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Visionen sind gefragt

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Zu der Veranstaltung des CDU-Stadtverbands Kirchheim-Dettingen mit dem Vorsitzendes des Visa-Untersuchungsausschusses Dr. Uhl:Im Teckboten angekündigt war ich neugierig, aus erster Hand über das Fehlverhalten von Joschka Fischer zu hören.

Ich ging hin, voller Erwartung, etwas zu spät, aber ich hörte gerade noch, wie unser MdB die zahlreich erschienenen Besucher begrüßte. Zahlreich? Mit mir zusammen gerade mal 24 Seelen, meist ältere oder alte Damen und Herren.

Ich konnte den Ausführungen der extra aus München angereisten MdB Dr. Uhl kaum folgen. Meine Gedanken schweiften ab. Wo sind die Jungen, die sich für CSU-CDU Politik interessieren? Was ist derzeit eigentlich wichtig? Das Fehlverhalten des Joschka Fischer zu Wahlkampfzwecken aufzuarbeiten oder "den Karren aus dem Dreck ziehen", mit CSU und CDU. Aber dazu bräuchte man junge Kräfte.

Ja, was wäre wichtig? Den Anstoß zu diesem Leserbrief bekam ich von Heiner Geissler. Er schreibt: "Der CDU fehlt es an erkennbaren Visionen." Das hätte mit Zukunft und Anpassung an veränderte Gegebenheiten zu tun. Was hat sich geändert? Dass mit Wirtschaftswachstum keine neuen Arbeitsplätze entstehen. Das lässt sich leicht nachweisen. Trotzdem belügen sich unsere Spitzenleute in Wirtschaft und Politik nach wie vor selbst, indem sie an das Märchen vom ständigen Wachstum glauben.

Also, Visionen sind gefragt! Eine solche gab Ralf Dahrendorf, der frühere Vordenker der FDP, mit seinem Referat "Die Arbeitsgesellschaft in der Krise", gehalten 1986 in Stuttgart. Inhalt, mit wenigen Worten: Die Satten und meist krankhaft Übergewichtigen sollen die noch nicht Satten auch an den Futtertrog lassen. Aber Vorsicht, das hätte ja mit Umverteilung zu tun.

Solche Gedanken hatte ich, während sich zwei höchste Vertreter des Deutschen Volkes mit einem fünfrangigen Thema beschäftigten. Ganze 23 Seelen haben zugehört ich nur halb, denn die Zeit war mir fast zu schade. Und die Zeit der MdB? Gibt es für sie nichts wichtigeres zu denken und zu tun? Siehe Heiner Geissler.

Friedrich Blum

Kirchheim, Lange Morgen

Ausbildungsplätze fehlen

Zum Artikel "Investitionen in die Köpfe der Menschen", im Teckboten vom 6. August:Was möchte MdB Arnold denn in un-sere Köpfe hinein bringen? Nachdem die letzte Stufe der Steuerreform gerade erst richtig in Kraft getreten ist und den Hoch- und Höchsteinkommen bis zu 100 000 und mehr Euro, und das in jedem Jahr geschenkt wurden, sollen die Einkommen mit mehr als 250 000, beziehungsweise 500 000 Euro mit dem Spitzensteuersatz von 45, statt mit 42 Prozent besteuert werden. Das ist: "Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln." Und wer soll das glauben?

Arnold schilderte zutreffend, dass die Arbeitslosigkeit erneut gesunken sei. Ganz falsch aber ist seine Darstellung, dass "der deutliche Rückgang der Jugendarbeitslosigkeit auch hier im Wahlkreis" stattgefunden haben soll. Ausweislich des Berichts der Arbeitsagentur Göppingen ist für die Geschäftsstellen Kirchheim, Nürtingen, Leinfelden-Echterdingen und Esslingen die Realität eine völlig andere. In allen genannten Geschäftsstellen gab es im Juli ohne Ausnahme durch die Bank eine gegen Dezem-ber 2004 verschlechterte Lage. Die Anzahl der Arbeitslosen unter 25-Jahren hat sich um 367 (24 Prozent) auf 1 891 und die Anzahl der unter 20 Jahren um 33 (16 Prozent) auf 238 erhöht. Wenn wir nun auch die seit Jahresbeginn nach der Ausbildung in die Arbeitslosigkeit entlassenen 2 348 jungen Männer und Frauen in den Blick nehmen, stellt sich leicht die Verbindung zum Alarmruf der IG Metall Esslingen her, die mit Daten und Fakten auf die Situation in der Metall- und Elektroindustrie des Landkreises nicht nur im Bereich der Ausbildung, sondern auch auf den zu erwartenden Mangel an Facharbeitern hinweist.

"Investitionen in die Köpfe der Menschen" ist da als Programm reichlich wenig. Es sind im Sinne des IG Metall-Alarmrufs Investitionen in Ausbildungsplätze vonnöten und mit der Fortwirkung der Agenda 2010 und der Hartzgesetze ist das Versprechen sinkender Arbeitslosigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen nach wie vor nicht eingelöst. Albert Trettin Kirchheim, Lettenäckerstraße

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.