Lokales

Viele tote Tiere wegen Tests

Ein immerwährendes Ärgernis ist für Naturschützer die Teststrecke der Firma Daimler-Chrysler mitten im Naturschutzgebiet Wernauer Baggerseen. Im Lauf der Jahre wurde viel Material gesammelt: überfahrene Ringelnattern in Spiritus und unzählige Beweisfotos vieler anderer Tiere, die alle durch Testautos zu Tode kamen.

WERNAU Seit Bestehen des Naturschutzgebietes vor 28 Jahren hat der NABU Wernau darauf gedrängt, den Testbetrieb aus dem Naturschutzgebiet (NSG) herauszunehmen. Wie nervlich aufreibend und frustrierend solch eine Arbeit über all die Jahre sein kann, ist vielen Naturbeobachtern und Besuchern dieses Gebietes oft nicht bewusst. Interessante Flächen, die für ein Naturschutzgebiet geeignet sind, sich aber wie im Fall der Daimler-Chrysler-Teststrecke im Privatbesitz befinden, in das NSG zu integrieren, ist für die zuständige Behörde eine sehr schwierige Aufgabe. Das ist den Mitgliedern des NABU bewusst.

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Auch wenn vielen Menschen in den umliegenden Gemeinden die gravierenden Störungen im NSG ein Dorn im Auge sind, haben es die Naturschützer bis heute nicht geschafft, die zuständigen Mitarbeiter bei Daimler-Chrysler davon zu überzeugen, sich aus dem Wernauer Neckartal zurückzuziehen. "Wir sind nicht alleine mit unserem Streben nach Verbesserungen für das große Wernauer Schutzgebiet. Die Naturschutzbehörde unternimmt bereits große Anstrengungen: Die Dammabtragung zwischen Erblehensee und Neckar sowie die baldige Herausnahme der alten B 313 sind wertvolle Ansätze, die das Gebiet großartig aufwerten", erklärt Johann Waskala, zweiter Vorsitzender der Wernauer Naturschützer.

Von privatem und amtlichem Naturschutz sind seiner Ansicht nach jedoch weitere Verbesserungen ausgearbeitet worden, die das Schutzgebiet vor den Toren Wernaus beträchtlich verbessern werden: Wertvolles Wasser vom Waldgebiet Plochinger Kopf, das bis jetzt in unterirdischen Rohren direkt zum Neckar gelenkt wurde, soll wieder an der Oberfläche ins Naturschutzgebiet gelenkt werden, sodass so seltene Vögel wie Flussregenpfeifer wieder brüten können.

Bei allen Maßnahmen für den Naturschutz wird aber auch an die Besucher gedacht. Es ist ein Aussichtsturm geplant. Er soll dafür sorgen, dass Naturbeobachter einen guten Ausblick über das Gebiet haben. Auch der zum Teil schlechte Weg zwischen Neckar und NSG wird instandgesetzt.

hs