Lokales

Vom unselbstständigen Fohlen zum Dressur- oder Turnierpferd

WEILHEIM Hervé Ayadi, der langjährigen Reitlehrer des Weilheimer Reit- und Fahrvereins, kennt sich aus bei Tieren und kann viel über die Aufzucht und über die Ausbildung künftiger Turnierpferde erzählen.

Anzeige

Die ersten neun Lebensmonate verbringt ein kleines Fohlen zunächst mit seiner Mutter gemeinsam in einer etwa vier Meter breiten und sechs Meter langen Box. Sie verbringen zusammen auch viel Zeit auf der Weide. Dort läuft das Fohlen mit der Mutter mit, da es sich nur bei ihr sicher fühlt. Danach wird es entwöhnt und wohnt dann alleine in einer Box.

Die Geburt eines Fohlens erfolgt im Liegen. Ein gesundes Fohlen steht alleine auf. Die Stute säugt ihr Fohlen über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten. Danach bekommt es Fohlenfutter auf Getreidebasis, eine Art Müsli, dazu noch Gras oder Heu.

Wenn möglich, sollte das kleine Pferd eine feste Bezugsperson haben, damit es ein Urvertrauen entwickeln kann. Wenn das Fohlen älter wird, können auch andere Menschen mit ihm Kontakt aufnehmen. Mit drei Jahren gilt das Pferd als erwachsen und kann eingeritten werden.

Die Abstammung des Fohlens und eine fachmännische Reitausbildung sind dafür entscheidend, ob aus dem Tier ein gutes Turnierpferd wird oder nicht. Durch regelmäßige Untersuchungen wird die gesunde Entwicklung des Tieres überwacht. Das Pferd braucht aber auch sehr gute Nerven und muss unter Belastung ruhig bleiben, um sich auf die Aufgaben in der Dressur- oder Springprüfung konzentrieren zu können.

Die Ausbildung des Reitpferdes beginnt an der langen Leine, auch "Longe", genannt. Der Ausbilder hat verschiedene Hilfsmittel, mit denen er sich mit dem Pferd verständigen kann: Die Stimme gibt immer wiederkehrende Kommandos und Anweisungen, mit den Zügeln bekommt das Pferd Hinweise und die Gewichtsverlagerung des Reiters signalisiert ihm, was es zu tun hat. Es lernt durch regelmäßige Wiederholung, die Hilfen richtig zu deuten. Daneben muss das Pferd noch behutsam an die Trense, den Sattel und an das Gewicht des Reiters gewöhnt werden.

Frühmorgens beginnt für das Turnierpferd das Training mit der Morgenarbeit. Nach der Fütterung kann das Tier in sogenannten Führungsanlagen bewegt werden, um die Muskulatur zu lockern und aufzuwärmen. Am späten Vormittag beginnt die Dressurarbeit und zweimal in der Woche findet das Springtraining statt.

Beim Training zeigt es sich dann, ob das Tier sich eher zum Dressurpferd entwickeln wird, oder ob es ein großes Sprungvermögen zeigt und die Ausbildung in diese Richtung verstärkt werden muss. Ich denke also, dass zur einen Hälfte ein ganzes Stück Arbeit, zur anderen Hälfte aber auch viel Freude und Zuwendung zum Pferd dahinter stecken, bis aus einem kleinen, hilflosen Fohlen ein erfolgreiches Turnierpferd werden kann.

Britta Sauter,Klasse 4a,

Limburg-Grundschule Weilheim