Lokales

Vom Handschlag zum Grundbuch

Mit einigen Monaten Verspätung wurden die Räumlichkeiten des Kirchheimer Notariats in der Turmstraße 5 nunmehr offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Eingezogen sind die Bediensteten bereits im Juni vergangenen Jahres.

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Rudolf stäbler

Kirchheim. Im Beisein von zahlreichen Ehrengästen und der Notariatsmitarbeiter wurden am gestrigen Tag die Räumlichkeiten des neuen Notariats in der Kirchheimer Straße offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Als „Zeitzeuge“ der gesamten langen Vorgeschichte begrüßte Ruheständler Notar Dieter Straub die zahlreichen Gäste. Er zeichnete kurz den langen Weg durch die Institutionen nach. Er blickte zurück auf 1975, als das Notariat vom Amtsgericht in die Teckstraße gezogen ist. Bereits 1990 begannen die Bemühungen für neue Räume, was aber, so Straub, stets am Geld scheiterte.

In den aufgegebenen Mieträumen in der Teckstraße 9 war schon seit Jahren ein Flächendefizit zu beklagen, was sich durch den zu erwartenden Zuwachs an Grundbüchern der aufzulösenden Grundbuchämter Bissingen, Dettingen und Notzingen zuspitzte. Die technische Ausstattung war ebenfalls nicht mehr zeitgerecht. Anfang 2006 ging das Notariat und der für die Unterbringung zuständige Landesbetrieb Vermögen und Bau in Ludwigsburg mit einer Ausschreibung auf die Suche nach den passenden Räumen. Im August 2006 wurde schließlich der Mietvertrag mit dem Investor abgeschlossen. In den 650 Quadratmeter großen Räumen, die sich im 1. und 2. Obergeschoss des Gebäudes Turmstraße 5 befinden, arbeiten 18 Bedienstete des Notariats. Neben modernen Büroarbeitsplätzen steht eine effiziente raumsparende Rollregalanlage zur Unterbringung der Grundbücher und Akten zur Verfügung.

Regierungsdirektorin Raphaela Sonnentag vom Landesbetrieb Vermögen und Bau bedauerte in ihrer Ansprache den Ruheständler Dieter Straub: „Sie können die Früchte ihrer Arbeit jetzt nicht mal mehr genießen.“ Auch sie ging auf den langen Weg bis zur Vollendung ein, wobei die Entscheidung für die Turmstraße schon fiel, als das Gebäude lediglich auf dem Reißbrett stand.

Kirchheims Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker ging in die Anfänge der Übertragung von Grundstücken zurück. Losgegangen seien solche Veränderungen mit dem Handschlag, dem folgte der „Weinkauf“, der oft auch mit reichlich Wein getätigt wurde und dieser frohen Sitte folgte dann der „Aufstreich“, eine Art Versteigerung. Nun schließlich ist man beim Grundbuch und damit beim Notariat angelangt. Dieses, wusste die Oberbürgermeisterin, genieße in Kirchheim ein hohes Ansehen bei der Bevölkerung, wie auch der Glaube des Grundbuchs tief verankert sei. „Jetzt ist das Notariat ins rechte Licht gerückt“ war sich das Stadtoberhaupt sicher.

Im Namen der Justiz war Dr. Franz Steinle, Präsident des Landgerichts Stuttgart in die Teckstadt gekommen. Er sicherte den Beschäftigten ein stets offens Ohr der Justiz zu.

Über ein „modernes Notariat in einem modernen Gebäude“ freute sich Investor Oliver Riethmüller mit den Anwesenden. Nicht ohne Stolz konnte er verkünden: „Es herrscht jetzt Leben in der Turmstraße.

Neuer Hausherr im neuen Haus ist seit dem 1. Februar Geschäftsführender Notar Claus Denk. Bevor er und seine Kollegen den Gästen eine kleine Hausführung anboten, galt sein Dank all denjenigen, die dies auf den Weg gebracht haben und am Bau beteiligt waren.