Lokales

Vom Kloster zur Schule

KIRCHHEIM Im Jahre 1134 stiftete der Edelfreie Gutmann von Adelsreute den ihm gehörenden Ort Salemaneswilare dem Orden der Zisterzienser. Gutmann soll duch eine Predigt von Bernhard von Clairvaux zu dieser Stiftung angeregt worden sein.

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Zu Zeiten der Staufer-Könige erlebte die Abtei einen raschen Aufschwung. Unter Albrecht I. erreichte das Kloster 1298 bis 1308 einen kulturellen Höhepunkt. Nach der Ermordung Albrechts und dem Tod Heinrichs VII. unterstützte die Abtei ab 1314 den Habsburger Friedrich den Schönen. Im 15. und 16. Jahrhundert nahm das Kloster einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde erweitert. Wegen des Einfalls der Schweden 1632 kam die Barockisierung jedoch nicht mehr zur Vollendung.


1697 führte ein verheerender Brand zur weitgehenden Vernichtung der Abtei und der Klostergebäude. Nur die hochgotische Klosterkirche blieb erhalten. Im 18. Jahrhundert erreichte das Kloster eine letzte Blüte.


Im Winter 1802 wurde es aufgehoben und vom damaligen Kurfürsten Carl Friedrich von Baden in Besitz genommen. Bis heute ist es der Wohnsitz dieser Familie. Max von Baden hat 1920 die weltbekannte Internatsschule Salem gegründet. Die Klosterkirche ist wieder im Besitz der katholischen Kirche und auch in der evangelischen Kirche auf dem Anwesen wird jeden Sonntag Gottesdienst gefeiert.


Die vom Brand verschonte hochgotische Klosterkirche präsentiert sich in ihrem Inneren überraschend ganz in Weiß und lichten Tönen. Rorschacher Stein wurde vielfach verwendet, aber auch Alabaster für Vasen, Putten und die Altarausstattung. Erwähnung verdient ebenso das herrliche Chorgestühl.


Der Vorarlberger Architekt Franz Beer war nach dem Brand von 1697 mit dem Wiederaufbau der Anlage beauftragt worden. Daniel Meyer hat einen wunderbaren Kachelofen im Sommerrefektorium gestaltet, von Johann Anton Feuchtmeyer und Michael Wiedmann stammen die vielen Stuckdecken.


Der Nachmittag war der Stadt Überlingen gewidmet. Stadtgarten, Salmannsweiler Hof, Sankt-Jodak-Kapelle, die Stadttore und das Münster zählen hier zu den Besonderheiten. Im Münster stehen der bewunderte Schnitzaltar des Jörg Zürn und der Rosenkranzalter der Brüder Zürn. Der Besuch im Münster wurde begleitet von einer musikalischen Einstimmung des Organisten.


Ein letzter Abstecher zur Uferpromenade, das letzte Eintauchen in die Stimmung am See dann ging es zur Bahnstation und damit in Richtung Kirchheim.