Lokales

Von Klöstern und Burgruinen

Eine recht harmonische Reise durch die Keuperlandschaft des Schönbuchs mit Schwerpunkt Bebenhausen unternahm die ökumenische Seniorengruppe der Martinskirche Oberlenningen.

LENNINGEN In Bebenhausen hatte man es diesmal nicht auf die Gesamtlage, sondern mehr auf das ehemalige Jagdschloss und späteren Königssitz abgesehen, das einst aus dem ehemaligen Gästehaus und Zisterzienserklosters umgebaut wurde.

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Das Kloster wurde in den Jahren 118387 durch den Pfalzgrafen Rudolph I. gebaut und zuerst den Prämonstratensern zur Benützung übergeben. Bereits 1190 wurde es dann von den Zisterziensern übernommen. Im 10. und 11. Jahrhundert trat eine gewisse Erschlaffung bei der Einhaltung ihrer strengen Regeln ein, sodass sich daraus wieder die strenggläubigen Clunyazenser, Prämonstrazenser und Zisterzienser heraus entwickelten. In Württemberg gab es den rührigen Abt Wilhelm von Hirsau, der schwäbische Ordensgründer. Die Zisterzienser hatten hunderte von Klöstern in ganz Deutschland gegründet. Immer wieder wurden diese Klöster abseits der Städte in stille Waldwinkel verlegt.

In Bebenhausen hat Herzog Ulrich 1535 das Kloster aufgelöst im Zug der Reformation. Eine evangelische Klosterschule wurde gegründet, die aber später nach Maulbronn verlegt wurde. 1802 wurde dann die ganze Klosteranlage säkularisiert und damit dem Land Württemberg übergeben. Nun wurde Württemberg auf Napoleonsgnaden Königreich mit seinem ersten König Friedrich. Darauf kam Wilhelm I. und König Karl, die allesamt wieder gewisse Reparaturarbeiten am zerfallenden Kloster vornahmen. Das Gästehaus wurde zum königlichen Wohnsitz umgebaut und diente später nach seiner Abdankung dem beliebten König Wilhelm II. und seiner Gemahlin Charlotte als Wohnsitz, worin letztere 1945 starb. Von der Jagdleidenschaft der Adligen zeugen hunderte von Hirschgeweihen in allen Fluren und Zimmern.

Interessant in Bebenhausen ist auch der ziemlich schwere gothische Dachreiter über der Vierungskuppel der Klosterkirche aus dem Jahre 1409. Ein Wahrzeichen aller Zisterzienser-Kirchen: Türme waren nicht erlaubt. Nur kleine Dachreiter zur Zeitangabe.

So ging es weiter zur Burgruine Hohenentringen, die wegen ihrer Aussicht berühmt ist, zur Kaffeepause. Der Tag klang später im Schützenhaus in Dettingen an der Erms gemütlich aus.

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