Lokales

Vom Telefonanruf bis zum Einstellungstest

Um die Lehrplaneinheit "Bewerbung und Ausbildung" im Fach Betriebswirtschaftslehre mit praktischen Tipps abzurunden, ließen sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse WIb der Jakob-Friedrich-Schöllkopf-Schule in Kirchheim einen Vormittag lang von zwei Experten der AOK Kirchheim beraten.

KIRCHHEIM Patrick Trautwein und Dieter Wedekind luden die Klasse in den Seminarraum der AOK ein und gaben ihr Hilfestellung bei den Themen Berufsfindung, Bewerbung, Einstellungstests und Bewerbungsgespräch. Dieter Wedekind gab gleich zu Beginn zu, dass die Berufsfindung nicht einfach ist und deshalb rechtzeitig damit begonnen werden sollte. Dabei sei neben den Schulnoten die Selbsteinschätzung sehr wichtig, das Herausfinden der eigenen Stärken und Schwächen. Fähigkeiten und Neigungen müssten natürlich auch zu den Anforderungen des Berufes passen. Er bat die Schüler eindringlich, die vielen angebotenen Möglichkeiten der Information über Berufe zu nutzen, um vage Vorstellungen zu konkretisieren. Dabei helfe auch ein Praktikum.

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Dann führte er mit der Klasse einen schriftlichen Berufscheck durch, bei dem die Schüler ihre Interessen ankreuzten und die AOK die dazu passenden Berufe heraussuchte. In diesem Zusammenhang stellte Patrick Wedekind die beiden Ausbildungsberufe bei der AOK mit ihren Aufstiegsmöglichkeiten vor: "Sozialversicherungsfachangestellte" und "Kaufleute für Bürokommunikation".

Beim Thema "Bewerbung" ging er zuerst auf den heute üblichen "telefonischen Erstkontakt" ein. Er machte klar, dass durch ein klärendes Telefongespräch mit dem Unternehmen viel Zeit, Kosten und Frustration vermieden werden können. Gleichzeitig gab er ihnen einen Leitfaden für solch ein erstes Telefongespräch an die Hand: Die Schüler sollten grundsätzlich in einem ruhigen Raum und mit einer positiven Einstellung telefonieren. Bei diesem Gespräch würden sie unter anderem erfahren, ob Ausbildungsplätze vergeben werden, wer für die Vergabe zuständig ist, welche Bewerbungsunterlagen verlangt werden und welche Auswahlverfahren das Unternehmen anwendet.

Höflichkeit während des Telefonates sei besonders wichtig, da der Anrufer beim potenziellen Ausbildenden den ersten Eindruck hinterlasse.

Dann wandte sich Dieter Wedekind den schriftlichen Bewerbungsunterlagen zu. Er gab praktische Tipps für eine ordentliche Bewerbungsmappe. Schon die Mappe selbst und das verwendete Papier sind wichtig. Beim Bewerbungsschreiben muss auf Form, Rechtschreibung und Stil geachtet werden, wobei Originalität geschätzt wird. Aus dem Anschreiben sollte klar hervorgehen, warum sich jemand um einen Ausbildungsplatz bewirbt und dafür der Idealkandidat ist. Ein gutes, professionell gemachtes Bewerbungsfoto, Lebenslauf, Zeugniskopien und Bescheinigungen von Kursen und Praktika vervollständigen die Bewerbungsmappe.

Oft müssen Bewerber vor einem persönlichen Vorstellungsgespräch einen Einstellungstest machen. Patrick Trautwein führte in die verschiedenen Verfahren ein und riet der Klasse, sich während des Tests auf die Arbeit zu konzentrieren, sich vom Zeitdruck nicht nervös machen zu lassen und eher auf Qualität als auf Quantität zu achten. Dann ließ er sie praktisch in unterschiedliche Testbereiche hineinschnuppern: eine Herausforderung an schulisches Grundwissen, mathematisches und logisches Denken. Aber auch auf Einstellungstests können sich die Schüler vorbereiten. Trautwein gab den Teilnehmern den Tipp, sich im Buchhandel und im Internet umzusehen.

Das "Vorstellungsgepräch" hatte an diesem Vormittag auch einen hohen Stellenwert. Die Berater legten Wert darauf, dass der Bewerber in der Praxis zuerst den Termin für das Vorstellungsgespräch bestätigt und er sich dann gut darauf vorbereitet. Das übten die Leiter nun mit den Schülern. Die Klasse musste in Gruppen Antworten zu folgenden Aufgabenstellungen finden: "Wie setze ich mich ins rechte Licht?", "Was kann mich der zukünftige Arbeitgeber fragen?", "Welche Fragen kann ich stellen?"

Die Ergebnisse wurden von einzelnen Gruppenmitgliedern präsentiert. Zum Schluss kam die Gruppe noch auf das Äußere zu sprechen: ein gepflegtes Erscheinungsbild und ein angemessenes Outfit, um "eine gute Figur" zu machen, sind unerlässlich. Dieter Wedekind versprach, mit den Schülern noch im Rollenspiel Vorstellungsgespräche zu üben. Nach dieser letzten "Stufe zum Erfolg" präsentieren die Schülerinnen und Schüler im Fach "Projektkompetenz" dann von ihnen ausgewählte Berufe.

Foto: privat