Lokales

Volunteers – nicht nur für Papierkram

Sozialausschuss erhöht Zuschuss für Schuldnerberatungsstellen im Landkreis

Immer wieder monierte der Sozialausschuss des Kreistags die langen Wartezeiten bei den Schuldnerberatungsstellen im Landkreis. Um diese zu verkürzen, sind seit 2007 ehrenamtliche Berater im Einsatz. Jetzt bewilligte der Kreissozialausschuss 40 000 Euro, damit die Träger der Beratungsstellen die Volunteers personell betreuen können.

richard umstadt

Esslingen. Sie kommen aus verschiedenen Berufen und haben Lust und die Fähigkeit, ihr Wissen und ihre menschlichen Gaben in die Schuldnerberatung einzubringen: Manager, Rechtsanwälte, Versicherungsagenten und Banker, die größtenteils ihr Berufsleben hinter sich gebracht haben. Für ihren Einsatz in den vier Beratungsstellen im Kreis Esslingen erarbeiteten deren Träger, der Kreisdiakonieverband sowie der DRK-Kreisverband gemeinsam mit dem Landratsamt eine Konzeption. Diese beschreibt unter anderem auch, in welchen Bereichen die Volunteers mitwirken, die bereit sind, sich für mindestens ein Jahr in der Schuldnerberatung zu engagieren. Sie sortieren Unterlagen, prüfen Forderungen an die Schuldner, erkunden Sparpotenziale, begleiten ihre Klienten bei Behördengängen und unterstützen sie bei der Suche nach einer Wohnung oder einem Arbeitsplatz.

Vor allem hoffen die drei Träger, die monatelangen Wartezeiten bei den Schuldnerberatungsstellen durch den Einsatz der Ehrenamtlichen verkürzen zu können. „Wir haben acht Volunteers gewonnen und die wissen, auf was sie sich eingelassen haben“, antwortete Sozialdezernent Dieter Krug auf die Frage aus dem Sozialausschuss, ob die ehrenamtlich Engagierten nicht überfordert werden. Die Volunteers, von deren Fachwissen nicht selten auch die Hauptamtlichen profitieren, werden auf ihre Betreuungsarbeit vorbereitet und während ihres Einsatzes begleitet.

Die Kreisverwaltung flankiert die damit verbundene Mehrarbeit für die Schuldnerberatungsstellen mit 40 000 Euro. Außerdem werden zum Ausgleich von Tarifsteigerungen im Öffentlichen Dienst 12 000 Euro zusätzlich bezahlt. Bei der Beratungsstelle des Landkreises wird der personelle Mehraufwand für Anleitung und Betreuung der Volunteers durch eine 25 000-Euro-Spende gedeckt, wobei der Spender nicht genannt sein will, wie Landrat Heinz Eininger sagte. Insgesamt hat der Landkreis für die Schuldnerberatung im kommenden Jahr 302 000 Euro eingestellt, was gegenüber 2008 eine Erhöhung von 52 000 Euro bedeutet.

Die Fraktionen im Sozialausschuss begrüßten die Mittelaufstockung. Die Christdemokraten sahen dadurch „mehr Effizienz“ in der Schuldnerberatung gegeben. Die Freien Wähler goutierten den Volunteerseinsatz von einem Jahr und SPD wie Grüne verwiesen auf die zunehmende Zahl der Hilfesuchenden in den Beratungsstellen. „Der Verwaltungsvorschlag ist richtig. Es ist zu überlegen, ob wir in Zukunft nicht noch mehr tun müssen.“ Einstimmig beschlossen die Ausschussmitglieder die Erhöhung des Zuschusses an die Schuldnerberatungsstellen.

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