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Von Clapton und anderen Göttern

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Mit Cream-Songs begeisterte Werner Dannemann in der Bastion

Kirchheim. „We are stuff, as dreams are made on“ lässt Shakespeare seinen Prospero in „Der Sturm“ sagen. Ein bekanntes Zitat, das gleichwohl auf Werner Dannemann wie auf sein

brigitte gerstenberger

musikalisches Vorbild Eric Clapton zutrifft.

In der Tat, als Dannemann am Samstagabend im rappelvollen Bastionskeller Clapton spielte, war dies die Verwirklichung eines Traumes, nicht nur aus Sicht der Fans. Dannemanns aktuelles Programm huldigt dem Meister der Gitarre mit Titeln überwiegend aus dessen Cream-Zeit.

Begeisterte Fans schrieben zur Gründung von Cream 1966 auf Londoner Hauswände: „Clapton is God“. Doch Gott wollte Clapton niemals sein, er verabscheute den Heroenkult in der Rockwelt und polemisierte kräftig dagegen an. „Dass Musiker heute einflussreicher als Politiker sein können, ist grotesk. Man braucht zum Musikmachen weder besondere Intelligenz noch eine vorbildliche Moral“, sagt‘s und verschwand nach nicht mal drei Jahren aus der Supergroup, nachdem diese für die Rockmusik neue Improvisationsmaßstäbe gesetzt hatte, und wandte sich der nächsten Band Blind Faith zu.

Mit dem Blind Faith Traditional „Rambling on my mind“ und perfektem Gitarrensound katapultierte sich Dannemann schon frühzeitig am Abend in den Blueshimmel, organisierte dazu gesanglich polternd und rein zufällig den politischen Widerstand gegen Stuttgart 21, die Schnellbahntrasse und eine eiertanzende SPD. Die politischen Botschaften à la Werner Dannemann zuweilen etwas sperrig, sie gehören einfach zu ihm wie die Songs aus den 60er-Jahren.

Eric Clapton und Jimi Hendrix, sie haben einst den elektrischen Blues revolutioniert und Werner Dannemann schon als Jungspund inspiriert.

Bevor Dannemann die Cream-Ära in der Bastion aufflammen ließ, stellte er seine neue CD „Gnosis (Erkenntnis) and Feeling“, vor. Professionell begleitet wurde er dabei von Daniela Epple, Keyboard, Gesang, Gitarre, Sofia Neroladakis, Querflöte, Gesang, und Jan Enskat, Schlagzeug. Kirchenkritische Töne ansprechend arrangiert und mit Worten von Heinrich Heine und William Blakes angereichert. „Die wenigen gnostischen Überlieferungen zeigen einen Jesus, der sehr menschlich ist. Er wollte den Einzelnen erleuchten und nicht knebeln und er wollte nicht, dass eine transzendente Botschaft zur Geißel einer weltlichen Machtstruktur verkommt“, ließ Dannemann seine Fan-Gemeinde wissen.

In Vision of the Last Judgements schrieb Blake: „Die Menschen werden in den Himmel aufgenommen, nicht weil sie ihre Leidenschaften gezügelt und besiegt oder gar keine Leidenschaften hätten, sondern weil sie ihr Verständnis der Dinge kultiviert haben“.

Nun ja, die Pforten der Erkenntnis scheinen grenzenlos zu sein und beflügelten nicht nur die Musiker von The Doors, sondern offensichtlich auch Gitarrenspezialist Werner Dannemann, der sich mit glühender Verve ganz den irdischen Rock-Göttern mit „Hey Joe“ und „All along the Watchtower“ von Jimi Hendrix in der Zugabe hingab.

Mit von der Partie in der Bastion seine langjährigen musikalischen Weggefährten Bernd Beroth, Bass, Peter Knapp, Schlagzeug, und als Special Guest Frank Barth, Gitarre, (Norman‘s Country Store) aus Riedlingen. Bestens miteinander harmonisierende Musiker, die besonders die Songs „Outside Woman Blues“, „Strange Brew“ und „Sunshine of your love“ genial zum Grooven brachten. Allesamt Titel der legendä­ren zweiten Cream LP, Disraeli Gears (1967).

Werner Dannemanns Stimme hat nichts von seiner Strahlkraft eingebüßt, sie passt einfach bestens zu all den Clapton-Songs und seine Gitarrenkünste zum Clapton-Sound.