Lokales

Vögel kontra Stadtentwicklung

Jahrelang hat die Stadt Owen an der jetzt anstehenden Fortschreibung des Flächennutzungsplans im Gemeindeverwaltungsverband Lenningen herumgefeilt. In letzter Minute drohen nun die europäischen Richtlinien für Vogelschutzgebiete die ganzen Planungen über den Haufen zu werfen.

ANDREAS VOLZ

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OWEN "Altenberg", "Hinter der Steige", "Pflaumenäcker", "In der Braike" und "Kurze Länder" so heißen die Gebiete, die Owen in den kommenden Jahren für die Stadtentwicklung vorgesehen hat. Überwiegend handelt es sich dabei um Erweiterungen bereits vorhandener Wohn- oder Gewerbegebiete. Vor allem die beiden erstgenannten, östlich zum Teckberg hin gelegenen Flächen könnten jedoch nach neuesten Informationen der Verwaltung kurzfristig gemäß Europarecht zum Vogelschutzgebiet erklärt werden, sodass jegliche Bebauung ausgeschlossen wäre.

Bürgermeister Roser nannte den Roten Milan und den Halsbandschnäpper als Beispiele, die der Landesanstalt für Umweltschutz (LfU) zufolge am Albrand in Owen besonders schützenswert sein sollen. Das habe ihm das Regierungspräsidium mitgeteilt. Das LfU-Gutachten, aus dem diese Details hervorgehen würden, liege aber weder der Stadt Owen noch dem Regierungspräsidium vor. Jedenfalls besage die daraus abgeleitete Regelung, dass das erweiterte Vogelschutzgebiet fast überall in Owen unmittelbar an der bestehenden Bebauungsgrenze beginnen soll.

Das würde Owen in seiner weiteren Entwicklung radikal einschränken. "Wir fordern, dass die Vogelschutzlinie auf die Grenzen des Landschaftsschutzgebiets zurückgenommen wird", erklärte Siegfried Roser im Gemeinderat mit Nachdruck, "sonst haben wir keinerlei Entwicklungsmöglichkeit mehr absolut null". Roser verlangt nun, dass die Kriterien des LfU-Gutachtens, die für ihn bislang nicht nachzuvollziehen sind, offengelegt werden. Auch von der Politik erwarten er und viele seiner Bürgermeisterkollegen Hilfe in dieser Angelegenheit.

Vorläufig hat der Gemeinderat beschlossen, die Fortschreibung des Flächennutzungsplans nach dem bisherigen Stand voranzutreiben wohlwissend, dass der europäische Vogelschutz einen dicken Strich durch diese Rechnung machen könnte.