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Visionäre mit einer sehrerstaunlichen ...

Visionäre mit einer sehrerstaunlichen Weitsicht

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Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September.

Klasse, bei uns ist die Welt noch in Ordnung: Frau am Herd (so man sich's leisten kann), Mann bei der Arbeit (so er hat), Oma und Opa im Nachbarhaus begierig darauf, die Enkel zu betreuen. Nur einige Rabenmütter verwirklichen sich aus purer Lust in gut bezahlten Jobs. Wozu brauchen wir ein Jugendhaus? Wozu so neumodisches Zeugs wie eine Ganztagesschule? Wozu bessere Chancen und Bildung für unsere Kinder? Unsere Gesellschaft vergreist eh, wozu dann noch in die Zukunft unserer Kinder investieren? Betreutes Wohnen im Alter ist wichtiger! An sich eine gute Sache, nur braucht man das in einer heilen Welt?

Laut Jahresabrechnung hat Lenningen 0,00 Euro Schulden. Da kann man es sich leisten 1,2 Millionen Euro Zuschuss zurückzuweisen. In ein paar Jahren, wenn es Pflicht ist, bauen wir unsere Ganztagesschule vom eigenen Geld. Die Weitsicht mancher Gemeinderäte ist erstaunlich. Bravo!

Was für Machtspielchen laufen denn hier? Wer will mit wem abrechnen? Man sollte doch in der Lage sein, bei solch wichtigen Entscheidungen Persönliches zurückzustellen, es geht um unsere Kinder, nicht darum, wer wem in die Suppe spucken kann. Oder sich der Stimme enthalten? Das tut man doch meist, wenn man kein Interesse oder keine Ahnung hat. Manche Gemeinderäte sind vielleicht schon zu lange im Amt, sie vergessen, dass sie als unsere Vertreter gewählt wurden. Leider muss icheingestehen, dass ich an diesem Desaster nicht ganz unschuldig bin, da ich einige dieser "Visionäre" gewählt habe. Aber ich lerne aus meinen Fehlern.

Monika Geisinger

Lenningen, Mühlstraße

BedauerlicheEntscheidung

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Während andere Gemeinden mit ihrem Antrag, Bundesmittel für den Ausbau einer Ganztagesschule zu erhalten, leer ausgingen, hatte er Antrag der Lenninger Gemeinde Erfolg. Mit über einer Million Euro hätte der Bund 90 Prozent der baulichen und Einrichtungskosten getragen, um die räumlichen Voraussetzungen für ein Ganztagesangebot in Lenningen zu schaffen. Zu Recht hatten Eltern und Lehrer in Lenningen den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates freudig begrüßt, zu Recht sind sie nach dem jetzigen gemeinderätlichen Beschluss, den Zuschuss wieder zurückzugeben, zutiefst enttäuscht.

Als langjährige Kommunalpolitikerin will ich mich nicht in kommunalpolitische Angelegenheiten einmischen, dennoch sei mir folgende Erläuterung erlaubt. Die Begründung, es gäbe in Lenningen keinen Bedarf, halte ich für falsch. Auch in Lenningen gibt es immer mehr junge Eheleute, die auf Kinder verzichten, weil sie nicht sehen, wie sie Beruf und Familie vereinbaren können, von der Zunahme allein Erziehender ganz zu schweigen. Der Lenninger Gemeinderat hat aber vor allem wegen der befürchteten hohen Folgekosten die schon genehmigte Million Euro wieder zurückgegeben. Diese Folgekosten entstehen, weil die CDU/FDP-Landesregierung sich bisher wider besseres Wissen weigert, für die Ganztagesschulen auch das notwendige pädagogische Personal zur Verfügung zu stellen. Weil das so ist, müssen die Kommunen das Geld für das Personal für die Nachmittagsangebote selbst aufbringen. Die im Augenblick von Herrn Oettinger vorgetragene Idee, Vereinsaktivitäten an den Schulen mit einer kleinen Entschädigung zu versehen, löst das Problem nicht. Ganztagesschule ist nicht: Morgens Schule wie bisher, mittags Betreuung sondern: Schule anders gestaltet. Da braucht es neben engagierten Ehrenamtlichen auch pädagogisches Personal.

