Lokales

Von der Gartenschau bis zum "Heiligen Berg"

Einen erlebnisreichen Sommer, gefüllt mit gelungenen Unternehmungen, hat die Marinekameradschaft Kirchheim hinter sich.

KIRCHHEIM Begonnen hat alles im Juni mit einem Ausflug an den Rhein. Rüdesheim, St. Goar, St. Goarshausen, alles impossante Ausflugsziele, die von Bord eines Fahrgastschiffes noch bedeutender erscheinen, als von beiden Seiten des Rheins aus.

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Nach diesem geselligen Tag gut eingestimmt, getrieben von den hochsommerlichen Temperaturen dieses Sommers legten die Marinekameraden am letzten Juliwochenende in Hocker's Garten an, um diesen von Hitze und Trockenheit geprägten Monat ausklingen zu lassen. Die leckeren Grillstücke bruzzelten vor sich hin, Musik vom Meer, von Wind und Wellen ertönte, die Liederbüchlein machten die Runde. Maritimer Gesang durchdrang den warmen Abend. Mittendrin, tauchte in der Runde eine Gestalt in der Uniform eines Matrosen auf. Es war nicht der erste Vorsitzende, Gerhard Hocker, es war seine Frau. Kaum zu glauben, dass sie in das über 50 jährige Tuch hineinpasste.

Kurz darauf lud der Marineverein Heidenheim zur Sternfahrt ein. Die Landesgartenschau war das Ziel. Eine bezaubernde Anlage auf riesiger Fläche. Entlang der Hauptwege wechseln Birken, Säulenhainbuchen mit harmonisch abgestimmtem Sommerflor. Ein Thema mit Variationen, wie in der Musik. Staudengärten gliedern das Gelände, Natursteinmauern und gewundene Wege eröffnen neue Einblicke und schaffen Platz für kleine Aufführungen. Die Brenz durchfließt die Anlage und bietet an ihren Ufern Lebens- und Erlebnisräume. Gärtnerische Motive, das Wechselspiel von Grün und Bunt. Was bleibt ist der Brenzpark, ein schmuckes, vielfältiges Freizeitgelände.

Star war sicherlich der "Rote Teppich". Zehn Meter breit, 200 Meter lang, lenkt er den Blick vom Verdi-Balkon übers Badehaus bis hin zum Schloss Hellenstein, dem Wahrzeichen der Stadt Heidenheim. Die Felder verschiedener Rosen, Tulpen, Verbenen, Buntnesseln und Bartfäden formten eine fantastische, leuchtend rote Fläche.

Mitte September, den Sommer beschließend, zog es die Marinekameraden über Weilheim in Oberbayern, dem Kloster Andechs an den Ammersee. Weilheim, das Eingangstor zum Pfaffenwinkel, hat eine lange Reihe bedeutender Barockkünstler hervorgebracht. Der vielleicht bedeutendste von allen war der Bildhauer Hans Krumper, dessen Werken man freilich nur im vorzüglichen Museum des Pfaffenwinkels begegnen kann. Dafür waren am Bau und an der Gestaltung der strengen frühbarocken Stadtkirche (1624 bis 1631) zahlreiche einheimische Künstler beteiligt. Daneben der barock geprägte Marienplatz, dessen Mitte die Mariensäule von 1698 und der Stadtbrunnen von 1791 schmücken.

Das Stadtmuseum zeigt die Weilheimer Künstler, veranschaulicht das dortige Handwerk, die Vor- und Frühgeschichte, das religiöse Brauchtum, zahlreiche Skulpturen, die Stadtgeschichte und volkstümliche Möbel. Eine Rarität besonderer Art stellt die Jahreskrippe aus der Friedhofskirche dar. Der einheimische Maler J.B. Wenzl schuf die heute noch 62-teilige Krippe im Jahr 1723. Damit gilt sie als eine der ältesten erhaltenen Krippen mit beweglichen Figuren in Bayern.

Unweit von Weilheim erhebt sich der "heilige Berg" Andechs mit seinem Benediktinerkloster. Die Klosterkirche, ein bekanntes Wallfahrtsziel, wurde 1754 von Johann Baptist Zimmermann im Rokokostil ausgestaltet. Das berühmte Gnadenbild der thronenden Muttergottes im Hochaltar stammt aus der Zeit um 1500. Der Komponist Carl Orff, der in München lebte, ist in der Klosterkirche beigesetzt.

Bekanntheit über die Grenzen Bayerns hinaus hat Andechs jedoch seiner Klosterbrauerei zu verdanken, die die Trinkfreudigen zu Tausenden heranströmen lässt, um hier einer durchaus gewöhnungsbedürftigen Mischung aus Bierseligkeit und Frömmigkeit zu huldigen. Berühmt ist es schon, das Klosterbier, da die Mönche das Recht besitzen, ganzjährig Starkbier auszuschenken.

Entspannend dann die Schifffahrt mit dem Raddampfer quer über den Ammersee. Seine Entstehung verdankt er der letzten Eiszeit, die aus dem Loisachtal einen mächtigen Gletscher nach Norden schob. Ursprünglich war die Wasserfläche des lang gestreckten Sees fast doppelt so groß wie heute: Anschwemmungen der Ammer ließen ihn im Norden und Süden immer mehr verlanden. Schöne Ausflugs- und Urlaubsorte säumen die Seeufer, Strandbäder laden zum Schwimmen ein. Vielfältige Gelegenheiten zum Segeln, Rudern und Angeln. Zwischen den größeren Orten des West- und Ostufers sowie zwischen kleineren Ortschaften an jeweils einer Seeseite verkehren Linienschiffe.

Der Abschluss in der Klosterbrauerei Irsee nahe Kaufbeuren leitete den Abschluss dieser Tagesreise ein. Deftige Klosterbräuküche wurde geboten. Ein ursprünglich gebrautes mild-würziges Bier. Im Biergarten mit Taverne holen sich die Gäste ihren Krustenbraten an der Schänke und das Bier kommt frisch gezapft aus dem Gewölbekeller.

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