Lokales

Vom Versuchsballon zum großen Publikumsmagneten

Über 120 Biker beteiligten sich an der jüngsten Jesinger Motorradtour, bei der sich Teilnehmer aus dem ganzen Mittleren Neckarraum treffen. Die tolle Streckenführung und das abwechslungsreiche Beiprogramm haben sich längst herumgesprochen. Schon nach vier Wochen musste die Meldeliste geschlossen werden, da das selbst auferlegte 100-Biker-Limit der Veranstalter bereits überschritten war.

KIRCHHEIM Treffpunkt war einmal mehr der Parkplatz am TSV-Heim in Jesingen. Alle waren gespannt, wohin die Reise führt, denn dies ist immer ein wohlgehütetes Geheimnis der Veranstalter. Nach einer kurzen Begrüßung durch Mike Linz und Holger Breßmer mit ihren Tourguides wurden die Motorräder gruppenweise in gebührendem Abstand auf die Strecke geschickt.

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Es versprach ein sonniger, warmer Tag zu werden, als die Motorräder über Ohmden und Zell in Richtung Bad Ditzenbach abfuhren. Nach dem Albaufstieg führte die Fahrt über Amstetten in Richtung Giengen an der Brenz, in den kleinen Ort Hürben. Die Attraktion, die sich hier bot, war umso größer. Mit der Besichtigung der Charlottenhöhle konnten die Biker eine der mit 587 Meter Länge größten Tropfsteinhöhlen Süddeutschlands bestaunen.

Umfassend erklärt durch den Führer wurde die Kraft des Wassers, das in vielen tausend Jahren ein wahres Wunderwerk an Tropfsteinen geschaffen hat. So war, nach einer Fahrt durch das schöne Lontal, bei der folgenden Kaffeepause im Weiler Lindenau Gesprächsstoff genug geboten. Die Donau wurde bei Lauingen überquert und der "Naturpark Augsburg-Westliche Wälder" erreicht. Wunderbare kleine, verkehrsarme Straßen führten die Karawane nach Kirchheim (Schwaben). Die mittägliche Verköstigung erfolgte gegenüber des Fugger-Schlosses, das anschließend noch zu einer kurzen Besichtigung einlud. Besonders berühmt ist der Zedernsaal dieses alten Adelssitzes. Mit einer reichhaltigen Facettendecke bestückt, entlockte er auch abgebrühten Bikern ein Staunen.

Die Motoren wurden gestartet und heißer Fahrtwind blies den Bikern entgegen. Das Thermometer erreichte Werte jenseits von 35 Grad und die Schutzkleidung erwies sich als Sauna-Anzug. Nach kurzen Zwischenstopps zur Abkühlung und Regulierung des Wasserhaushaltes ging die Reise weiter nach Babenhausen und nach der Illerüberquerung war es bis Blaubeuren nicht mehr weit.

Wieder auf der Albhochfläche, zeichneten sich am Horizont schon die ersten dicken Gewitterwolken ab und zügig ging es über Feldstetten und Schopfloch zurück nach Jesingen. Wie in den vergangenen Jahren versammelten sich alle Biker zum Abschluss im Biergarten der Gemeindehalle, um kurz Resümee zu ziehen; über einen ereignis- und erlebnisreichen Tag, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Eine Bildernachlese der 9. Jesinger Motorradausfahrt kann in Kürze unter www.jesinger-motorradtour.de im Internet aufgerufen werden.

ml