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Von Filmmusik bis hin zu Klezmer-Klassikern und "Jingle Bells"

KIRCHHEIM Mit ihren beiden traditionellen Weihnachtskonzerten am Samstag, 22. Dezember, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 23. Dezember, um 17 Uhr in der Kirchheimer Stadthalle wird die Stadtkapelle die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 175-jährigen Bestehen beschließen.

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Wie jedes Jahr wird die Jugendkapelle das Weihnachtskonzert eröffnen. Auf ihrem Programm steht unter anderem Filmmusik wie "Fluch der Karibik" vom Komponist Klaus Babelt, das Concertino für Klarinette op. 26 in Es-Dur von Carl Maria von Weber sowie "Eine deutsche Weihnacht" von Jan Hadermann.

Das Concertino für Klarinette und Blasorchester wird gespielt von Marisa Scaffidi, einer jungen begabten Klarinettistin. Die 18-jährige Marisa fing bereits im Alter von acht Jahren mit dem Klarinettenspielen an. Ihre Ausbildung erhielt sie unter anderem bei Harry D. Bath, dem Dirigenten der Kirchheimer Stadtkapelle. Seit einiger Zeit nimmt sie Unterricht bei Alexandra Zonca, der ersten Klarinettistin der Stadtkapelle.

Das Concertino schrieb Carl Maria von Weber (1786 1826). Die Komposition verlangt vom Solisten außerordentliche Fähigkeiten, einen schönen Klang in allen Lagen, gute Fingerfertigkeit und schnelles Staccato ebenso wie musikalischen Ausdruck.

Im Anschluss wird das Vorstufenorchester auf der Bühne Platz nehmen. Weihnachtliche Klänge werden durch die Stadthalle schweben mit "Snow Valley Sleigh Ride" von Philip Sparke und "Das junge Weihnachtskonzert" von Alfred Bösendorfer.

Einiges vorgenommen hat sich die Stadtkapelle, die den zweiten Teil der Konzerte gestalten wird. Modest Petrowitsch Mussorgski (1839 1881) wurde als jüngster Sohn eines wohlhabenden Landbesitzers in Karewo im Bezirk Plekau in Russland geboren. Seine Mutter brachte ihm schon früh das Klavierspielen bei. Im Alter von sieben Jahren beherrschte er bereits kurze Stücke von Franz Liszt. Bekannt wurde Mussorgski hauptsächlich durch seine Opern und Musikstücke sowie den Klavierzyklus "Bilder einer Ausstellung". Er gilt als einer der bedeutendsten russischen Komponisten.

Die sinfonische Dichtung "Eine Nacht auf dem kahlen Berge" ist eines der bekanntesten Beispiele für russische Programmmusik des 19. Jahrhunderts. Mussorgski beschreibt in feurigen Orchesterfarben den grauenerregenden Tanz der Hexen in der Johannisnacht auf dem Berg Triglaw. Sogar Walt Disney hat die Musik dieses Werkes als Teil seines Zeichentrickfilms "Fantasia" in prägnante Szenen umgesetzt.

Das Concertino für Marimba und Blasorchester von Alfred Reed (1921 2005), das dem Solisten die gesamte Technik und Virtuosität modernen Marimbaspiels abverlangt, war eine Auftragskomposition für die japanische Perkussionistin Reiko Kono. Die drei Sätze "Nocturne", "Scherzetto" und "Toccata" könnten in ihrer Art nicht unterschiedlicher sein. Der erste Satz kommt langsam und getragen daher, der zweite Satz ist schnell, voller virtuoser Kraft und der dritte Satz schließlich ist ein fröhlicher Boogie.

Die Solistin Vanessa Wünsch ist in Kirchheim und Umgebung schon wohlbekannt. Nach ihren tollen Erfolgen beim Landes- und Bundeswettbewerb von "Jugend musiziert" wird sie mit ihrem Marimbafon zu vielen Veranstaltungen als musikalisches Rahmenprogramm eingeladen. Die große Klangvielfalt dieses Instruments kann beim "Concertino für Marimba" eindrucksvoll erlebt werden.

Klezmer ist die traditionelle Instrumentalmusik bei Hochzeiten und Festen der jiddisch sprechenden Juden Osteuropas. Bedeutendster Instrumentalsolist der Klezmermusik ist zweifelsfrei Giora Feidman, der mit seiner Klarinette den Musikstil populär machte. Für "Klezmer Classics" bearbeitete der niederländische Komponist Johan de Meij fünf Klassiker aus dem Klezmer-Repertoire und schuf daraus eine farbenreiche Komposition. Mit "Jingle Bells", arrangiert von Iwai Naohiro, und "Dream in Silent Night" von Mashimo Toschio verabschiedet sich die Stadtkapelle dann von ihren treuen Zuhörern für dieses Jahr.

In beiden Stücken werden traditionelle Weihnachtslieder verarbeitet. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres wird die Tradition gebrochen, und die weihnachtlichen Klänge werden etwas anders ausfallen als gewohnt. Zum Ausgleich dafür wird auch in diesem Jahr wieder Stefanie Rauschnabel durch das Programm führen.

Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen vor den Konzerten, bei den Musikerinnen und Musiker der Stadtkapelle sowie online unter www.staka175.de.

pm