Lokales

Von Jazz- bis hin zu Rocknummern

KIRCHHEIM Zum Auftakt seines neuen Programms nach der Sommerpause feierte auch der club bastion den 200. Geburtstag von Eduard Mörike. Vier schwarzgekleidete Herren und eine attraktive junge Dame ganz in Rot waren auf der Bühne im

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USCHI NEROLADAKIS

Kellergewölbe angetreten, um dem Kirchheimer Publikum mit ihrem Programm "Rosenzeit" die Aktualität und auch Musikalität des schwäbischen Dichters zu beweisen.

Der Komponist und Pianist Peter Schindler hat die schönsten Liebesgedichte von Eduard Mörike vertont und nur weil Mörike als junger Mann "total verknallt" in die schöne Maria Meyer gewesen war, so der Leiter der Gruppe "Saltacello", und diese Gefühle in etlichen Gedichten verarbeitet hatte, konnte dieses Konzert in der Bastion stattfinden.

Schon mit dem ersten Titel "Rosenzeit" überzeugten Herbert Wachter am Schlagzeug, Christoph Sauer am Bass, Peter Schindler am Piano und Dieter Fischer an der Gitarre zusammen mit der zauberhaften jungen Sängerin Sandra Hartmann die Zuhörer mit einer perfekten Kombination alter Texte und moderner Musik. Peter Schindler hat sich bei seinen Kompositionen sowohl von klassischen wie auch sehr modernen Richtungen beeinflussen lassen und ihm ist mit der Vertonung der Gedichte des jungen Mörike ein äußerst beeindruckendes Werk gelungen.

Stark jazzige Titel wechselten mit langsamen klassischen Elementen, jeder der hochkarätigen Musiker konnte seine Interpretation der verschiedenen Stimmungen einbringen, die sich rasch auf das sichtlich und auch hörbar begeisterte Publikum übertrugen. Im Mittelpunkt des Abends aber stand unbestritten Sandra Hartmann mit ihrem klaren eindrucksvollen Sopran, die mal sanft und behutsam, mal flott-frivol, aber auch dramatisch und leidenschaftlich die gefühlvollen Chansons interpretierte und mit beachtlichem schauspielerischem Talent eine breite Palette an Emotionen darstellte: Sehnsucht, stürmische Leidenschaft, aber auch Rache und Eifersucht konnte die junge Sängerin sowohl verhalten und dezent wie auch temperamentvoll dem faszinierten Publikum vermitteln.

Jedes Lied erzählte eine eigene Geschichte vom Entstehen und Vergehen der Liebe, und Zeilen wie "Was aus mir singet, ist nur der Liebe Glück" bewiesen ihre zeitlose Schönheit. Titel wie "Nimmersatte Liebe" oder auch "Abschiedsnacht" hatten durchaus Ohrwurm-Charakter und dass Eduard Mörike auch ein Krimiautor war, zeigte das Lied "Der Feuerreiter", in dem Dieter Fischers E-Gitarre das dramatische Geschehen schließlich noch zur fetzigen Rocknummer werden ließ.