Lokales

Vom alten Handwerk zur modernen Technik

Bei einer Betriebsbesichtigung der Bissinger Firma CNC-Graviertechnik Reichle erhielt das Junghandwerk des Altkreises Nürtingen interessante Einblicke in die seit 25 Jahren bestehende Firma.

BISSINGEN Der Chef der Firma CNC-Graviertechnik, Volker Reichle, beschrieb den Gästen den Werdegang seiner Firma und präsentierte Produkte. Die Führungen übernahmen die Mitarbeiter der verschiedenen Abteilungen, wie zum Beispiel die Gravuren-, Ätz-, Schilder- und Laserschweißabteilung. Im Bereich Ätzen wurden die gesamten Vorgänge erklärt und demonstriert. Mittels Ätzfolien können Formenbauer beziehungsweise Werkzeugmacher alternativ zu Gravuren ihre Beschriftung in Formwerkzeugen, die schwer oder unzugänglich sind, selbst einätzen.

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In der CNC-Gravurenabteilung wurden verschiedene Programmiervorgänge erläutert und anschließend an der CNC-Maschine demonstriert. An Mustern und ähnlichen fertigen Werkzeugen konnte sich jeder ein Bild davon machen, wie vielseitig die Möglichkeiten sind, Beschriftungen in Formteile einzubringen.

Die Besuchergruppe konnte feststellen, dass viele Automobilhersteller ihre Formteile bei dem Mittelstandsbetrieb in Bissingen fertigen lassen. Des Weiteren werden in der CNC-Gravurenabteilung hochwertige und exklusive Schilder für jedermann hergestellt. Die Besucher waren überrascht, eine so große und vielseitige Produktpalette getreu dem Motto des Hauses Reichle "individuell und ganz anders" zu finden.

In der manuellen Gravurabteilung konnte man sich über Verschleifen, Ausarbeiten von Stegen und Strukturieren von Formwerkzeugen ein Bild machen. Besonders fiel auf, dass an allen sieben Arbeitsplätzen die anfallenden Aufträge mit Lupen ausgeführt werden. In dieser Abteilung werden auch noch alte Gravurtätigkeiten des früheren Handwerks wie Handgravuren, Ziselierungen und Ähnliches ausgeführt. Zu guter Letzt bekamen die interessierten Besucher eine Einführung ins Laserschweißen, wovon einige erstaunt waren, dass so filigranes Schweißen mit der neuesten Technologie möglich ist. In verschiedenen Schweißkabinen wurde gezeigt, wie man Formwerkzeuge repariert oder auch kostengünstig ändern kann. Der Kundenkreis ist enorm und reicht vom Automobilhersteller bis zur Medizintechnik.

Nach der Betriebsführung konnten die Besucher die Vorteile einer Firmenstruktur nachvollziehen, in der die einzelnen Aufgabenbereiche nahe zusammenliegen und die Arbeit effizient Hand in Hand gehen kann. Es wurde von Besuchern auf die sehr gute Ausbildung und die damit verbundenen Bundessiegerstücke, die im Ausstellungsraum zur Schau stehen, hingewiesen. Während eines Imbisses fanden die Teilnehmer der Betriebsbesichtigung genügend Zeit, über Lehrlingsausbildung und Probleme mit den Vertretern der Bissinger Schule sowie dem stellvertretenden Direktor der Arbeitsagentur Göppingen und Ausbildern zu sprechen.

pm