennoch sein. Immerhin gehören vier Jugend- und Junioren-Nationalspieler zum Kader. Aufbauspieler Nico Simon ist sogar der Kapitän der U-20-Nationalmannschaft und hat mit seinen erst 18 Jahren bereits eine komplette Zweitligasaison hinter sich.

Wie auch Lucca Staiger (17): Über das wohl größte Talent seines Jahrgangs in Deutschland ist überregional schon mehrfach berichtet worden. Spätestens seit jenem U-16-Oberligaspiel im Frühjahr 2004, als der damals 15-Jährige über 100 Punkte erzielte, hat der Name Staiger in Basketball-Deutschland einen besonderen Klang. Der dritte Nationalspieler auf den kleinen Positionen ist Marco Buljevic (18), der laut Ralph Junge immer besser wird und in den letzten Testspielen sogar mehrmals Topscorer war. Ergänzt werden die drei von einem Kirchheimer: Frank Fortunat lernte das Basketballspielen beim VfL und ging wegen der besseren Perspektive vor vier Jahren ans Internat, jetzt ist er in der zweiten Liga. Der vierte Nationalspieler der TSG heißt Fabian Böke (19), mit 2,09 m der Größte. Leider fehlen wird Felix Cerny, der noch an den Auswirkungen eines Bandscheibenvorfalls laboriert.

Im Duell gegen die Dornbirn Lions im zweiten Spiel des Sonntags muss diese Talent-Zusammenballung als Favorit gelten. Auch wenn der Gegner aus einer ersten Liga stammt. Dornbirn bekam seinen Platz in Österreichs Elite nach dem sportlichen Abstieg erst spät, nachdem Konkurrent Oberwaltersdorf Comets das Geld ausgegangen war. Zudem verließ Superstar und Spielertrainer Justin Jones nach sechs Jahren den Klub. In den bisherigen Testspielen gab es nicht gerade überzeugende Ergebnisse, der neue US-Trainer John Dieckelman (45) hat jetzt allerdings erstmals seine beiden Amerikaner dabei: Wendell Gibson (2,01 m) und Steven Bahl (1,82 m) kommen direkt aus dem College.

Das heißere Match dürfte deshalb die erste Begegnung um 10.30 Uhr werden. Der MTV Stuttgart hat zwar seine Mannschaft komplett ausgewechselt (lediglich Tomislav Martinovic ist vom Aufsteiger-Team noch übrig), doch die alte Rivalität zwischen den Landeshauptstädtern und den Kirchheimern dürfte dennoch in den Köpfen bleiben. Star des MTV ist zweifellos Radi Tomasevic (27), der in der vergangenen Saison noch in der Bundesliga bei den Walter Tigers Tübingen für Furore sorgte. Seine Spielweise zwischen Genie und Wahnsinn ist allemal höchst spektakulär und alleine das Eintrittsgeld wert (eine Karte gilt übrigens für den kompletten Tag). Mit aus Tübingen kam der erfahrene Kresimir Miksa (33). Die beiden drücken dem MTV-Spiel den Stempel auf. Mit Christian Spieth, Thomas Klemm und Thomas Lieschke (2,11 m) hatte der MTV zuletzt (mit Martinovic) erst sechs Spieler im Kader. Deshalb erwartet die Szene gespannt, ob der Aufsteiger, immerhin nur zwei Wochen vor Saisonstart der zweiten Liga, in Kirchheim noch das eine oder andere Ass aus dem Ärmel zaubert. Man rechnet vor allem mit dem einen oder anderen Amerikaner zwei sind erlaubt.

Kommt da bis zum Sonntag nichts mehr, könnten die Kirchheimer eine Chance haben, das Finale zu erreichen. Seit einer Woche ist nun auch Bill Goehrke zurück, womit Trainer Pasko Tomic (Theo Leftakis ist bei der EM in Belgrad) drei Amerikaner und einen Nigerianer mit US-Pass aufbieten kann. Ob Emre Atsür das Team verstärkt, entscheidet sich übrigens am Sonntag. Tritt er an, wird er auch zum ersten Regionalligaspiel sechs Tage später gegen Leimen ein Knight sein.

mad

Turnier-Zeitplan

10.30:

Kirchheim Knights MTV Stuttgart12.45:

TSG Ehingen Dornbirn Lions15.15:

Spiel um Platz drei17.30:

Finale