Lokales

Vielfältige Einblicke in oftmals verborgene Talente

WEILHEIM/DETTINGEN Hobbykünstler und alle, die Hobbykunst lieben, waren am Wochenende

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HEIDE BRÖSAMLEN

gleich in zwei Orten an der richtigen Adresse: Sowohl in Weilheim als auch in Dettingen präsentierten künstlerisch begabte Bürger ihre Werke.

Die Limburghalle in Weilheim war herbstlich geschmückt, um die Besucher der Weilheimer Hobbykünstler-Ausstellung gleich richtig einzustimmen. Was da am Wochenende gezeigt wurde, ließ die Gäste erahnen, wie viel Zeit und Engagement die Aussteller in ihre Arbeiten investieren.

Malen schein ein weit verbreitetes Hobby zu sein und so gab es auch Bilder in allen Variationen, Stilrichtungen und Techniken zu sehen. Überwiegend konnte man Blumen- und Landschaftsbilder bewundern. Wahrzeichen europäischer Städte wie die Karlskirche in Prag, Sacré Coeur in Paris, der Berliner Dom setzten sich etwas ab vom allgemeinen Trend. Abwechslung brachte eine Schmuckausstellung mit Halsketten in allen Stilrichtungen und Farben, Broschen und Armbändern. Eine andere Freizeitkünstlerin zeigte Kasperlefiguren, Schmusepuppen, Blumenkinder und Puppenstuben-Püpple, alle mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Tiffany-Kerzenständer und -Sterne, Collagen aus verschiedenen Materialien, Türkränze und originelle Kerzenständer aus Draht trugen an anderen Tischen zur Vielfalt der Ausstellung bei.

Teller, Kerzen- und Blumenständer aus verschiedenen heimischen und exotischen Holzarten wie Palisander, Zebrano, Amazacoe, Rotkernige Buche waren eine weitere Station in der Limburghalle. Eine "Klöpplerin" führte mit flinken und geschickten Fingern vor, wie so eine Klöppelarbeit mit Hilfe eines Klöppelbriefes hergestellt wird. Damit die Tradition des Klöppelns nicht ausstirbt gibt es Klöppeltreffs, wo sich die Klöpplerinnen regelmäßig treffen, um Muster und Erfahrungen auszutauschen und auch jüngere Generationen einzuführen in diese schöne Kunst.

Auf Weihnachten eingestimmt wurde man vor allem durch die Weihnachtskrippen in allen Größen und Variationen. Kleine Krippen aus abgestorbenen Rebstöcken ließen die Armseligkeit der Geburt Jesu erahnen, ein großer Krippenstall, der in einem stattlichen Haus untergebracht war, erfreute den Zuschauer durch heimelige Beleuchtung, viele Details und in mühevoller Kleinstarbeit hergestellte Dachziegel. Ein orientalischer Basar, wo wahrscheinlich die Heiligen Drei Könige ihre Geschenke erstanden, rundete das Angebot der Krippen ab.

Bei der Vielzahl der Gäste traf man dann auch ab und zu auf alte Bekannte und konnte Meinungen und Eindrücke austauschen bei Kaffee und Kuchen oder einem Württemberger Viertele.

Auch die Dettinger Hobbykünstler hatten am Samstag und Sonntag zur Ausstellung in die Schlossberghalle in Dettingen eingeladen. Wer die Veranstaltung am Samstagnachmittag besuchte, nahm schon am Eingang den verlockenden Duft von gegrilltem Fleisch wahr, das unter einem Sonnenschirm gebraten wurde und fühlte sich in den Sommer versetzt. Im Foyer der Halle war der Aquariumverein Kirchheim stationiert, der nächstes Jahr sein 50-jähriges Jubiläum feiert. Er stellte unter anderem ein Aufzuchtbecken beziehungsweise eine Kinderstube vor.

Eine Sammlung par Excellence konnte man im großen Saal bestaunen: Telefone in allen Variationen, von Beginn des Telefonzeitalters 1877. Da gab es das Bell -Telefon, wo nur einer sprechen konnte, der andere Teilnehmer musste warten, bis er dran war. Es gab das Württemberger Telefon, speziell nur für Württemberg zuständig und es gab ein Ericson-Gerät aus Dänemark mit Ablage und Klammer für das Blatt zum Schreiben. Ähnlichkeiten mit dem heutigen Handy konnte man allerdings nicht erkennen.

Farbe in den grauen Herbsttag brachten bunte Bilder mit Landschafts- und Blumenmotiven, Postkarten, Seidentücher und selbst gestrickte Frauenschals. An einem Bonsai-Tisch gab es chinesische Ulmen, Lärchen und 20-jährige Apfelbäumchen zu sehen. Nebenan war ein großer Tisch aufgebaut mit sehr einfallsreichen Bastelarbeiten wie zum Beispiel eine Uhr, angebracht am Milch-Tetrapack, ein Halloween-Turm mit Transparentpapier hinterlegten Fenstern, ein Glühbirnen-Geistertrio. Eine andere Hobbykünstlerin zeigte, wie man alle Wollreste, die noch zu Hause herumliegen, zu einer kompletten Puppengarderobe schick verarbeiten kann.

Surrealistische und abstrakte Kunst konnte man auf der Bühne bewundern, beeindruckend war eine Zeichnung "Die Kunst der Balance zwischen Krieg und Frieden". Zeichnungen auf Holzplatten, mit Dispersionsfarbe gemalt und Klarlack versiegelt führten zu einem weiteren Anziehungspunkt. Es gab noch originelle Fotografien, geklöppelte Hexen, Rauschgoldengel und andere, mit Liebe gefertigte Handarbeiten zu bestaunen.

Wer genug von Schauen und Schwärmen hatte, konnte sich in der Künstlerklause bei Schwenkbraten, Spaghetti Bolognese oder Kaffee und Kuchen entspannen.