Wenn CDU und FDP das begriffen haben, werden sie das notwendige Geld im Haushalt einstellen. Leider kommt das für Lenningen dann zu spät, es sei denn, die Lenninger Gemeinderäte überdenken ihre jetzige Entscheidung noch einmal.

Carla Bregenzer, MdL

Kirchheim, Marktplatz

Wie hoch wären dieInvestitionen tatsächlich?

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung Ganztagesschule ab" und zum Kommentar "Hinterwäldlerisch", im Teckboten vom 15. September.

Anstatt die Mehrheit der Gemeinderäte als "hinterwäldlerisch" zu bezeichnen, sollten Sie vielleicht fairerweise in ihrem Artikel auch erklären, aus welchen Gründen sie so abstimmten. Unter den Nein-stimmen waren mit Sicherheit auch Väter von Schulkindern, die wissen, um was es hier geht. Ich finde in dem Artikel keine Information darüber, wie die Ganztagesschule in Lenningen aussehen soll.

Ein Normalbürger versteht unter Ganztagesschule ein Konzept wie zum Beispiel in Frankreich oder Belgien, wo die Schüler von ausgebildeten Pädagogen betreut werden ein Konzept, das sich auch laut PISA-Studie bewährt hat. Man gibt die Kinder ab und weiß sie für die ganze Woche betreut. Dass hier jedoch nur zwei Nachmittage in der Woche durch Schule abgedeckt sind und zwei Nachmittage durch Betreuer oder Ehrenamtliche, wissen die wenigsten. In dem Artikel ist ständig nur von dem "in den Sand gesetzten" Zuschuss die Rede, nirgends findet man eine Zahl, wie hoch die tatsächliche Investition wäre. Wie viele Eltern würden ihre Kinder tatsächlich anmelden, wenn sie wüssten, was finanziell und an ehrenamtlichem Zeitaufwand auf sie zukäme?

Sicher haben sich die betreffenden Gemeinderäte auch darüber Gedanken gemacht. Aber sie dafür als ignorant und hinterwäldlerisch zu bezeichnen, ist fast schon anmaßend. An Ganztagesschulen ist bestimmt Bedarf, aber wenn, dann auf der Grundlage eines bewährten Konzepts. Und auch an Berichterstattung ist Bedarf, aber wenn, dann bitte etwas objektiver und informativer.

Elke Schur

Lenningen, Hangweg

Thema wieder aufgreifenund neu entscheiden

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Einerseits macht man sich im Lenninger Gemeinderat über rückläufige Einwohnerzahlen in Lenningen Gedanken und wie man die Gemeinde für Auswärtige und Einheimische attraktiver machen kann. Andererseits wird vom Gemeinderat unverständlicherweise ein so zukunftsweisendes Projekt wie die Ganztagesschule abgelehnt. Das Schulzentrum Lenningen, mit einem Einzugsgebiet von Owen bis Schopfloch und Hochwang, hätte nun zukünftig die Möglichkeit, die pendelnden Schüler auch über die Mittagspause und während der Hohlstunden sinnvoll zu betreuen und zu fördern. Ganz zu schweigen von den Chancen, die sich für berufstätige Mütter und allein Erziehende ergeben würden, die nicht eine rüstige Oma zur Kinderbetreuung vor Ort haben.

