Lokales

Völlig verwahrloste Katzen, Enten und Hühner

Ein unerfreulicher Anblick bot sich Tierschützern auf einem Kirchheimer Grundstück. Nicht nur total verwahrloste und kranke Katzen lebten hier, sondern in ähnlichem Zustand auch Enten und Hühner.

KIRCHHEIM Als der Anruf bei Monika Rehm-Röse einging, dass auf einem Grundstück in Kirchheim eine größere Anzahl Katzen unter unwürdigen Bedingungen leben würden, machte diese sich sofort auf den Weg. Auf dem total verwahrlosten Grundstück bot sich ihr ein schrecklicher Anblick.

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Unzählige, total ausgehungerte Katzen mit entzündeten Augen waren überall zu sehen, drückten sich verängstigt und um ein bisschen Wärme suchend aneinander. Futterschüsseln, frisches Wasser und eine gemütliche Unterkunft suchte man hier vergebens. Da die Besitzerin es unterließ, ihre Katzen zu kastrieren, liefen viele Babys miauend nach Futter suchend umher.

Ebenfalls auf dem Grundstück befanden sich Enten und Hühner in kotverschmierten Räumlichkeiten. Sofortige Hilfe wurde eingeleitet. Zusammen mit dem Tierschutzverein Esslingen ging es an die Arbeit alle Katzen wurden eingefangen und sofort zum Tierarzt gebracht, der auf die Großaufnahme bereits vorbereitet war. Für die Hühner und Enten wurde ebenfalls eine neue, artgerechte Bleibe gesucht und auch gleich gefunden. Diese leben jetzt auf einem schönen Grundstück in Esslingen.

Die Diagnose für die eingefangenen 17 Katzen war alles andere als zufriedenstellend. Die Tiere waren ausgetrocknet, unterernährt, hatten schwere Augenentzündungen und teilweise Durchfall. Zusätzlich geplagt wurden die ausgemergelten Tiere durch Würmer und Ohrmilben. Rund um die Uhr wurden die übernommenen Katzen nun tierärztlich versorgt, für zwei der Babys kam leider jede Hilfe zu spät, ihr Wurmbefall hatte sich bereits auf die inneren Organe ausgebreitet, sodass eine Behandlung nicht mehr möglich war. Schweren Herzens mussten beide von ihrem schmerzhaften Leiden erlöst werden. Die anderen Katzen und Kätzchen erholten sich erstaunlich schnell, dankbar für jede Zuneigung und Hilfe. Mittlerweile sind alle ins Tierheim Kirchheim umgezogen und wirbeln dort alles durcheinander. Der Sturm auf den Futterteller steht an erster Stelle der Lieblingsbeschäftigungen, dann folgt Gruppenkuscheln.

Eng aneinander geschmiegt, schnurren alle um die Wette. Die drei Katzenmamas überwachen das spielerische Treiben ihres Nachwuchses ganz entspannt und diese raufen und erkunden alles voller Neugierde und Energie. Die Palette der Fellfarben und Charaktere reicht von Siam-Mix und ruhig bis sandfarben getigert und wild verwegen. Zutraulich sind aber alle gleich und wenn es ans Streicheleinheiten verteilen geht, steht keine zurück.

Das Tierheimteam hofft nun, dass sich schnell neue Besitzer für die liebenswerten Katerchen und Kätzchen finden, da das Tierheim auf eine längere Sicht den Rabauken wohl zu langweilig wird. Zu erreichen ist der Tierschutzverein unter der Telefonnummer 0 70 21/7 18 12 oder samstags von 10 bis 12 Uhr im Katzenheim in der Boschstraße.

Monika Rehm-Röse möchte in diesem Zusammenhang an alle Tierfreunde appellieren, dass es falsch verstandene Tierliebe ist, wenn sich der Mensch nur ums füttern kümmert. Verantwortung zu übernehmen, schließt ihrer Ansicht nach auch immer die tierärztliche Betreuung von freilebenden Tieren mit ein. "An erster Stelle sollte die Kastration stehen, weil dadurch viel Tierelend vermieden werden kann", so Monika Rehm-Röse. Der Tierschutzverein hilft gerne beim Einfangen und frisch operierte Katzen erhalten im Tierheim kurzfristig eine Herberge.

ina