Lokales

Von der Lüneburger Heide nach Lindorf

Das Fest der diamantenen Hochzeit können heute Rudolf und Anneliese Spinzig geborene Büttner feiern, die in Lindorf in der Ötlinger Straße 10 wohnen. Zu den Gästen, die am Samstag zum Gottesdienst geladen sind, gehört neben der Familie auch ein in der Lüneburger Heide lebendes Ehepaar, mit dem die Spinzigs noch immer Kontakt haben.

WOLF-DIETER TRUPPAT

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KIRCHHEIM Die aus Ostpreußen stammende Anneliese Büttner und der in der Nähe von Hannover aufgewachsene Rudolf Spinzig haben sich im Juni 1945 in der Lüneburger Heide kennengelernt, wo beide nach dem Krieg in der Landwirtschaft tätig waren. Schon bei ihrer ersten zufälligen Begegnung wussten die beiden, dass sie zusammenpassen. Ein Jahr später standen sie dann auch schon vor dem Traualtar und haben diesen nicht allzu lange überlegten Schritt bis heute noch nie bereut.

Dass sie in all den langen Jahren immer einer Meinung waren, trifft natürlich nicht zu, aber das Ehepaar Spinzig hat es bislang immer verstanden, für alle anstehenden Probleme gemeinsame Lösungen zu finden. Seit 1949 leben Anneliese und Rudolf Spinzig schon in der Gegend. Da sein Schwiegervater hier im Straßenbau tätig war, konnte auch Rudolf Spinzig eine Stelle in derselben Firma bekommen. Nachdem er und seine Frau zunächst zweieinhalb Jahre in Wernau gewohnt hatten, wechselte Rudolf Spinzig nach Kirchheim und konnte in eine Firmenunterkunft in der Stuttgarter Straße ziehen, wo das Ehepaar 17 Jahre lebte.

Der nächste Umzug führte sie dann vor die Tore Lindorfs, wo die Firma Waggershauser in den 60er-Jahren eine Mischanlage baute, die zum neuen Wohnsitz für die Familie Spinzig wurde. Im Grünen lebend, hatte Anneliese Spinzig dort gute Voraussetzungen, einen großen Garten anzulegen und viele Dinge des täglichen Bedarfs selbst anzubauen. Während sie im klassischen Sinne vor allem für Haushalt und Familie zuständig war, zog ihr im Schwarzdeckenbau tätiger Mann mit seiner Teerkolonne von Baustelle zu Baustelle und war lange Jahre oft nur am Wochenende zu Hause, um dann wieder seiner schweren Arbeit nachzugehen.

Um seinen durch die harte Arbeit in der Teerkolonne stark strapazierten Lungen entsprechende Erholung zu gönnen, verbrachten sie ihre Urlaube immer gerne an der See, die für den aus der Nähe von Hannover stammenden Rudolf Spinzig ohnehin immer eine ganz besondere Anziehungskraft hatte.

Auch "seine" Mischanlage im Birkhau zieht ihn heute noch immer wieder an und seine Spaziergänge führen ihn oft in diese Ecke, an der er so lange gelebt und gearbeitet hat. Seine Frau Anneliese, die vier Söhne groß gezogen hat, engagierte sich gemeinsam mit ihrem Mann auch stark in der ostpreußischen Landsmannschaft, wo ihnen der Aufbau einer Jugendgruppe ganz besonders am Herzen lag.

Sehr gerne kehrte das schon seit 1980 in Lindorf lebende Ehepaar immer wieder in die Lüneburger Heide zurück, wo sie sich einst kennenlernten. Wohnen konnten sie dabei stets bei dem befreundeten Ehepaar, mit dem sie seit 1945 immer in Kontakt geblieben sind. Auf den Tag genau vor fünf Jahren haben sie mit ihnen gemeinsam deren 55. Hochzeitstag gefeiert und freuen sich natürlich ganz besonders, die beiden schon heute zu ihrer diamantenen Hochzeit in Lindorf begrüßen zu dürfen. Mit einem Gottesdienst beginnt am Samstag das Fest der diamantenen Hochzeit, bei dem neben dem aus der Ferne angereisten befreundeten Ehepaar auch die Familien ihrer in unmittelbarer Nähe lebenden vier Söhne und die sechs Enkelkinder des Paares schöne Stunden verbringen wollen.