Hier stellt sich auch nicht die theoretische Frage, ob in Lenningen die Familie generell noch intakt ist, sondern wie die Bildungschancen aller unserer Kinder verbessert und die Familien dabei unterstützt werden können. Das Konzept der Karl-Erhard-Scheufelen-Schule wurde vom Oberschulamt ausdrücklich gelobt und als beispielhaft dargestellt. Es ist sicherlich nicht selbstverständlich und deshalb umso höher zu bewerten, dass eine ländliche Gemeinde wie Lenningen die Chance nutzen will, in diesem Umfang in die Bildungsmöglichkeiten unserer Kinder zu investieren. Die mit dem Zuschlag an Lenningen verbundenen Fördergelder in Höhe von 1,196 Millionen sind mit einer weiterhin ablehnenden Haltung des Lenninger Gemeinderates jedoch unwiederbringlich dahin. Viele andere Schulen und Gemeinden, die sich ebenfalls im Rahmen des IZBB-Programms um Förderung bemüht haben und leer ausgegangen sind, würden sich alle Finger danach lecken. Die Einführung der Ganztagesschule stellt für Lenningen eine einmalige Möglichkeit dar, die wir hinsichtlich der Entwicklung der Gemeinde und insbesondere der Zukunft unserer Kinder nicht ungenützt verstreichen lassen dürfen. Wir fordern den Gemeinderat dringend auf, sich nochmals mit dem Thema Ganztagesschule zu beschäftigen und neu zu entscheiden. Birgit Blank-Gleich

und Stefan Gleich

Lenningen, Lauterstraße

Golfplatzzufahrt ein Ärgernis

Seit einigen Wochen ist die zukünftige Golfplatzzufahrt wieder geöffnet. Leider gibt es noch viele Golfplatzbesucher, welche aus Ignoranz die kürzere Zufahrt über den landwirtschaftlichen Weg beziehungsweise Radweg (Schulweg) benutzen, obwohl dieser deutlich gekennzeichnet für Auto und Motorrad gesperrt ist.

Dieses Verhalten fördert nicht das Image des Golfsports, beziehungsweise auch nicht die Akzeptanz bei der Bevölkerung. Deshalb stünde es den Verantwortlichen des Golfclubs sehr gut zu Gesicht, hier etwas zu unternehmen. Dies wäre zum Beispiel die Zu- und Abfahrt deutlich zu kennzeichnen und deutlich darauf hinzuweisen, wo nicht gefahren werden soll. Zurzeit kann die Landwirtschaft nicht mehr ungehindert betrieben werden. Fußgänger und Radfahrer sind unerlaubtem Verkehr ausgesetzt, den Anliegern werden durch den Begegnungsverkehr die Wiesen zusammengefahren.

Ich denke, die Verantwortlichen des Golfclubs sind hierbei gefragt und haben eine entsprechende Mitverantwortung zu übernehmen. Außerdem drängt sich die Frage auf, ob ein Sportverein, welcher eine Vorbildfunktion erfüllt, auf solche uneinsichtigen Mitglieder angewiesen ist.

Gerhard Nafzer

Kirchheim, Tobelstraße

Luxus, den man sich nichtmehr erlauben kann

Zum Artikel "Marbach rüstet sich für die Zukunft", im Teckboten vom 12. September :

Sicher ist es eine schöne Tradition aus der Fürstenzeit, dass das Land den Pferdezüchtern mit qualitativ hochwertigen Zuchthengsten zu günstigen Konditionen die Besamung ihrer Stuten ermöglicht. Das ist der Allgemeinheit derzeit jährlich rund 4,5 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt wert wohlgemerkt: Steuergelder. Die Abschaffung der (ebenfalls) defizitären Schafhaltung im Gestüt feiern die christdemokratischen Koalitionspartner landauf, landab als großen Beitrag zur Wirtschaftlichkeit des Gestüts und zu dessen Zukunftssicherung.

Die FDP geht darüber hinaus und würde das gesamte Gestüt gerne privatisieren. Immerhin steht das Gestüt im Wettbewerb mit privaten Hengsthaltern. Solange man bei den zwingenden Kernaufgaben des Staates (Schule/Hochschule, Justiz/Polizei, Staatsverwaltung) den Beschäftigten und den Bürgern Härten zumuten muss, um die Finanzen in den Griff zu bekommen, und solange man vom Ziel einer Entschuldung des Landeshaushaltes weit entfernt ist, solange muss man deutlich infrage stellen, ob man sich beamtete Landesoberstallmeister, Hauptsattelmeister und Gestütshauptwärter leisten will und vor allem kann. Landesgestüte, Porzellan-Manufakturen und Ähnliches sind eben ein Luxus, den man sich vielleicht in diesen Zeiten als Staat nicht mehr erlauben dürfte.

Frank Schweizer

Kirchheim, Weileräcker

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.