Lokales

Von "Herr der Ringe" bis zu "Indiana Jones"

Mit einem Medley aus "Lord of the Rings" eröffnete die Jugendkapelle unter der Leitung ihres Dirigenten Stefan Schleich das Herbstkonzert des Musikvereins Nabern. Fritz Russ, der Erste Vorsitzende des Vereins, konnte anschließend die zahlreichen Besucher in der Konzerthalle begrüßen. Besonders erfreut zeigte er sich darüber, dass Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker sich bei ihrem Besuch ein persönliches Bild von der "alten Dame" Gießnauhalle machen konnte.

KIRCHHEIM "Pavane in Blue", ein ruhiges, teils melancholisches Stück von Ted Huggens trug die Jugendkapelle im Sommer beim Wertungsspiel in Wernau mit gutem Ergebnis vor. Entsprechend gut konnte es daher auch dem Publikum in der Gießnauhalle präsentiert werden. Hier konnten sich die beiden Solisten Rainer Wolffram und Timo Weigand auszeichnen. Bei "Backdraft" und "City Impression" wurde Filmmusik und Musikzeichnungen von einer Großstadt dargeboten. Es ist immer wieder erstaunlich, welche Klangbilder die jungen Musiker zu zeichnen in der Lage sind.

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Bei den Ehrungen wurde Fritz Russ unterstützt durch den Präsidenten des Kreisblasmusiker-Verbandes, Elmar Müller. Kurt Molt konnte für 40 Jahre Blasmusik und sein Bruder Wili Molt gar für 50 Jahre Blasmusik geehrt werden. Es wurden auch noch fünf Musiker für zehnjähriges Engagement ausgezeichnet. Besonders erfreulich war auch, dass zwei Mädchen den D1-Lehrgang und eine Musikerin sogar den D3-Lehrgang in Lichteneck mit Bravour bestanden haben. Dies zeigt nicht zuletzt die gute Ausbildungsarbeit der Musikpädagogik.

Mit "Wings of Freedom" von Otto Schwarz verabschiedete sich die Jugendkapelle, bevor die Stammkapelle mit ihrem Dirigenten Thomas Götzelmann das Publikum überraschte. Während in den Programmzetteln als erstes Stück das "Largo" aus der Symphonie "aus der neuen Welt" von Antonin Dvorak angekündigt war und sich die Zuhörer dementsprechend auf dezente Klänge eingestellt hatten, donnerten statt dessen die Titelmelodien aus den Filmen "Star Wars" und "Indiana Jones" los.

Erst im Anschluss daran ging es dann mit dem "Largo" bedeutend ruhiger weiter. Nachwuchstalent Rainer Wolffram übernahm hier souverän die Soloposten für Trompete. Die Kapelle hatte die dynamischen Anforderungen des Stückes gut herausgearbeitet, sodass der Charakter des Stückes schön zur Geltung kam. Bei den teilweise etwas kitzeligen Akkorden dieses Stücks war aber die ganze Konzentration der Musiker gefordert.

Nach dem Marsch "Hoch Heidecksburg" konnte Dieter Stark mit seiner Trompete bei "Java" brillieren. Dieser Ohrwurm mit seiner lässigen Rhythmik kam beim Publikum sehr gut an. Anschließend an diese beiden unterhaltsamen Titel stand der "Militärmarsch Nr. 1" von Franz Schubert auf dem Programm. Obwohl das Arrangement dieses Stückes von einem starken Hornsatz und mehreren Flöten und Oboen ausgeht, konnte die solistisch gut aufgestellten Naberner ihre quantitativen Defizite kompensieren. Auch hier zeigte sich, dass eine saubere Stimmung höchste Aufmerksamkeit von den Musikern verlangte.

Beim anschließenden Höhepunkt des Konzertes, einem Medley aus dem Musical "Grease" wurde die Spielfreude der Musiker deutlich. Die knackigen Rocknummern und gefühlvollen Balladen des Musicals rissen nicht nur das Publikum mit. Saxofonist Timo Weigand konnte bei "Beauty school drop out" seinen Stil voll zur Geltung bringen.

Vor der Pause überrumpelte das Orchester dann seine Zuhörer mit dem 2. Satz aus Tschaikowskys "Nussknacker-Suite", dem russischen Tanz "Trepak". Völlig verblüfft von dem rasanten Tempo und dem abrupten Schluss des Stückes dauerte es eine kleine Weile, bis das Publikum mit dem Beifall einsetzte.

Nach der Pause ging es dann mit überwiegend leichter Kost weiter. Der Polka "Beruska" aus dem Programm der tschechischen Kapelle Moravanka folgte die "Villa Kunterbunt" mit Titelmelodien aus den Kinderfilmen "Pippi Langstrumpf", "Jim Knopf", "Biene Maja" und "Tom & Jerry". Bei dem Solo für Tenor- und Flügelhorn "Lustige Brüder" demonstrierten Vater und Sohn Kurt und Sven Molt echte Familienharmonie. Das Stück aus dem Repertoire der Blaskapelle Gloria stellt einige technische Anforderungen an die Solisten.

Das abschließende Stück, das Potpourri "Robert-Stolz-Marschparade" erwies sich als wahrer Mitklatscher für das Publikum. Wenn Dirigent Thomas Götzelmann seine grippegeschwächte Mannschaft nicht nach zwei Zugaben in die Umkleide entlassen hätte, würden die Naberner vermutlich heute noch spielen.

fr